Wettbewerbsfähigkeit der Tourismusunternehmen dauerhaft und integrativ stärken

In ihrem Positionspapier „Wettbewerbsfähigkeit der Tourismusunternehmen dauerhaft und integrativ stärken“ unterstreicht die IHK Dresden, dass eine resiliente Tourismuswirtschaft nach den Krisenjahren vor allem durch dauerhafte Verankerung von Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Digitalisierung gestärkt werden muss. Sie betont außerdem die zentrale Bedeutung von Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil touristischer Angebote und warnt vor einer unübersichtlichen Vielzahl an wenig branchenspezifischen Nachhaltigkeitssiegeln. Schließlich kritisiert sie, dass aktuelle Landeskonzepte zu stark auf Strukturen und Marketing fokussiert sind und die Leistungsfähigkeit der Betriebe stärker berücksichtigen sollten.
Nach der Vielzahl an Krisen muss das Ziel für den Tourismus eine stärkere Resilienz sein: Mit besserer Wettbewerbsfähigkeit, mehr Innovationen und einer umfassenden Digitalisierung. Dabei sind diese Themen nicht nur punktuell durch z.B. Wettbewerbe zu fördern, sondern müssen in den vorhandenen touristischen Strukturen und Fördermöglichkeiten dauerhaft verankert werden.
Die Tourismuswirtschaft beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren unter wechselnden Überschriften mit dem Thema Nachhaltigkeit. Dabei steht außer Frage, dass ein intaktes natürliches Angebot die Basis für einen zukunftsfähigen Tourismus ist. Hinzu kommen eine besondere Verantwortung für faire Arbeitsbedingungen sowie die Stärkung einer nachhaltigen regionalen Wirtschaft. Schon allein aus betriebswirtschaftlichen und/oder konzeptionellen Gründen werden bereits viele nachhaltige Maßnahmen in den Betrieben umgesetzt. Kritisch wird allerdings die aktuelle Fokussierung auf Nachhaltigkeitssiegel gesehen. Die entstandene Siegelflut im Bereich Nachhaltigkeit setzt sehr unterschiedliche Maßstäbe an und berücksichtigt häufig nicht die Branchenspezifika. Hier darf nicht vergessen werden, dass es sich bei Nachhaltigkeit um ein Grundsatzthema handelt, welches von der Nachfrage bestimmt wird. Es muss also darum gehen, Nachhaltigkeit als selbstverständlichen Teil des touristischen Angebots zu integrieren.
Auf Landesebene wurde kürzlich ein „Grundlagenpapier Nachhaltigkeit im Tourismus in Sachsen“ durch die TMGS unter Führung des SMWK erarbeitet. Dabei liegt der Fokus zu sehr auf Strukturen und begleitenden Marketing- und Kommunikationsstrategien und zu wenig auf der Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit der Tourismusbetriebe. Hier muss in den nachfolgenden Arbeitsgruppen nachgebessert werden.