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Konjunktur im Herbst 2026: Stabilisierung ohne Aufschwung

Die Wirtschaft in den Regionen Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein bleibt unter Druck. Zwar fallen die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs bislang weniger gravierend aus als befürchtet. Eine nachhaltige Erholung zeichnet sich jedoch nicht ab. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Düsseldorf und der IHK Mittlerer Niederrhein.

Klimaindex, Geschäftslage und Erwartungen in Niederrhein

Die Grafik zeigt die Entwicklung von Geschäftslage, Geschäftserwartungen und Klimaindex am Niederrhein von 2017 bis 2026. Zusätzlich wird der 10-jährige Durchschnitt des Klimaindex dargestellt.
Die Geschäftserwartungen haben sich gegenüber der zwischenzeitlichen Blitzumfrage verbessert, bleiben aber pessimistisch. Auch die aktuelle Geschäftslage ist weiterhin schwach. Der Konjunkturklimaindex liegt mit 88,3 Punkten deutlich unter seinem langjährigen Mittel.
Der Einzel- und Großhandel leiden weiterhin unter der schwachen Nachfrage. Bei den Dienstleistern hat sich die Geschäftslage ebenfalls verschlechtert. Allerdings entwickelt sich die Branche unterschiedlich. Während die Verkehrswirtschaft unter hohen Kraftstoffpreisen leidet, kommen positive Signale von Architektur- und Ingenieurbüros.

Energie- und Rohstoffpreise

Entwicklung der Energie- und Rohstoffpreise als Geschäftsrisiken seit 2021. Gegenüber Herbst 2025 steigen die Nennungen deutlich: bei Energiepreisen von 42,6 auf 60,4 Prozent und bei Rohstoffpreisen von 23,7 auf 39,0 Prozent.
Einzelne Lichtblicke gibt es bei den Auftragseingängen im produzierenden Gewerbe, insbesondere im Baugewerbe. Die Industrie zeigt erste Anzeichen einer Stabilisierung. Eine breite Nachfragebelebung ist damit jedoch noch nicht verbunden. Öffentliche Infrastrukturmaßnahmen geben der Bauwirtschaft Impulse, während Wohnungs- und Wirtschaftsbau schwach bleiben. Langwierige Entscheidungs- und Planungsprozesse verzögern zudem die Wirkung angekündigter Investitionen.

Beschäftigungserwartungen

Entwicklung der Beschäftigungserwartungen nach Wirtschaftsbereichen von 2017 bis Herbst 2026. Aktuell überwiegen in allen dargestellten Bereichen die Abbaupläne. Insgesamt sinkt der Saldo gegenüber Herbst 2025 von minus 11,7 auf minus 17,3 Prozentpunkte. Der längerfristige Trend seit 2017 geht weiter nach unten.
Hohe Kosten, Bürokratie, fehlende Planungssicherheit und eine schwache Nachfrage belasten die Unternehmen. Entsprechend zurückhaltend sind ihre Investitionspläne. Häufig steht der Ersatz bestehender Anlagen im Vordergrund, während Kapazitätserweiterungen eine untergeordnete Rolle spielen. Auch die Beschäftigungspläne verschlechtern sich. Mehr Unternehmen planen einen Stellenabbau als zusätzliche Einstellungen.
Die IHKs sehen die Politik gefordert, strukturelle Hemmnisse abzubauen und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Entlastungen und mehr Planungssicherheit sind notwendig, damit Unternehmen wieder Vertrauen fassen und langfristig investieren.