Offene Märkte bringen Chancen für IHK-Unternehmen aus der Region

Jahrzehntelang wurde verhandelt: Nun ist der Weg frei für das EU-Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Auch die IHK zu Dortmund begrüßt die Zustimmung:
Nach mehr als 25 Jahren schafft das EU-Mercosur-Abkommen endlich Zugang zu den vier Märkten, zu wichtigen Rohstoffen und es stärkt die Investitionschancen. Das Abkommen setzt damit ein Signal gegen Abschottung und für die regelbasierte Welthandelsordnung. Die Einigung hat auch gezeigt: Europa kann handeln und bietet damit auch Chancen für die IHK-Unternehmen aus Dortmund, Hamm und dem Kreis Unna.
𝗗𝗶𝗲 𝗩𝗼𝗿𝘁𝗲𝗶𝗹𝗲 𝗱𝗲𝘀 𝗔𝗯𝗸𝗼𝗺𝗺𝗲𝗻𝘀:
𝗪𝗮𝗰𝗵𝘀𝘁𝘂𝗺𝘀𝗶𝗺𝗽𝘂𝗹𝘀𝗲:
Das Abkommen schafft Wachstumsimpulse für die Exportwirtschaft, verbessert den Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen und baut tarifäre wie nicht-tarifäre Handelshemmnisse ab.
𝗩𝗲𝗿𝗲𝗶𝗻𝗳𝗮𝗰𝗵𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗞𝗼𝘀𝘁𝗲𝗻𝘀𝗲𝗻𝗸𝘂𝗻𝗴:
Rund 92 Prozent der Importzölle sollen schrittweise abgeschafft werden. Das schafft mehr Wettbewerb, niedrigere Preise und größere Auswahl für Verbraucher in Europa. Auch exportorientierte Unternehmen aus NRW werden durch den Abbau von Zöllen mit den vier Staaten, die Teil des Abkommens sind, entlastet.
𝗦𝘁𝗮𝗯𝗶𝗹𝗲𝗿𝗲 𝗟𝗶𝗲𝗳𝗲𝗿𝗸𝗲𝘁𝘁𝗲𝗻:
Der Zugang zu wichtigen Rohstoffen wird erleichtert. Unternehmen können ihre Lieferketten durch den neu hinzugewonnenen Markt stabilisieren. Ein zentraler Faktor für Versorgungssicherheit und den Abbau von strategischen Abhängigkeiten. Auch gegenüber starken Drittstaaten – beispielsweise USA und China – gewinnt die EU Wettbewerbsvorteile aus dem Abkommen. Zwar kann der Mercosur-Raum den schwieriger werdenden Handel mit den USA und China nicht ersetzen, aber er bietet einen neuen Absatzmarkt und einen neuen Handelspartner an der Seite der EU.
𝗩𝗲𝗿𝗯𝗲𝘀𝘀𝗲𝗿𝘁𝗲 𝗥𝗮𝗵𝗺𝗲𝗻𝗯𝗲𝗱𝗶𝗻𝗴𝘂𝗻𝗴𝗲𝗻:
Unternehmen profitieren von besseren Rahmenbedingungen, etwa beim Schutz geistigen Eigentums, bei Wettbewerbsregeln und bei (phyto-)sanitären Standards.
Das EU-Mercosur-Abkommen stärkt Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und geopolitische Handlungsfähigkeit Europas – und ist aus Sicht der IHK zu Dortmund ein notwendiger Schritt in einer zunehmend angespannten Weltwirtschaft. Derzeit sind rund 85 Prozent der europäischen Ausfuhren in die Mercosur-Staaten mit Zöllen belegt. Das verursacht beachtliche Zusatzkosten beim bilateralen Handel von rund vier Milliarden Euro jährlich. Laut Angaben der EU-Kommission können durch das Abkommen die jährlichen EU-Exporte in den Mercosur um bis zu 39 Prozent steigen. Dadurch können 440.000 Jobs in der EU entstehen. Insgesamt exportieren 12.500 deutsche Unternehmen in die Region, davon 72 Prozent kleine und mittlere Betriebe.
„Mit dem neuen Abkommen werden sich auch für mittelständische Betriebe neue lohnende Märkte erschließen, die bisher eher eine geringe Rolle spielen. Das Abkommen ist gerade dafür da, Risiken im Handelsgeschäft mit Südamerika zu minimieren, in dem es den Austausch von Waren und Dienstleistungen klar regelt“, so die Einschätzung von Wulf-Christian Ehrich, stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK zu Dortmund und fachpolitischer Sprecher Außenwirtschaft der IHKs in NRW. „Wir unterstützen unsere Mitgliedsunternehmen bei der strategischen Marktvorbereitung - mit Beratung, Workshops und praxisnahen Informationen“, so Ehrich weiter.
14. Januar 2026