Vereinbarkeit von Beruf und Familie und Hebung vorhandenen Fachkräftepotentials

Aktuelle gesetzliche und strukturelle Rahmenbedingungen – wie das Teilzeit- und Befristungsgesetz, die kalte Progression, das Ehegattensplitting im Steuerrecht sowie die zunehmende Flexibilisierung des Renteneintritts und wachsende Anforderungen an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie – beeinflussen das tatsächliche Ausschöpfen von Arbeitskräftepotenzialen.
Dabei bietet insbesondere eine gut gestaltete Flexibilisierung von Arbeitszeiten Chancen: Sie kann sowohl die Motivation von Beschäftigten steigern als auch die Attraktivität von Unternehmen als Arbeitgeber erhöhen. Gleichzeitig muss verhindert werden, dass bestehende Anreize und Regularien unbeabsichtigt zur Arbeitszeitverkürzung oder zum frühzeitigen Rückzug aus dem Erwerbsleben führen – beides verschärft die Fachkräftesituation zusätzlich.
Aus Sicht der Wirtschaft braucht es:
  • verlässliche gesetzliche Rahmenbedingungen, um flexible Arbeitszeitmodelle anbieten zu können – z. B. durch die Modernisierung des Arbeitszeitgesetzes (Stichwort: Vertrauensarbeitszeit, Wochenarbeitszeitmodelle).
  • Überprüfung und Anpassung bestehender Regelungen wie das Ehegattensplitting oder die vorzeitige Altersrente auf ihre arbeitsmarktpolitische Wirkung – mit dem Ziel, Anreize für mehr Erwerbsbeteiligung, auch in Teilzeit oder nach Renteneintritt, zu schaffen.
  • Eine Abkehr der Förderung von Modellen zur Verringerung der Arbeitszeit und eine Hinwendung zur Förderung von Vollzeitbeschäftigung.
  • Kinderbetreuung und Kindertageseinrichtungen, die so weiterentwickelt werden, dass hohe pädagogische Qualität gesichert, ausreichende Kapazitäten vorausschauend und am jeweiligen regionalen Bedarf orientiert bereitgestellt und zugleich verlässliche, flexible Angebote für Familien gewährleistet werden.
  • Gut ausgestattete Kitas und Schulen, um den Bildungsauftrag für Kinder zu stärken, Eltern die Aufnahme oder Ausweitung ihrer Erwerbstätigkeit zu ermöglichen > dies sind zentrale Standortfaktoren – gerade in Regionen mit strategischen Industrieansiedlungen, in denen eine solide Versorgung mit Kita- und Schulplätzen entscheidend für die Gewinnung und langfristige Bindung von Fachkräften ist.“