Pressemeldung Nr. 14 vom 20.03.2026
Regionale Wirtschaft mahnt zu Einsparungen vor Steuererhöhungen
Die IHK Düsseldorf lehnt die geplante Anhebung des Gewerbesteuerhebesatzes in Haan ab. Dafür spricht sich der Regionalausschuss Haan-Hilden nachdrücklich aus.
„Nach zwei Rezessionsjahren und einem weiteren Jahr der Stagnation befindet sich die wirtschaftliche Stimmung auf einem Tiefpunkt“, bekräftigt Ausschussvorsitzender Marc-Oliver Köhler, Geschäftsführer bei Brüninghaus & Drissner GmbH in Hilden.
Auch die jüngste Konjunkturumfrage der IHK zeigt, dass die Unternehmen von ihrer Substanz zehren. Zudem sinkt die Hoffnung, dass das Bruttoinlandsprodukt 2026 tatsächlich so wie zu Jahresbeginn prognostiziert um rund ein Prozent wächst.
Die militärischen Auseinandersetzungen im Nahen und Mittleren Osten haben bereits zu deutlich steigenden Energiepreisen geführt und setzen zugleich die Lieferketten der deutschen Wirtschaft erheblich unter Druck. Dies dürfte sich auf die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland auswirken, wobei das Ausmaß der Belastung maßgeblich von der Dauer des Krieges abhängt. Vor diesem Hintergrund nehmen die Einschätzungen zu, wonach der deutschen Wirtschaft ein weiteres Jahr ohne Wachstum bevorstehen könnte.
Allein durch die Erhöhung der Gewerbesteuer will die Stadt Haan ihre Erträge laut Vorbericht zum Haushaltsplan um 1,1 Millionen Euro steigern. Angesichts ordentlicher Aufwendungen von fast 145 Millionen Euro sollte es aus Sicht des Regionalausschusses Haan-Hilden jedoch möglich sein, diesen Betrag durch Einsparungen zu erzielen. Entsprechende Spielräume bestehen.
Zudem kündigte die Jamaika-Kooperation im Kreistag nur wenige Tage nach der Haushaltseinbringung ein umfassendes Maßnahmenpaket an, um den Forderungen der Kommunen nach einer deutlichen Senkung des Kreisumlagebedarfs nachzukommen. Das Resultat wird eine geringere Kreisumlage für die Gartenstadt sein. Die genaue Höhe wird zwar erst nach den Sitzungen von Kreisausschuss und Kreistag Ende dieses Monats feststehen, aber wohl sechsstellig sein.
Daneben lohnt sich ein kritischer Blick auf den Personalaufwand. Personal- und Versorgungsaufwendungen kennen über den Planungszeitraum des Haushaltsplanentwurfes hinweg nur eine Richtung: nach oben. Das kann angesichts der Haushaltslage so nicht weitergehen. Kurzfristig ist deshalb ein Einstellungsstopp nötig.
„Mittelfristig sollte Personal im Einklang mit der weiteren Digitalisierung von Verwaltungsleistungen und dem systematischen Einsatz von KI abgebaut werden. Spielräume dafür sind vorhanden, weil öffentliche Dienstleistungen von Bevölkerung und Wirtschaft im häufiger digital abgerufen werden“, sagt Gregor Berghausen, Hauptgeschäftsführer der IHK Düsseldorf.
Zusätzliche Spielräume könnte die Stadt erschließen, wenn sie Querschnittsämter, also Verwaltungsleistungen im Backoffice, stärker kommunenübergreifend organisiert. Bislang beschränkt sich die interkommunale Zusammenarbeit im Wesentlichen auf gemeinsame Gewerbeflächen oder Rettungswachen. Durch den Einsatz einheitlicher Software könnten jedoch auch Querschnittsämter Leistungen für mehrere Kommunen übernehmen.
Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob Sozialtransferleistungen effizienter und wirtschaftlicher erbracht werden können. Der vorgeschlagene Beschluss würde dazu führen, dass Haan bei den Gewerbesteuerhebesätzen ins Mittelfeld der Hebesätze der Kommunen im Kreis Mettmann abrutscht. Bereits dies schwächt die Wettbewerbsposition der Stadt im interkommunalen Vergleich. Mit dem vorgeschlagenen Hebesatz schwingt sich Haan aber zusätzlich auf das Niveau Düsseldorfs auf. Das macht es ihr erst recht schwer, ansiedlungs- oder erweiterungswillige Unternehmen für sich zu gewinnen. Die kommunalen Steuerzahlungen der Wirtschaft stellen das Rückgrat der städtischen Finanzen dar.
„Es muss deshalb das oberste Ziel Haans sein, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Gartenstadt attraktiv zu gestalten und zu halten“, so Berghausen abschließend.