Wirtschaft vor Ort

Nachhaltigkeit als Chance für Betriebe

Das diesjährige Wirtschaftsgespräch der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund in Holzwickede beleuchtete die aktuellen Entwicklungen in der Gemeinde und rückte die Bedeutung nachhaltigen Wirtschaftens für Unternehmen in den Fokus. Zusammen mit IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber konnte die IHK-Regionalbetreuerin Maike Fritzsching, Geschäftsführerin Berufliche Bildung und Fachkräftesicherung, zu diesem Anlass rund 50 interessierte Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung im schönen Emscherquellhof begrüßen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Thorsten Wagner, dem früheren Chefredakteur von Antenne Unna.
Wagner konnte in der angeregten und kurzweilen Podiumsdiskussion neben Bürgermeister Till Knoche und Stefan Schreiber auch Wirtschaftsförderer Patrick Wenig um Antworten bitten. Gemeinsam diskutierten sie die wirtschaftliche Entwicklung Holzwickedes, die Attraktivität des Standortes sowie Zukunftsfragen rund um Fachkräfte und Gewerbeflächen. Knoche betonte dabei die gute Verkehrsanbindung der Gemeinde an die Autobahn 40 und den Dortmund Airport. „Für die Attraktivität unserer Gemeinde sind das die großen Pluspunkte, genauso wie der Wohnungsbau und unser Mobilitätskonzept.”
Schreiber betonte den vorteilhaften Mix aus Handel, Industrie und Dienstleistungen vor Ort und sagte: „Holzwickede hat eine sehr gesunde Wirtschaftsstruktur.” Das spiegelt sich deutlich in der positiven Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wider, deren Zahl aktuell bei gut 10.300 liegt – im Vergleich zum Jahr 2010 ein deutliches Plus von rund 30 Prozent.
Lob für kluge Wirtschaftsflächenpolitik
Ein großer Wachstumstreiber war über die Jahre hinweg der Gewerbepark ECO PORT am Airport Dortmund, der nun um die acht Hektar große Fläche „ECO PORT Süd“ erweitert wird und insgesamt 17 neue Gewerbegrundstücke bietet. „Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie vorausschauende und kluge Wirtschaftsflächenpolitik funktionieren sollte“, lobte Schreiber an die Adresse von Bürgermeister Knoche und die WFG Kreis Unna. „Nur wer diese Flächen vorhält, ist für Erweiterungswünsche der ansässigen Unternehmen und Anfragen neuer Investoren gut vorbereitet.“
Schreiber machte zudem die Fachkräftesicherung und die duale Berufsausbildung zum Thema. Auch hier steht die Gemeinde gut da. Im Vergleich zum Vorjahr lag die Zahl der neue Ausbildungsverträge Ende Mai bei insgesamt bei 23 (ein Plus von 15 Prozentpunkten/2025: 20 Verträge). Auch die zunehmende Bedeutung einer strategischen Vorsorgeplanung für Unternehmen wurde intensiv diskutiert. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten, Cyberrisiken, Energiefragen und struktureller Veränderungen sei es wichtiger denn je, sich frühzeitig auf unterschiedliche Krisenszenarien vorzubereiten.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion widmete sich die Veranstaltung dem Schwerpunktthema Nachhaltigkeit. Mit seinem Vortrag „Nachhaltigkeit im Betrieb – lästige Pflicht oder unternehmerische Chance“ zeigte Johannes Auge, Geschäftsführer der B.A.U.M. Consult GmbH aus Hamm, auf, welche Bedeutung nachhaltiges Wirtschaften inzwischen für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen besitzt und welche Chancen sich daraus ergeben können. Dabei ging es unter anderem um aktuelle Anforderungen, betriebliche Umsetzungsmöglichkeiten sowie strategische Vorteile nachhaltiger Unternehmensführung.
Anschließend informierte Tim Paul Broszio, IHK-Fachreferent für Nachhaltiges Wirtschaften, über aktuelle Angebote der IHK. Neben den seit vielen Jahren etablierten Energie Scouts gibt es mittlerweile auch die Circularity Scouts: eine kostenlose Zusatzqualifikation für Auszubildende, die sich in ihren Ausbildungsbetrieben unter anderem intensiv mit Recycling und CO2-Bilanzierung beschäftigen. Ein weiteres Angebot: der IHK-Check für KMU. Dieser Service bietet Unternehmen einen praxisnahen Einstieg in ein systematisches Nachhaltigkeitsmanagement.
1. Juli 2026