Öffentliche Beschaffung als Innovationstreiber und Motor für Gründer

Aufträge der öffentlichen Hand fordern meist Unternehmen mit langjähriger Erfahrung. Erfahrungswerte aus anderen öffentlichen Projekten werden hochgehalten, da sie bei knappen Ressourcen erst einmal einfach zu handhaben sind, um die Leistungsfähigkeit von Betrieben einzuschätzen. Sie beziehen sich allerdings auf die Vergangenheit und gelten in einigen Sektoren zunehmend als innovationshemmend. Die Ausgestaltungen öffentlicher Ausschreibungen müssen Möglichkeiten bieten, innovative Produkte und Lösungen und StartUp’s in der öffentlichen Beschaffung zu berücksichtigen. Defizite ergeben sich derzeit durch eine starke Preisorientierung öffentlicher Vergaben, einer mangelnden Bereitschaft zur Ablösung konventioneller durch innovative Produkte sowie vergaberechtliche Barrieren.
Lösungsansätze sind:
  • Transparenz durch frühzeitige und strukturierte Präsentation öffentlicher Bedarfe, fördert zielgenaue Beschaffungen
  • Öffnung für Innovationen in der Leistungsbeschreibung, für innovative Beschaffung benötigt es individuelle Vergabeverfahren
  • Zulassung von Nebenangeboten um die Realisierung innovativer Lösungen zu begünstigen
  • nachzuweisende Eignungsanforderungen auf ein verhältnismäßiges Maß reduzieren und auf vergabefremde Kriterien verzichten
  • Verzicht auf Umsatznachweise der letzten drei Geschäftsjahre und Gründer bzw. junge Unternehmen in ausgewählte Lose einbinden
  • regelmäßige Fachaustausche zu Marktentwicklungen und Technologietrends
  • aktive Vergabe von öffentlichen Aufträgen an Unternehmen, die nicht älter sind als fünf Jahre