International
Going International 2026
Die Ergebnisse der jüngsten Going-International-Umfrage zeigen ein angespanntes internationales Umfeld für nordrhein-westfälische Unternehmen auf.
Unsicherheiten prägen internationale Geschäfte
- Geschäftsperspektiven leicht verbessert: Weltweit rechnen nur 16 Prozent der Unternehmen mit besseren Auslandsgeschäften, 23 Prozent erwarten eine Verschlechterung.
- Handelshemmnisse auf Rekordniveau: Knapp drei Viertel berichten von einer Zunahme weltweiter Hürden, vor allem bei Zöllen, Zertifizierungs- und Sicherheitsanforderungen, verschärften Exportkontrollregelungen und intransparenter Gesetzgebung.
- Hürden in Deutschland und Europa steigen weiter: 87 Prozent der Unternehmen kämpfen mit deutscher und europäischer Bürokratie, besonders bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung, bei EU-Verpackungsregeln, Bürokratie durch Ausfuhrbehörden und Umsetzung von CBAM und EUDR.
- Verhaltene Einschätzung des EU-Mercosur-Abkommens: Die Vorteile des noch nicht in Kraft getretenen Abkommens sind für 52 Prozent der Unternehmen noch nicht ersichtlich. Unternehmen halten sich bei vorbereitenden Maßnahmen zunächst zurück.
Die Umfrage enthielt auch Fragen speziell nach den Folgen der handelspolitischen Spannungen mit den USA. Hier zeigt sich: Die Belastungen im Verhältnis zu diesem zentralen Handelspartner sind erheblich. Dabei macht den Befragten vor allem die Handelspolitik der US-Administration zu schaffen. 31 Prozent der Unternehmen planen, Investitionen in die USA zu vertagen, weitere 16 Prozent planen weniger Investitionen ein.
Die USA sind für die NRW-Wirtschaft weiterhin der drittwichtigste Exportmarkt. Wenn Zollankündigungen, Vorgaben und Verfahren sich laufend ändern, fehlt den Betrieben die notwendige Planungssicherheit. Das belastet nicht nur Unternehmen mit direktem US-Geschäft, sondern ganze Liefer- und Wertschöpfungsketten, so Ralf Schlindwein, Geschäftsführer International, IHK Düsseldorf.
Der Ausblick fällt insgesamt zurückhaltend aus. In einzelnen Weltregionen verbessern sich die Erwartungen, insgesamt überwiegen jedoch weiterhin die negativen Einschätzungen. Eine spürbare Erholung bleibt vorerst aus.
Der Umfragezeitraum (2. bis 13.02.2026) lag noch vor Beginn des aktuellen
Konfliktes im Nahen Osten. Die damit verbundenen Auswirkungen für Unternehmen sind daher nicht berücksichtigt.
Der Umfragezeitraum (2. bis 13.02.2026) lag noch vor Beginn des aktuellen
Konfliktes im Nahen Osten. Die damit verbundenen Auswirkungen für Unternehmen sind daher nicht berücksichtigt.
Gesamtergebnisse, Sonderauswertungen und Einordnungen
Über die nachfolgenden Webseiten stehen die ausführlichen Umfrageergebnisse sowie Analysen bereit:
- NRW-Auswertung und Analyse
(IHK.NRW e. V.)
- USA-Sonderauswertung
(Deutsche Industrie-und Handelskammer - DIHK)
- Bundesweite Auswertung und Analyse
(Deutsche Industrie- und Handelskammer - DIHK)
Hintergründe zur Umfrage
- Die Umfrage „Going International“ wird jährlich durch die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) mit Unterstützung der 79 Industrie- und Handelskammern in Deutschland erstellt.
- Umfragezeitraum: 2. bis 13. Februar 2026.
- Die aktuelle Bundesauswertung bezieht sich auf rund 2.400 auslandsaktive Unternehmen mit Sitz in Deutschland.
- Die Auswertung für NRW basiert auf Antworten von 462 Unternehmen.