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Dalmacija am Kanal – Heimlicher Star auf dem Grillteller: Djuwetschreis

In der Balkanküche gibt es eine Beilage, ohne die kein Cevapcici, kein Dalmatiner-Spieß die Küche verlassen würde: Djuwetschreis. Der würzige Reis ist der Klassiker unter den Beilagen, da können selbst Pommes frites gerade so eben mithalten. Sehr aromatisch, tomatenrot und mit einer rauchigen Note. Weil selbstverständlich kein Djuwetschreis dem anderen gleicht, drängt sich die Frage nach dem besonderen Rezeptpfiff quasi von selbst auf. Dzoni Peric lächelt, nippt am Tee und sagt freundlich, aber bestimmt: „Tomaten, Gewürze, Reis. Mehr kann ich von unserem Hausrezept nicht verraten.“ Tochter Anna-Maria, die die Tische für den Abend eindeckt, ruft ihrem Vater zu, dass er unbedingt noch dieses erwähnen müsse: „Alles aus frischen Zutaten!“
Das Restaurant Dalmacija liegt in Thune, direkt hinter der Kanalbrücke, die den Ort mit dem Braunschweiger Stadtteil Wenden verbindet. Ein gastronomischer Standort seit Jahrzehnten. Im Jahr 2018 hat der 51-Jährige das „deutsche Traditionslokal“ übernommen. „Wir sind hier gut aufgenommen worden“, sagt er, hält einen Moment inne und setzt nach: „Sehr gut sogar.“ Die Stammgäste konnten er und seine Familie halten, neue Kunden kamen hinzu. Schnitzel gibt es nach wie vor, wer sich vegan oder vegetarisch ernährt oder Fisch bevorzugt, wird auf der gut durchdachten Karte auch fündig. „Aber wir sind ein Grillrestaurant, unser Schwerpunkt liegt auf Spezialitäten vom Grill.“
Wir sind eine Kochfamilie.

Spargel gibt es auch

Der Gastronom hält nichts davon, sich auf der Speisekarte zu verzetteln. Einzige Ausnahme: Spargel. Das Restaurant sei vor seiner Zeit auf saisonale Gerichte spezialisiert gewesen, das Edelgemüse nicht anzubieten, wäre unklug gewesen. „Wir bekommen den Spargel von unserem Nachbarn, Hof Henniges.“ Das klappe hervorragend, auch andere langfristige Geschäftspartnerschaften, wie zum Beispiel zum Lebensmittelgroßhändler Borkowski, hätten sich bewährt. Man kenne sich, sei sich treu geblieben, die Beziehung sei beinahe familiär.
Apropos Familie: Perics Frau hat in der Küche den Hut auf; die Töchter studieren zwar, helfen aber im Service mit. Er selbst sei der „Einspringer“, ob im Service oder in der Küche. Gerade dort, wo Not am Mann ist, packt er an. Aber in der Küche arbeite er dann unter dem Kommando der Gattin.

Im Sommer lauschig unter Kastanien speisen

Die Familie Peric ist in der Braunschweiger Gastroszene nicht erst seit 2018 bekannt. Zuvor führte Dzoni Peric gemeinsam mit seinem Bruder den Opatija-Grill in der Maler-twete. Seit Peric in Thune gastronomisch neu durchstartete, wird das Restaurant von seinem ehemaligen Koch betrieben. „Wir sind eine Kochfamilie“, bricht es aus ihm heraus. Geboren im Kosovo, aufgewachsen in Slowenien, kam er 2004 nach Deutschland. Und eröffnete das Opatija.
Im Dalmacija in Thune können drinnen 90 Gäste bewirtet werden, im Sommer finden unter den Baumkronen von stattlichen Kastanien bis zu 120 Kunden Platz. Der Gastraum ist gemütlich, aber gottlob nicht mit dekorativem Firlefanz überladen. An den Wänden hängen farbsatte Gemälde mit Meer-, Hafen- und Altstadtmotiven. Allesamt Motive aus dem Balkan. Ebenso wie die Inneneinrichtung einer klaren Linie folgt, ist auch die Speisekarte Ergebnis von Erfahrung und Erprobung in den Anfangsjahren.
Tomaten, Gewürze, Reis. Mehr kann ich von unserem Hausrezept nicht verraten.

Hackfleisch für Pleskavica und Co. wird selbst zubereitet

„Wir haben die Karte stark reduziert, alle Gerichte, die es auf die aktuelle Karte geschafft haben, laufen auch.“ Der Grillteller, eine Komposition aus Schweinerückensteak, Nackensteak, Cevapcici, Pleskavica und Speck sowieso. Aber auch Cevapcici und Pleskavica gehören als Einzelgerichte zu den gern bestellten Klassikern. „Papa“, ergänzt im Vorbeigehen Tochter Patricia und stellt weiter rote Papierservietten auf die Tische, „du musst noch erzählen, dass wir unser Hackfleisch selbst zubereiten.“ Ist notiert! Ebenso die Tatsache, dass der Weißkohlsalat, der zu jedem Hauptgericht serviert wird, selbst gemacht ist. „Raspeln, kneten – das ist ein Haufen Arbeit“, sagt der Chef. Aber der Einsatz lohne sich, denn der Krautsalat werde von den Gästen sehr geschätzt.
Ein Haufen Arbeit. Peric hat immer gewusst, dass ein Lokal viel Arbeit mit sich bringt. Gastro ist ein „Ehekiller“, schmunzelt er. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Aber wie es weitergeht, wenn seine Töchter mit dem Lehramtsstudium und dem Studium der sozialen Arbeit fertig sind, weiß er nicht. Als Familienunternehmen mit ein paar wenigen Aushilfen funktioniert das Dalmacija, aber ohne die helfenden Hände der Töchter könnte es schwieriger werden.

Verdauungsspaziergang am Kanal kilometerlang möglich

Die Familie wohnt auch auf dem Grundstück, an den Ruhetagen findet der Gastronom Entspannung im Garten, beim Rasenmähen. „Ich bin kein Stadtmensch.“ Auf dem Gelände rund um das Lokal gibt es ausreichend Parkplätze, so dass Familien- und Firmenfeiern für bis zu 40 Personen nicht mit entnervter Parkplatzsuche beginnen müssen. Und wenn man nach einem Grillteller oder Gusarski-Spieß reif für einen Verdauungsspaziergang ist, kann man sich entlang des Kanals kilometerlang die Füße vertreten.
suja
3/2026