Pressemeldung Nr. 40 vom 15.09.2026

Fachkräfte gesucht: Wirtschaft kann auf das Potenzial von Frauen nicht verzichten

Beim Frauen-Wirtschaftsforum women2BUSINESS diskutieren 150 Teilnehmende, wie Unternehmen mit guter Unternehmenskultur und Weiterbildung weibliche Fach- und Führungskräfte gewinnen und binden können.
Der Fachkräftemangel erhöht den Druck auf Unternehmen, vorhandene Potenziale besser zu nutzen. Frauen stärker für den Arbeitsmarkt zu gewinnen, ihr Erwerbsvolumen zu erhöhen, sie langfristig im Beruf zu halten und ihnen dank flexibler Arbeitszeitmodelle die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern, ist ein wichtiger Faktor für Fachkräftesicherung und Wettbewerbsfähigkeit in Düsseldorf und im Kreis Mettmann.
Wie Unternehmen dafür die richtigen Voraussetzungen schaffen können, diskutierten rund 150 Teilnehmende beim 14. Frauen-Wirtschaftsforum women2BUSINESS von IHK Düsseldorf und Competentia DUS|ME. Im Mittelpunkt standen Unternehmenskultur, lebensphasenorientierte Arbeitsbedingungen sowie die Kompetenzen, die Beschäftigte in der Arbeitswelt von morgen brauchen.

Familienfreundlichkeit wird zum strategischen Bestandteil der Personalpolitik

Auch der aktuelle „Unternehmensmonitor Familienfreundlichkeit“ im Auftrag des Bundesfamilienministeriums unterstreicht, welchen Stellenwert gute Rahmenbedingungen für Beschäftigte mit familiären Verpflichtungen haben. Trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage halten rund 88 Prozent der Unternehmen Familienfreundlichkeit für wichtig – so viele wie nie zuvor. Knapp acht von zehn Personalverantwortlichen (77,1 Prozent) gehen zudem davon aus, dass eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Fachkräftesicherung in den kommenden Jahren noch weiter an Bedeutung gewinnen wird.
Dabei spielen flexible Arbeitsbedingungen eine zentrale Rolle. Zeit- und ortsflexible Arbeitsmöglichkeiten gewinnen weiter an Bedeutung. Gleichzeitig können auch Beschäftigte in Tätigkeiten mit eingeschränkter zeitlicher oder örtlicher Flexibilität von einer verlässlichen und vorausschauenden Einsatzplanung profitieren.

Unternehmenskultur entscheidet mit

Christina Maria Zimmermann, geschäftsführende Gesellschafterin der Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, rückt in ihrer Keynote die Verantwortung der Unternehmen in den Mittelpunkt: „Die Zukunft entsteht durch Entscheidungen, die wir heute treffen. Deshalb müssen Unternehmen eine Arbeitskultur schaffen, in der Menschen gerne Verantwortung übernehmen und Arbeit sinnstiftend ist.“ Die Chance, sich selbst und das Unternehmen weiterzuentwickeln, solle dabei nicht vom Geschlecht abhängen, sondern von „Kompetenz, Persönlichkeit und Leistungsbereitschaft“, so Zimmermann.
IHK-Vizepräsidentin Kerstin Rapp-Schwan nimmt insbesondere die Rahmenbedingungen in den Blick: „Wenn wir mehr Frauen für den Arbeitsmarkt gewinnen und dort halten wollen, müssen wir Vereinbarkeit praktisch möglich machen – mit verlässlicher Betreuung, flexiblen Arbeitsmodellen und Unternehmenskulturen, die unterschiedliche Lebensphasen mitdenken.“
Wie das in der Praxis gelingen kann, diskutierten Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft in zwei Panels. Unter dem Titel „Fokus Unternehmenskultur: Weibliche Talente gezielter über alle Lebensphasen halten“ ging es darum, wie Unternehmen qualifizierte Frauen langfristig binden können. Das zweite Panel „Frauen. Fortschritt. Future Skills. – Lebenslanges Lernen als Schlüssel zur Zukunft“ stellte Weiterbildung und die Kompetenzen für eine sich wandelnde Arbeitswelt in den Mittelpunkt.
Johanna Torkuhl, Leitung Competentia DUS|ME, zieht ein positives Fazit: „Was mich heute besonders gefreut hat: Wie selbstverständlich über Vielfalt als Stärke gesprochen wurde – als Vorteil, der Unternehmen in Zeiten des Wandels einen breiten Wissens- und Fähigkeitspool verspricht und Teams resilient macht, auch für Tätigkeitsgebiete und Herausforderungen der Zukunft. Wer heute die Weichen für morgen stellt, tut gut daran, auf möglichst viele unterschiedliche Perspektiven zu setzen.“

Vom Austausch in die betriebliche Praxis

Neben Keynotes und Panels bot women2BUSINESS Raum für Austausch und Vernetzung mit Unternehmen, Wissenschaft, Netzwerken und Institutionen. Im Fokus stand dabei auch der Transfer in die betriebliche Praxis: Lebensphasenorientierte Arbeitsbedingungen, Entwicklungsmöglichkeiten und Weiterbildung können dazu beitragen, weibliche Fachkräfte zu gewinnen und langfristig zu binden – und damit die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Region zu stärken.