Tourismus als Querschnittsindustrie unterstützen

Die IHK Dresden hebt hervor, dass die Corona‑Krise das mangelnde Verständnis für den Tourismus als Querschnittsindustrie offenbart hat und fordert von der Politik ein klares, nachhaltiges Bekenntnis zu diesem bedeutenden Wirtschafts‑ und Standortfaktor sowie eine ressortübergreifende Koordinierung und bessere interministerielle Zusammenarbeit zur Stärkung der Branche.
Der Umgang mit der Corona-Krise hat an vielen Stellen ein mangelndes Tourismusverständnis der unterschiedlichsten Akteure (Einheimische, Gäste, Presse, Politik) offenbart. Dieses resultiert vor allem aus der unzureichenden Sichtbarkeit und mangelnden Wertschätzung der Tourismusbranche, welche in Sachsen allein im Jahr 2018 mehr als 8,1 Milliarden Euro Bruttoumsatz generiert hat. Es wird häufig nicht gesehen, dass Tourismus neben den direkten Einkommens- und Steuereffekten auch die Lebensqualität vor Ort steigern kann. Die zusätzliche Nachfrage durch Gäste führt dazu, dass Infrastrukturangebote vor Ort besser ausgelastet und ökonomisch tragfähiger werden. Dadurch werden verschiedene Angebots- und Versorgungselemente gesichert, z. B. Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie-, Freizeit- und Unterhaltungsangebote, Kommunikations- und Verkehrsinfrastrukturen, aber auch Einrichtungen der ärztlich-medizinischen Versorgung. Unzureichendes Wissen über das System Tourismus führt dazu, dass der Tourismus oftmals auf das Gastgewerbe reduziert wird, zugleich aber als „Sündenbock“ für eine Reihe von Problemen verantwortlich gemacht wird. Hier braucht es zukünftig mehr Binnenmarketingaktivitäten in allen touristischen Strukturen.
Wir fordern von der Politik ein klares und nachhaltiges Bekenntnis zum Tourismus als wichtigen Wirtschafts- und Standortfaktor. Dies ist durch die Vielzahl an Krisen wichtiger denn je und muss von allen politischen Vertretern von der Gemeinde- über die Landkreis- bis hin zur Landesebene bewusst kommuniziert und gelebt werden.
Angesichts der Komplexität der touristischen Leistung wird empfohlen, von Tourismusindustrie zu sprechen.
Tourismus als Querschnittsaufgabe benötigt eine ressortübergreifende Koordinierung. Hier ist es nach wie vor dringend erforderlich, die interministerielle Zusammenarbeit (insbesondere mit dem SMWA) zu verbessern. Dies ist mit Nachdruck durch das sächsische Kultur- und Tourismusministerium zu bewegen. Konkret wird eine interministerielle Arbeitsgruppe mit entsprechenden Entscheidungsbefugnissen gefordert, welche sich auch mit dem Masterplan Tourismus Sachsen befasst.