Energie, Umwelt und Nachhaltigkeit
Strom- und Gasmärkte im Blick: Informationsquellen für Unternehmen
Wie entwickeln sich die Strom- und Gaspreise? Welche Rolle spielen Stromerzeugung, Gasspeicher und Importe? Verlässliche Marktdaten helfen Unternehmen, Energiekosten einzuordnen und Beschaffungsentscheidungen vorzubereiten. Die folgenden Informationsangebote bieten Zugang zu Preisentwicklungen, Versorgungsdaten und Hintergrundwissen.
Strommarkt und Börsenpreise beobachten
SMARD bietet interaktive Grafiken zu Stromerzeugung, Stromverbrauch, Großhandelspreisen und grenzüberschreitendem Stromhandel. Hintergrundartikel erläutern Marktmechanismen und aktuelle Entwicklungen. Unternehmen erhalten einen verständlichen Einstieg in das Marktgeschehen und können Daten für eigene Auswertungen kostenfrei herunterladen.
Die Energy-Charts bereiten Daten zu Stromerzeugung, erneuerbaren Energien, Börsenpreisen sowie Stromimporten und -exporten grafisch auf. Zeitverläufe und Ländervergleiche helfen, Zusammenhänge zwischen Erzeugung und Preisen zu untersuchen. Für Unternehmen mit flexiblem Stromverbrauch kann dies Ansatzpunkte für ein gezieltes Lastmanagement liefern.
Die European Energy Exchange stellt Marktdaten zu Strom und Erdgas bereit, darunter Preise für künftige Lieferzeiträume am Terminmarkt. Diese bieten Orientierung für die längerfristige Energiebeschaffung und die Einordnung von Lieferangeboten. Umfangreiche historische Daten und professionelle Datenprodukte sind teilweise kostenpflichtig.
EPEX SPOT veröffentlicht Preise und Handelsvolumina des kurzfristigen Stromhandels, insbesondere für den Day-Ahead- und Intraday-Markt. Das Angebot ist vor allem für Unternehmen interessant, die börsenpreisabhängige Lieferverträge nutzen oder Verbrauchszeiten flexibel gestalten können. Ergänzende Datenprodukte sind teilweise kostenpflichtig.
Die Transparenzplattform der europäischen Übertragungsnetzbetreiber bündelt Daten zu Stromerzeugung, Verbrauch, Übertragung und Regelenergie. Sie eignet sich insbesondere für vertiefende Analysen und länderübergreifende Vergleiche. Unternehmen mit energiewirtschaftlichem Fachwissen können damit die europäische Vernetzung des Strommarktes genauer untersuchen.
Gasversorgung, Speicher und Importströme verfolgen
Die Plattform von Gas Infrastructure Europe zeigt täglich gemeldete Gasspeicherbestände sowie Ein- und Ausspeicherungen. Historische Zeitreihen ermöglichen Vergleiche mit früheren Jahren und zwischen Ländern. Unternehmen können damit die saisonale Entwicklung der Speicherbefüllung verfolgen; der verlinkte Einstieg führt zur Deutschlandansicht.
Die Bundesnetzagentur veröffentlicht eine Lagebewertung sowie Grafiken zu Gasimporten und -exporten, Speicherfüllständen, Verbrauch und Großhandelspreisen. Auch der Gasverbrauch der Industrie wird dargestellt. Für Unternehmen bietet die Seite einen kompakten Überblick über die Versorgungslage in Deutschland und deren behördliche Einordnung.
ALSI ergänzt die Gasspeicherdaten um Informationen zu Flüssigerdgas, kurz LNG. Die Plattform von Gas Infrastructure Europe veröffentlicht täglich Daten zu Beständen in LNG-Terminals und zur Gasabgabe an das Netz. Damit lässt sich der Beitrag dieser Infrastruktur zur europäischen Gasversorgung nachvollziehen.
Das Dashboard der europäischen Fernleitungsnetzbetreiber veranschaulicht Gasflüsse und Versorgungsrouten in Karten und Diagrammen. Es bündelt Informationen zu Pipeline- und LNG-Zuflüssen sowie Speichern. Besonders für gasintensive Unternehmen kann es hilfreich sein, Veränderungen der europäischen Lieferströme und Importwege zu verfolgen.
Unternehmenspreise und weitere Kostenbestandteile einordnen
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht halbjährliche Durchschnittspreise für Strom und Erdgas, auch für Nichthaushaltskunden wie Unternehmen. Die Aufteilung nach Verbrauchsgruppen ermöglicht eine gezieltere Einordnung des eigenen Preisniveaus. Beim Vergleich sollten die passende Verbrauchsklasse und die jeweils enthaltenen Steuern und Abgaben berücksichtigt werden.
Die Strompreisanalyse des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft zeigt Preisentwicklungen für Haushalte und Industrie und erläutert die einzelnen Preisbestandteile. Dazu zählen Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und Umlagen. Unternehmen können damit nachvollziehen, welche Komponenten die Stromkosten beeinflussen.
Auf ihrer gemeinsamen Plattform veröffentlichen die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber unter anderem die KWKG-Umlage, die Offshore-Netzumlage und den Aufschlag für besondere Netznutzung. Das Angebot unterstützt Unternehmen dabei, weitere Bestandteile des Strompreises nachzuvollziehen und bei der Kostenplanung zu berücksichtigen.
Marktdaten richtig einordnen
Börsenpreise bilden einen Teil der betrieblichen Energiekosten ab. Hinzu kommen unter anderem Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen. Deshalb sollten Unternehmen beim Vergleich mit ihrem Lieferpreis darauf achten, welche Kostenbestandteile die jeweilige Datenquelle ausweist.
Auch Gasspeicherfüllstände sollten im Zusammenhang mit weiteren Faktoren betrachtet werden: Für die Versorgungslage sind unter anderem Pipeline- und LNG-Importe, die verfügbare Infrastruktur und die Nachfrage entscheidend.
Bei Vergleichen ist außerdem auf den Datenstand, den betrachteten Zeitraum und die Einheit zu achten: 10 Euro je Megawattstunde entsprechen 1 Cent je Kilowattstunde.
Stand: 27. Oktober 2026.