Tourismus

IHK-Tourismusforum Ruhr 2026

Rund 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Tourismus, Kommunen und Regionalentwicklung kamen in der Sparkassenakademie Dortmund zum IHK-Tourismusforum Ruhr 2026 zusammen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie die Internationale Gartenausstellung (IGA) 2027 dazu beitragen kann, das Ruhrgebiet als gemeinsame Region stärker sichtbar zu machen und wirtschaftliche Impulse auszulösen.
Dass die IGA 2027 weit mehr sein kann als eine klassische Gartenausstellung, wurde durch die Veranstaltung der Ruhr-IHKs deutlich. Im Fokus stand die Entwicklung einer starken Regionsmarke, die die Vielfalt der Städte im Ruhrgebiet sichtbar macht und zugleich ein gemeinsames Bild nach außen vermittelt.

Aufbau einer erfolgreichen Stadt- und Regionsmarke

Den wissenschaftlichen Einstieg lieferte Prof. Dr. Bernd Schabbing von der International School of Management. Er machte deutlich, dass erfolgreiche Stadt- und Regionsmarken nicht durch Logos oder Werbekampagnen entstehen, sondern durch die Bilder und Vorstellungen, die Menschen mit einem Ort verbinden. Für das Ruhrgebiet bedeute dies, die individuellen Stärken seiner Städte zu bewahren und gleichzeitig als gemeinsame Region erkennbar zu sein.
Wie dieser Ansatz konkret umgesetzt werden kann, zeigten Sylvia Weigner von der IGA gGmbH und Axel Biermann von der Ruhr Tourismus GmbH. Die IGA 2027 verbinde Landschaft, Kultur, Freizeit und Stadtentwicklung und könne so dem Ruhrgebiet eine zusätzliche nationale und internationale Sichtbarkeit verschaffen. Entscheidend sei jedoch, die Aufmerksamkeit langfristig zu nutzen. Wirtschaftliche Effekte entstehen vor allem dann, wenn Besucherinnen und Besucher länger bleiben, mehrere Orte der Region entdecken und später erneut zurückkehren.
Die Rahmenbedingungen dafür sind vielversprechend: Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete das Ruhrgebiet rund 2,3 Millionen Gästeankünfte und damit 4,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Übernachtungen stieg um 3,1 Prozent auf rund 4,4 Millionen. Besonders dynamisch entwickelte sich der internationale Markt mit einem Zuwachs von 11,7 Prozent bei den Gästeankünften aus dem Ausland. Gleichzeitig wurde deutlich, dass positive Gesamtzahlen allein noch keinen nachhaltigen Erfolg garantieren. Entscheidend ist, dass die steigende Aufmerksamkeit auch bei den Unternehmen vor Ort ankommt.

Historischer Blick auf die IBA

Einen historischen Blick auf die Bedeutung großer Strukturprojekte warf Prof. Dr. Christoph Zöpel. Mit dem Verweis auf die Internationale Bauausstellung Emscher Park zeigte er, wie ein zeitlich begrenztes Großereignis langfristige Veränderungen anstoßen kann. Die IGA 2027 biete eine ähnliche Chance, neue Impulse für die Entwicklung der Region zu setzen und dauerhaft sichtbare Projekte zu schaffen.
Wie diese Potenziale konkret genutzt werden können, verdeutlichten Gerlinde Gründer (Stadt Voerde), Dirk Slawetzki (Stadt Gelsenkirchen), Thomas Reichling (Stadt Dortmund) und Sophie Jütte (EN-Agentur) anhand praxisnaher Beispiele aus der Region. Die vorgestellten Projekte machten deutlich, dass die IGA ihre größte Wirkung dann entfalten kann, wenn die entstandenen Angebote dauerhaft bestehen, miteinander verknüpft werden und Besucher die Region als zusammenhängenden Erlebnisraum wahrnehmen.

Fazit der Veranstaltung

Die zentrale Botschaft des IHK-Tourismusforums Ruhr 2026 lautet: Die IGA 2027 ist kein Selbstzweck, sondern eine große Chance für das Ruhrgebiet. Gelingt es, die entstandenen Angebote dauerhaft zu nutzen, die gewonnene Aufmerksamkeit aufrechtzuerhalten und Gäste zu wiederkehrenden Besuchern zu machen, kann die Region langfristig profitieren. Dann wird die IGA nicht nur ein erfolgreiches Veranstaltungsjahr sein, sondern ein weiterer Baustein für eine starke, gemeinsame Zukunft des Ruhrgebiets als attraktiver Standort zum Reisen, Leben, Arbeiten und Investieren. Wie Simone Bergmann (Geschäftsführerin der IHK zu Dortmund) zum Abschluss betonte, entsteht der entscheidende Mehrwert dann, wenn Gäste länger bleiben, weitere Menschen mitbringen und sich daraus steigende Umsätze für die Unternehmen der Region ergeben.
Rund 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Tourismus, Kommunen und Regionalentwicklung verfolgten die Veranstaltung in der Sparkassenakademie Dortmund.

23.09.2026