Junge Fachkräfte starten mit starkem Fundament in die Zukunft

195 Absolventinnen und Absolventen der Winterprüfung 2025 hat die Industrie- und Handelskammer zu Coburg im Rahmen einer festlichen Abschlussfeier im Globe verabschiedet. 14 von ihnen erreichten die Gesamtnote „sehr gut“. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die erfolgreichen jungen Fachkräfte, ihre Ausbildungsbetriebe, Ausbilderinnen und Ausbilder, Berufsschulen, Prüferinnen und Prüfer sowie Familien und Freunde.
IHK-Präsident Dr. Andreas Engel würdigte in seiner Rede die Leistungen der Absolventinnen und Absolventen und stellte die Bedeutung der dualen Berufsausbildung für die persönliche Entwicklung junger Menschen ebenso wie für die Zukunftsfähigkeit der regionalen Wirtschaft heraus. „Ein Abschlusszeugnis ist mehr als ein Dokument. Es ist der sichtbare Beweis für Können, Ausdauer und Verlässlichkeit. Es zeigt: Sie haben etwas begonnen – und Sie haben es erfolgreich zu Ende geführt“, sagte Dr. Engel.
Die Veranstaltung fand erstmals im Globe statt. Bisher wurden die IHK-Absolventinnen und -Absolventen traditionell im Kongresshaus Rosengarten verabschiedet, das derzeit saniert wird und vorübergehend nicht für Veranstaltungen zur Verfügung steht. Dr. Engel nutzte den besonderen Veranstaltungsort, um auf die Verbindung von wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, kommunalen Gestaltungsmöglichkeiten und regionaler Entwicklung hinzuweisen. Das Globe habe sich seit seiner Eröffnung im Oktober 2023 zu einem architektonischen Wahrzeichen Coburgs entwickelt. Zugleich stehe es beispielhaft dafür, dass wirtschaftlicher Erfolg auch Spielräume für Kultur, Infrastruktur, Bildung und Lebensqualität schaffe.

In seiner Rede betonte Dr. Engel, dass die duale Berufsausbildung gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine tragfähige Grundlage für berufliche Perspektiven sei. Viele Betriebe stünden derzeit unter erheblichem Druck – durch schwache Konjunktur, hohe Kosten und unsichere Rahmenbedingungen. Umso wichtiger seien gut ausgebildete Fachkräfte. „Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, wie wertvoll eine fundierte Berufsausbildung ist. Gerade dann brauchen Unternehmen Menschen, die nicht nur über Probleme sprechen, sondern Lösungen finden. Menschen, die anpacken. Menschen, die gelernt haben, Verantwortung zu übernehmen“, so der IHK-Präsident.
Die duale Ausbildung sei kein Abschluss zweiter Klasse, sondern ein Startpunkt erster Güte, machte Dr. Engel deutlich. Sie verbinde Praxis und Theorie, vermittle Wissen und Können und eröffne vielfältige Möglichkeiten – von der Fachkarriere im Betrieb über Aufstiegsfortbildungen bis hin zu Führungsverantwortung, Selbstständigkeit und Unternehmertum. „Sie haben sich für einen starken Weg entschieden“, sagte Engel an die Absolventinnen und Absolventen gerichtet. „Für einen Weg, der früh Praxis ermöglicht, Leistung sichtbar macht und Perspektiven eröffnet, die weit über den heutigen Tag hinausreichen.“

Vom Azubi zum Unternehmer
Einen besonderen Akzent setzte die Abschlussfeier durch die Gastredner Louis Markelstorfer und Valentin Kummert. Beide haben ihre Ausbildung zum Fachinformatiker bei der HUK-Coburg absolviert und anschließend aus diesem Fundament heraus eigene unternehmerische Wege eingeschlagen. Markelstorfer ist Mitgründer von KNOWYOURCHAT, einem jungen Unternehmen aus der Region, das mit Künstlicher Intelligenz neue Wege im Social-Media-Management geht. Kummert ist Mitgründer von degaso, einem jungen Unternehmen, das einfache und praxisnahe Kassensysteme für Gastronomie und Einzelhandel entwickelt.
Damit standen die Festredner beispielhaft für eine zentrale Botschaft der Veranstaltung: Eine duale Berufsausbildung kann Ausgangspunkt für Verantwortung, Gestaltung und Unternehmertum sein. Es ist gerade acht Jahre her, dass die beiden selbst als Absolventen im Publikum saßen – heute sind sie Jungunternehmer. „Hört auf Eure Gefühle und geht Euren eigenen Weg“, so lautete ihre Botschaft an die Absolventinnen und Absolventen. Und noch einen weiteren Rat gaben sie den jungen Fachkräften mit auf den Weg: „Einfach machen, Mut haben“, um nicht später verpassten Gelegenheiten nachzutrauern. IHK-Präsident Dr. Engel fasste den Werdegang von Markelstorfer und Kummert so zusammen: „Zwei Wege. Zwei Ideen. Zwei Unternehmen. Aber ein gemeinsamer Ausgangspunkt: eine duale Berufsausbildung. Das zeigt, was möglich ist, wenn man Wissen in Handeln übersetzt – und den Mut hat, eigene Wege zu gehen.“

„Landesbeste 2025“ ausgezeichnet
Erstmals wurden im Rahmen der IHK-Absolventenverabschiedung auch die „Landesbesten 2025“ aus dem IHK-Bezirk Coburg gewürdigt. Diese Auszeichnung erhalten Absolventinnen und Absolventen, die in ihrem jeweiligen Ausbildungsberuf das beste Prüfungsergebnis in ganz Bayern erzielt haben. Die Ehrung unterstrich zusätzlich die hohe Qualität der beruflichen Bildung in der Region und machte sichtbar, welche Spitzenleistungen im dualen Ausbildungssystem möglich sind. Das sind die Landesbesten 2025: Jeremy-David Eckert (Ausbildungsberuf: Medientechnologe Siebdruck; Ausbildungsbetrieb: Sauer GmbH & Co. KG, Neustadt bei Coburg), Viola Holschbach (Holzmechanikerin, Fachrichtung Herstellen von Möbeln und Innenausbauteilen; HABA Group B.V. & Co. KG, Bad Rodach) und Dominik Sommer (Elektroniker für Betriebstechnik; KAPP Ausbildungs-GmbH, Coburg).
Dr. Engel dankte den Ausbildungsbetrieben, den Ausbilderinnen und Ausbildern, den Berufsschulen sowie den ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern. Ausbildung sei für Betriebe nicht immer einfach, aber eine der wichtigsten Investitionen in die Zukunft. Ohne das Engagement vieler Beteiligter wäre der Erfolg der jungen Fachkräfte nicht möglich. „Unsere Wirtschaft lebt nicht allein von Maschinen, Gebäuden, Patenten oder Geschäftsmodellen. Sie lebt vor allem von fundiert ausgebildeten Menschen“, betonte der IHK-Präsident.
Zum Abschluss rief Dr. Engel die Absolventinnen und Absolventen dazu auf, ihren erfolgreichen Abschluss als Fundament für die nächsten Schritte zu begreifen: „Sie starten nicht bei null. Sie starten mit einer Ausbildung. Mit Fähigkeiten, die gebraucht werden. Mit einem Fundament, auf dem sich aufbauen lässt.“ Für ihren weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschte er den jungen Fachkräften Mut, Neugier, Erfolg und persönliches Glück.