Existenzgründung

Zuschüsse

Zuschüsse können dazu beitragen, betriebliche Ziele zu erreichen und Projekte zu finanzieren. Da Zuschüsse grundsätzlich nicht zurückgezahlt werden müssen, sind sie sehr lukrativ, aber auch entsprechend rar gesät. An dieser Stelle wird ein Überblick gegeben, welche Zuschüsse in NRW für Gründungsvorhaben und Vorhaben etablierter Unternehmen in Frage kommen.

Gründungszuschuss

Existenzgründer, die zuvor arbeitslos waren und Arbeitslosengeld I bezogen haben, können zur Sicherung des Lebensunterhalts und zur sozialen Absicherung einen Gründungszuschuss beantragen. Ein Rechtsanspruch hierauf besteht jedoch nicht. Rechtsgrundlage ist das Sozialgesetzbuch III § 93.
Der Gründungszuschuss kann in zwei Phasen geleistet werden.
Für sechs Monate erhalten Gründer pro Monat einen Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes zur Sicherung des Lebensunterhaltes zuzüglich 300,00 Euro monatlich.
Für weitere neun Monate können 300,00 Euro pro Monat zur sozialen Absicherung geleistet werden, wenn eine intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische Aktivität dargelegt wird.
Die Leistung muss bei der örtlich zuständigen Agentur für Arbeit beantragt werden.

Weitere Einzelheiten sind in den folgenden Merkblättern nachzulesen
Auch Empfängerinnen und Empfänger von ALG II (Hartz IV) können bei den Grundsicherungsstellen (Jobcenter, ARGEn und Optionskommunen) eine Bezuschussung – das soge­nannte Einstiegsgeld – beantragen. Die Gewährung liegt im Ermessen des Trä­gers der Grundsicherung vor Ort; ein Anspruch auf Förderung besteht folglich nicht. Das Einstiegsgeld richtet sich nach der Dauer der Arbeitslosigkeit und der Größe der Bedarfsgemeinschaft. Gefördert werden maximal 75 Prozent des Regelbedarfs. Eine Förderung bis zu 24 Monaten ist möglich, in der Regel wird das Einstiegsgeld zunächst für 12 Monate gewährt.

Zuschüsse zur Unternehmensberatung

Zur Finanzierung der Unternehmensberatung und Inanspruchnahme von externem Experten-Know-how können Zuschüsse beantragt werden.

Beratungsprogramm Wirtschaft

Das Land Nordrhein-Westfalen bietet Gründungswilligen, die eine Unternehmungsberatung in Anspruch nehmen wollen, finanzielle Unterstützung.
Bezuschusst werden Beratungen  vor Aufnahme der Geschäftstätigkeit, die sich mit der Entwicklung, Prüfung und Umsetzung von Gründungskonzepten beschäftigen.
Förderumfang und Förderhöhe
  • Die Höhe des Zuschusses beträgt 50 Prozent des Tagewerksatzes, jedoch nicht mehr als 400 Euro je Tagewerk.
    Bei Neugründungen werden einmalig bis zu vier Tagewerke gefördert; insgesamt also höchstens 1.600 Euro.
    Die Förderung einer Gründungsberatung kann innerhalb von fünf Jahren nur einmal in Anspruch genommen werden.
  • Bei Betriebsübernahmen werden bis zu sechs Tagewerke bezuschusst, insgesamt also maximal 2.400 Euro.

Förderung von Unternehmensberatungen für KMU

Das Förderprogramm richtet sich an bereits gegründete Unternehmen. Zuständig für die Umsetzung des Programms ist das  Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
Die neue Richtline zur Förderung von Unternehmensberatungen für KMU wurde mit Wirkung zum 1. Januar 2023 beschlossen.
Ziel des Bundesprogramms „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU“ ist, die Erfolgsaussichten, die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit sowie die Beschäftigungs- und Anpassungsfähigkeit von kleinen und mittleren Unternehmen zu stärken. 
Antragsberechtigt sind laut der neuen Richtlinie gewerblich tätige Unternehmen sowie Angehörigen der Freien Berufe. Als Gründungsdatum zählt dabei bei gewerblich Tätigen Unternehmen der Tag der Gewerbeanmeldung bzw. des Handelsregisterauszugs, bei freiberuflich Tätigen ist das Datum der Anmeldung beim Finanzamt auschlaggebend.
Gefördert werden individuelle Beratungen zu allen wirtschaftlichen, finanziellen, personellen und organisatorischen Fragen der Unternehmensführung.
Über die Beratungen unterstützt das Förderprogramm gleichzeitig die ESF-rechtlichen bereichsübergreifenden Grundsätze zur Fachkräftesicherung und -bildung, Kostenersparungen oder Anpassung des Geschäftsmodells, Gleichstellung der Geschlechter, Chancengleichheit, Nichtdiskriminierung und zur ökologischen Nachhaltigkeit.
Die Bemessungsgrundlage für die Förderung liegt bei 3.500 Euro pro Beratung. Die Zuschusshöhe beträgt für Betriebsstätten in NRW 50 Prozent der förderfähigen Beratungskosten, maximal jedoch 1 750 Euro. Es können mehrere in sich abgeschlossene Beratungen gefördert werden, maximal zwei pro Jahr und maximal fünf innerhalb dieser Richtliniendauer bis zum 31. Dezember 2026.
Unternehmen, die sich zum Zeitpunkt der Antragstellung im ersten Jahr nach der Gründung befinden, müssen ein kostenloses Informationsgespräch mit einem regionalen Ansprechpartner führen. Unternehmen ab dem zweiten Gründungsjahr ist die Entscheidung über eine solche Gesprächsführung freigestellt. Eine Liste der Regionalpartner ist über die Leitstellen erhältlich. Die IHK Düsseldorf ist Regionalpartner für Unternehmen aus Düsseldorf und dem Kreis Mettmann.
Die Antragstellung von dem beratenen Unternehmen erfolgt online über die Antragsplattform des BAFA. Eine der eingeschalteten Leitstellen prüft den Antrag vor und informiert das antragsstellende Unternehmen über das Ergebnis. Erst nach Erhalt dieses Informationsschreibens darf mit der Beratung begonnen und ein Beratungsvertrag unterschrieben werden. Eine rückwirkende Förderung ist ausgeschlossen.

Potentialberatung NRW

Neuigkeiten bei der Programmfamilie „Potentialberatung NRW“
Ab dem 1. Juli 2022 wird die Potentialberatung NRW ergänzt um die Transformationsberatung mit dem Themenfeld “Green Economy” sowie um zwei zusätzliche Neustartberatungstage.
Potentialberatung NRW: 
Externe Beratung unter Beteiligung der Mitarbeitenden in mindestens einem der Themenfelder: Arbeitsorganisation, Kompetenzentwicklung und Qualifizierungsberatung, Demografischer Wandel, Digitalisierung oder Gesundheit. 
Maximal acht Beratungstage werden gefördert.
Transformationsberatung im Themenfeld „Green Economy“
Ziel der Transformationsberatung ist es, Unternehmen und ihre Beschäftigten dabei zu unterstützen, sich strategisch in Richtung einer klima- und umweltfreundlichen Wirtschaft zu entwickeln. Im Rahmen der strategischen Ausrichtung des Unternehmens in Richtung einer “Green Economy” sind zudem notwendigerweise Überlegungen und Aussagen zur Kompetenzentwicklung der Belegschaft verbunden.
Maximal 12 Beratungstage werden gefördert.
Neustartberatung: 
Neues Förderinstrument zur Unterstützung von Unternehmen, die aufgrund von Massenentlassungen personelle Umbrüche bewältigen müssen. Hierfür ist die Vorlage einer subventionserheblichen Erklärung zur Entlassungsanzeige gemäß § 17 Kündigungsschutzgesetz (KSchG) erforderlich. Mit den zwei Neustartberatungstagen soll die Belegschaft dabei unterstützt werden, sich auf einen beteiligungsorientierten Potentialberatungsprozess einzulassen und die Skepsis in der Belegschaft gegenüber einem Beratungsprozesses abgebaut werden. 
Der Beantragungsablauf der Transformationsberatung ist der gleiche wie zur Potentialberatung.
Förderhöhe in der gesamten Programmfamilie Potentialberatung NRW: 40 Prozent der Beratungskosten mit einem Maximum von 400 Euro Förderbetrag pro Beratungstag.
Bei beiden Beratungsprogrammen können zusätzlich die zwei vorbereitenden Neustartberatungstage genutzt werden (Förderhöhe 40 Prozent der Beratungskosten, max. 400 Euro pro Beratungstag), sofern die o.g. Voraussetzungen vorliegen. 
Weiterführende Informationen sind auf folgenden Internetseiten zu finden:

NRW.Gründerstipendium

Das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt innovative Gründerinnen , Gründer und Gründer-Teams mit einem monatlichen Stipendium in Höhe von 1.000 Euro für maximal ein Jahr.
Wer vor oder am Anfang der Existenzgründung steht, erhält durch das Stipendium die Chance, seine Geschäftsidee in einem zukunftsträchtigen Technologiebereich oder in Bezug auf neue innovative Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und zum Erfolg zu bringen.

Termine der Jurysitzungen des Gründerstipendiums.NRW:
Ort 
Termin
Ansprechpartner
Startplatz 
26.01.2023
Lorenz Gräf
Startercenter Düsseldorf   
08.02.2023
digihub
16.03.2023
Startplatz
30.03.2023
Startplatz
25.05.2023
digihub
20.07.2023
Tim Ohly
Startercenter NRW 
19.09.2023
Marina Friedman 
Startercenter Düsseldorf   
18.10.2023
digihub
30.11.2023

Fördervoraussetzungen

Die Fördervoraussetzungen und -bedingungen sind im Einzelnen in der 
geregelt.
Bewerbungen für das Stipendium werden durch akkreditierte und zertifizierte Gründungsnetzwerke angenommen. 
Die Startercenter NRW bei der 
  • Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf, 
  • Handwerkskammer Düsseldorf und beim 
  • Kreis Mettmann 
sind als gemeinsames Gründungsnetzwerk akkreditiert. 
Interessenten können sich an jeden der beteiligten Partner wenden.
Voraussetzung für eine Bewerbung ist die Einreichung eines aussagekräftigen Ideenpapiers. 
Alle Informationen rund um die Antragstellung und die dafür einzureichenden Unterlagen auf der folgenden Internetseite veröffentlicht: