Konjunkturberichte
Die IHK-Initiative Rheinland veröffentlicht halbjährlich ein gemeinsames Konjunkturbarometer, in dem Umfrageergebnisse aus Industrie, Handel und Dienstleistungen ausgewertet werden.
Das Konjunkturbarometer Rheinland zu Jahresbeginn 2026 zeigt eine weiterhin angespannte wirtschaftliche Lage in der Region. Die Mehrheit der rund 2.200 befragten Unternehmerinnen und Unternehmer ist mit ihrer aktuellen Situation unzufrieden. Während 29,1 Prozent ihre Lage negativ bewerten, schätzen lediglich 22,2 Prozent sie als gut ein. Der Geschäftslageindikator verharrt bei -6,9 Punkten und liegt damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt. Ein spürbarer konjunktureller Aufschwung bleibt somit aus. Auch die Erwartungen für die kommenden Monate sind überwiegend pessimistisch. 23,7 Prozent der Betriebe rechnen mit einer Verschlechterung, nur 19,7 Prozent mit einer Verbesserung. Zwar hat sich der Erwartungssaldo leicht verbessert, er bleibt jedoch unter dem Zehn-Jahres-Durchschnitt. Die wirtschaftliche Schwächephase dauert inzwischen seit vier Jahren an und wird als strukturelle Krise eingeordnet.
Der Konjunkturklimaindex liegt mit 94,5 Punkten weiterhin unter der Wachstumsschwelle von 100 Punkten, auch wenn er den höchsten Stand seit drei Jahren erreicht. Wachstum ist unter diesen Bedingungen nicht zu erwarten. Impulse aus dem Auslandsgeschäft bleiben ebenfalls aus, da mehr Unternehmen mit rückläufiger als mit steigender Exportnachfrage rechnen. Der Exportindikator liegt deutlich im negativen Bereich. Auch die Auftragslage ist angespannt, was sich in stark rückläufigen Auftragseingängen widerspiegelt. Die Kapazitätsauslastung der produzierenden Unternehmen ist auf den niedrigsten Stand seit 2009 gesunken. Die schwache Konjunktur wirkt sich zudem negativ auf Beschäftigungspläne und Investitionsbereitschaft aus.
Mehr Unternehmen planen Stellenabbau oder Einsparungen bei Investitionen als Neueinstellungen oder Investitionsausweitungen. Als größte Risiken gelten die schwache Binnennachfrage und unsichere wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Zusätzlich belasten steigende Arbeitskosten durch höhere Mindestlöhne und Sozialabgaben die Betriebe. Hohe Energie- und Rohstoffpreise verschärfen insbesondere für energieintensive Industrien die wirtschaftliche Situation im Rheinland.
Hier finden Sie das das Konjunkturbarometer Rheinland zum Jahresbeginn 2026 (nicht barrierefrei, PDF-Datei · 1724 KB).
