Export bleibt tragende Säule der Coburger Wirtschaft
Die Außenwirtschaft bleibt für den Coburger IHK-Bezirk ein zentraler Faktor für Wertschöpfung, Beschäftigung und Zukunftsfähigkeit. Das zeigt die aktuelle Studie von Prognos im Auftrag der bayerischen Industrie- und Handelskammern. Demnach liegt die Exportrelevanz im IHK-Bezirk Coburg bei 18,3 Prozent (Bayern: rund 18 Prozent). Zudem sind 14.385 Erwerbstätige im Kammerbezirk direkt oder indirekt in exportabhängigen Tätigkeiten beschäftigt. Damit hängt nahezu jeder fünfte Euro der regionalen Wertschöpfung am internationalen Geschäft.
„Die Studie zeigt sehr deutlich: Der Coburger Wirtschaftsraum ist stark in internationale Wertschöpfungsketten eingebunden. Unsere Unternehmen leben von offenen Märkten, verlässlichen Lieferketten und wettbewerbsfähigen Standortbedingungen. Außenwirtschaft ist für unsere Region kein Randthema, sondern eine tragende Säule wirtschaftlicher Stärke“, erklärt Siegmar Schnabel, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Coburg.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen Exportquote und Exportrelevanz. Während die Exportquote den Wert ausgeführter Waren im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt misst, zeigt die Exportrelevanz, welcher Anteil der regionalen Wertschöpfung in exportierten Gütern steckt. Für die wirtschaftliche Bedeutung des Exports vor Ort ist diese Kennzahl besonders aussagekräftig. In der Stadt Coburg liegt die Exportrelevanz laut Studie bei 18 Prozent, im Landkreis Coburg bei 19 Prozent.
Die Studie ordnet Stadt und Landkreis Coburg den diversifizierten Industrieregionen zu. Diese Struktur gilt als vergleichsweise robust, weil die wirtschaftliche Basis breiter aufgestellt ist als an hochspezialisierten Standorten. Zugleich aber macht die Untersuchung ebenso deutlich: Auch breit aufgestellte Regionen stehen unter zunehmendem Anpassungsdruck. Digitalisierung, Dekarbonisierung, geopolitische Unsicherheiten, gestiegene Handelshemmnisse und veränderte Lieferketten stellen Unternehmen vor zusätzliche Herausforderungen.
„Gerade die industrielle Breite ist eine Stärke unseres Standorts. Sie schafft Stabilität. Aber sie ist kein Selbstläufer. Damit die Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen können, brauchen sie weniger Bürokratie, schnellere Verfahren, leistungsfähige Infrastruktur, qualifizierte Fachkräfte und bessere Bedingungen für Innovation und Technologietransfer“, betont Elisabeth Löhr, Leiterin des Bereichs International der IHK zu Coburg.
Die bayernweite Analyse zeigt, dass die Außenwirtschaft insgesamt unter neuen Vorzeichen steht. Zwar exportierte die bayerische Wirtschaft im Jahr 2024 Waren im Wert von rund 225 Milliarden Euro. Gleichzeitig hat die Exportdynamik in den vergangenen Jahren nachgelassen. Neben klassischen Absatzmärkten gewinnen neue Märkte etwa in Indien, Südostasien und Südamerika an Bedeutung.
Für die IHK zu Coburg ergibt sich daraus ein klarer Handlungsauftrag: Unternehmen müssen bei der Erschließung neuer Märkte, beim Aufbau robuster Lieferketten und bei der Modernisierung industrieller Prozesse unterstützt werden. Dazu gehören insbesondere Digitalisierung, KI-gestützte Produktion, nachhaltige Materialien und Kreislaufwirtschaft.
„Wer die wirtschaftliche Stärke des Coburger Wirtschaftsraums sichern will, muss die internationale Wettbewerbsfähigkeit seiner Unternehmen stärken. Gute Standortbedingungen vor Ort und offene Märkte weltweit gehören zusammen“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Schnabel.
Über die Studie
Die Kurzstudie „Die Bedeutung der Außenwirtschaft für die Zukunft der bayerischen Regionen“ wurde von Prognos im Auftrag der bayerischen Industrie- und Handelskammern erstellt. Sie untersucht die direkte und indirekte Bedeutung des Exports für Wertschöpfung, Beschäftigung und regionale Entwicklungsperspektiven in Bayern.
