Außenhandel unter Druck: Handelshemmnisse erreichen Höchststand – Coburger Unternehmen zunehmend belastet
Das Auslandsgeschäft wird für die Unternehmen im Coburger Wirtschaftsraum immer schwieriger. Die aktuelle Umfrage „Going International“ 2026 zeigt: Handelshemmnisse, regulatorische Anforderungen und geopolitische Unsicherheiten haben ein Niveau erreicht, das die internationale Wettbewerbsfähigkeit zunehmend belastet.
Die Unternehmen aus dem Coburger IHK-Bezirk sind international vor allem in der Euro-Zone, in weiteren EU-Märkten sowie in der Schweiz, in Norwegen, den USA und im Raum Asien/Pazifik aktiv. Auch das Vereinigte Königreich, China und Indien sind wichtige Märkte für einzelne Betriebe. Die aktuelle Geschäftslage im Ausland wird insgesamt verhalten beurteilt.
„Unsere Unternehmen stoßen weltweit auf mehr Zölle, mehr Auflagen und mehr Unsicherheit. Das bremst das Wachstum und kostet Wettbewerbsfähigkeit“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Siegmar Schnabel. Tatsächlich berichten rund 70 Prozent der Unternehmen von steigenden Handelshemmnissen – ein neuer Höchststand. Besonders das USA-Geschäft wird kritisch gesehen: steigende Zölle, zusätzliche Bürokratie und politische Unsicherheiten führen dazu, dass Unternehmen Kosten weitergeben oder Investitionen verschieben. Auch in wichtigen europäischen Märkten bleibt die Lage angespannt, eine spürbare Erholung ist derzeit nicht in Sicht. Für die kommenden zwölf Monate erwarten viele Unternehmen keine spürbare Belebung, sondern eher Stagnation, in einzelnen Märkten auch eine weitere Verschlechterung.
„Gerade für unsere mittelständisch geprägte Wirtschaft sind diese Entwicklungen eine erhebliche Belastung. Ressourcen werden gebunden, die an anderer Stelle für Innovation und Wachstum dringend gebraucht würden“, so Schnabel. Die zentrale Botschaft, die sich aus den Ergebnissen der Umfrage ergibt, laute: Wer internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern will, muss außenwirtschaftliche Rahmenbedingungen verlässlicher, einfacher und praktikabler gestalten. Der IHK-Hauptgeschäftsführer betont: „Unsere Unternehmen brauchen keine zusätzlichen Hemmnisse, sondern mehr Freiräume im Außenhandel. Weniger Bürokratie, mehr Planungssicherheit und ein besserer Marktzugang sind entscheidend, damit die Wirtschaft in der Region Coburg ihre internationale Stärke behaupten kann.“
Mit Blick auf die Ergebnisse der Umfrage „Going International“ 2026 gewinnen Freihandelsabkommen weiter an Bedeutung. Sie setzen gezielt Impulse für offenen Handel, verlässliche Rahmenbedingungen und neue Marktchancen. Ein aktuelles Beispiel ist die Einigung zwischen der Europäischen Union und Australien: Das Abkommen soll über 99 Prozent der Zölle auf EU-Exporte abschaffen und damit spürbare Entlastungen sowie zusätzliche Wachstumspotenziale schaffen.
„Solche Abkommen sind ein wichtiges Signal für unsere Unternehmen. Sie zeigen, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit und verlässliche Partnerschaften auch in schwierigen Zeiten möglich sind“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Schnabel. „Gerade für einen exportorientierten Standort wie Coburg sind offene Märkte und stabile Handelsbeziehungen entscheidend.“ Die IHK zu Coburg setzt sich daher weiterhin für den Abbau von Handelshemmnissen, für praktikable regulatorische Vorgaben und für den Ausbau internationaler Partnerschaften ein, um die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft langfristig zu sichern.
