Azubi-Umfrage: Gute Übernahmechancen und Praxisbezug überzeugen Auszubildende

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden hat auch in diesem Jahr die Auszubildenden des 1. Lehrjahres im gesamten Kammerbezirk nach ihren Erfahrungen befragt. Von 3.381 angeschriebenen jungen Leuten haben sich 637 (19 %) beteiligt. Der Befragungszeitraum lag im März und April 2026.
Die wichtigsten Ergebnisse lauten:
  • 78 Prozent erlernen ihren Wunschberuf.
  • 89 Prozent würden ihren Ausbildungsbetrieb weiterempfehlen. Hauptargumente sind das Betriebsklima, die Betreuung während der Ausbildung sowie das Image der Unternehmen.
  • 91 Prozent sehen gute Übernahme- und Karrierechancen nach der Ausbildung.
  • 94 Prozent gaben an, dass praktische Tätigkeiten und der unmittelbare Einstieg in den Berufsalltag wichtige Gründe für eine Ausbildung waren.
  • 85 Prozent nennen Praktika und 51 Prozent das persönliche Umfeld (Eltern, Freunde, Verwandte und Bekannte) als wichtigste Einflüsse auf die Berufswahl.
  • 29 Prozent erhielten bereits nach der ersten Bewerbung eine Zusage für die Ausbildung.
„Viele der Ergebnisse entsprechen in etwa denen der Vorjahre, wobei uns besonders die hohe Zufriedenheitsrate mit der eigenen Ausbildung freut. Die Rückmeldungen machen deutlich, dass junge Menschen sehr bewusst auf Zukunftsaussichten und Arbeitsbedingungen achten. Unternehmen punkten demzufolge immer dann, wenn sie interessante und praxisnahe Aufgaben, ein positives Betriebsklima und gute Entwicklungsmöglichkeiten bieten.“
resümiert Torsten Köhler, Geschäftsführer Bildung der IHK Dresden die aktuellen Ergebnisse.
Die Umfrage lässt darüber hinaus Trends erkennen, die aus IHK-Sicht einer aufmerksamen Beobachtung bedürfen. So liefert die Erhebung erstmals Daten zu Beschäftigungsverhältnissen vor der Ausbildung, wonach 26 Prozent vor Lehrbeginn bereits ungelernt gearbeitet haben - 65 Prozent davon länger als sechs Monate, 24 Prozent sogar in Vollzeit. Als Gründe werden Zeitüberbrückung, persönliche Gründe und Unsicherheiten bei der Berufswahl angegeben.
Die Umfrageergebnisse verdeutlichen außerdem, dass die Erreichbarkeit von Berufsschule und Ausbildungsbetrieb ein wichtiges Thema bei der Berufswahl bleibt. Mehr als ein Viertel der Jugendlichen benötigt zwischen 60 und 120 Minuten für den Weg zur Berufsschule. Öffentliche Verkehrsmittel spielen für die Weg zu Schule und Betrieb weiterhin eine zentrale Rolle. Der Anteil der Auszubildenden, die aufgrund zu großer Entfernungen ein Ausbildungsangebot ablehnten, beträgt 24 Prozent. Rund 14 Prozent sind für ihre Ausbildung umgezogen. Etwa 18 Prozent nutzen einen Wohnheimplatz oder eine Wohnung am Berufsschulstandort.
Unterrichtsausfall bleibt für viele Jugendliche ebenfalls ein Thema, wobei der Anteil der häufig von Unterrichtsausfall betroffenen Jugendlichen im Vergleich zum Vorjahr weiter ansteigt. Rund 18 Prozent gaben an, oft oder sehr oft von Unterrichtsausfall betroffen zu sein.
Künstliche Intelligenz (KI) ist inzwischen Teil des Ausbildungsalltags, wie die neu aufgenommenen Fragen zeigen. Rund 64 Prozent nutzen KI-Anwendungen in ihrer Freizeit, knapp 50 Prozent bereits in der Berufsschule, in der betrieblichen Ausbildung sind es 20 Prozent.