Industriepolitik nachhaltig und sicher gestalten

Die europäische und damit auch die sächsische Industrie steht seit langem in einem harten globalen Wettbewerb. Dieser Wettbewerb wird sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Unternehmen z. B. aus den USA, der VR China und Indien erobern zunehmend Marktanteile. Was oft aggressiv politisch flankiert wird, z. B. durch Subventionen oder staatliche Versuche Normungsmacht auszuüben. Insbesondere bei wettbewerbsentscheidenden, innovativen Technologien intensiviert sich ein unfaires Marktverhalten dieser Akteure. Hinzu kommt, dass sich die Wettbewerbsbedingungen innerhalb des Binnenmarktes nicht nur im Vergleich zu anderen Weltregionen unattraktiv entwickeln. Um den sächsischen Unternehmen langfristig eine Marktstruktur zu erhalten, in der sich die besten Produkte und Lösungen in einem fairen Wettbewerb durchsetzen können, muss die EU dafür Sorge tragen, negative Einflüsse aus Drittstaaten abzuwehren und durch eigene politische Flankierung Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Zukunftsweisende nachhaltige Technologien, Industrien und Know-how müssen ebenso gezielt unterstützt werden wie die weltmarktgerechte nachhaltige Transformation der sogenannten „Old Economy“. Diese Anstrengungen müssen von Innovationsförderungen als auch robusten Maßnahmen gegen sogenannte „Technologieverluste“ und den Missbrauch von IPRs begleitet werden.
Lösungsansätze sind:
  • Die europäischen Partner sind aufgefordert, europäische Interessen in den Normungs- und Standardisierungsgremien offensiver zu vertreten.
  • Die europäische Industrieförderpolitik muss sich stärker durch Harmonisierung und Kohärenz auszeichnen, wobei die Grundmaximen Technologieführerschaft, Innovationskraft und Weltmarktfähigkeit im Vordergrund stehen müssen.
  • Die EU ist gefordert, geoökonomischen Bestrebungen Dritter, die in und auf den Binnenmarkt wirken, entschieden und defensiv zu begegnen. Soweit Instrumente für diese Auseinandersetzung fehlen, sind sie zu entwickeln. Ziel muss es sein, die wirtschaftlichen Interessen der EU-Partner zu schützen und im europäischen Interesse durchzusetzen.
  • Bestehende Instrumente, Regularien und Gesetzte müssen konsequent von allen Mitgliedsstaaten umgesetzte werden. Diese Muss dem Ziel dienen den Binnenmarkt als einen fairen und freien Handelsraum mit klaren Regeln für alle Marktteilnehmer zu erhalten.