Das Thema Ausbilden im Fokus
Region Bodensee-Oberschwaben / Weingarten:
Mehr als 360 Ausbilderinnen und Ausbilder der dualen Berufsausbildung sowie Lehrkräfte der Berufsschulen aus der Region Bodensee-Oberschwaben kamen zu der Veranstaltung „Fokus Ausbilden – Perspektiven, Austausch und Praxis“ der Industrie- und Handelskammer Bodensee-Oberschwaben (IHK) ins Kultur- und Kongresszentrum Oberschwaben in Weingarten.
Er freue sich sehr, dass so viele Menschen nach Weingarten gekommen seien, die sich um die Bildung und Zukunft junger Menschen kümmern, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Sönke Voss in seiner Begrüßung. Die Region Bodensee-Oberschwaben sei eine innovative und zukunftsfähige Region, verfüge über großes Know-how und gute Voraussetzungen, um gemeinsam bestehende Herausforderungen zu meistern.
„Dank an Sie alle, dass Sie ausbilden und damit unsere Region am Laufen halten“, so Voss.
Markus Brunnbauer, IHK-Bereichsleiter Ausbildung, moderierte die Veranstaltung. Auch er freute sich über die vielen Teilnehmenden, das große Interesse sowie die Alters-, Geschlechter- und Branchenmischung. Die rund 360 Ausbilder und Berufsschullehrer aus den drei Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis waren nach Weingarten gekommen, um inspirierende Impulse zu erhalten, neue Perspektiven für eine moderne, zukunftsorientierte Ausbildung zu erfahren, sich zu vernetzen und auszutauschen. Eine Vor-Ort-Umfrage mittels Handy ergab, dass 82 Prozent der Teilnehmenden aktuell als Ausbilder tätig sind, 6 Prozent als Lehrkräfte und 2 Prozent in der Berufsberatung. 37 Prozent verfügen nach eigenen Angaben über ein bis fünf Jahre Berufserfahrung, 40 Prozent über sechs bis 20 Jahre und 13 Prozent über 21 Jahre. Mit 50 Prozent machten Vertreter aus der Industrie den Hauptanteil aus, 11 Prozent der Teilnehmenden kamen aus dem öffentlichen Dienst, 9 Prozent aus der Gastronomie, jeweils 8 Prozent aus den Bereichen Handel und Dienstleistungen, 3 Prozent aus der Finanz- und 1 Prozent aus der Logistikbranche. Die Frage: „Wie fühlen Sie sich als Ausbilder in der aktuellen Situation?“, wurde mehrheitlich mit „gefordert“ beantwortet.
Trendbeobachtung zur Sicherung der Zukunftsresilienz
Zum Auftakt gab Keynote-Speaker Mathias Haas einen spannenden Einblick in aktuelle Entwicklungen der Arbeitswelt. Mit einer gelungenen Mischung aus Information, Praxisnähe und Infotainment analysierte er Megatrends, welche die Wirtschaft, Technologie und Gesellschaft in den kommenden Jahren prägen werden. Megatrends entstünden aber nicht plötzlich und auch die Zukunft komme nicht über Nacht, gab der Trendbeobachter und Zukunftsbegleiter zu bedenken. Die Herausforderung bestehe darin zu erkennen, welche Chancen und Bedrohungen aktuelle Trends für das eigene Unternehmen und die Gesellschaft darstellen, um rechtzeitig darauf zu reagieren und seine Wettbewerbsposition nicht zu gefährden. Er empfahl eine klare Orientierung durch zielgerichtete Trendbeobachtung und Pragmatismus. Auch der gesunde Menschenverstand sei gefragt. „Nutzen Sie das Heute, statt das Morgen abzuwarten“, so sein Appell. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) als Werkzeug mache es möglich, den aktuellen Wandel aktiv zu gestalten, anstatt vom ihm überrollt zu werden. Haas warnte davor, in Schockstarre zu verfallen. Da Märkte sich rasend schnell verändern, sei der bewusste Einsatz von KI ein Baustein, um langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsresilienz zu sichern. „Ihr Ziel muss es sein, einzigartig zu sein.“
Bei der Veranstaltung „Fokus Ausbilden“ in Weingarten informierte Trendbeobachter Mathias Haas die mehr als 360 Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Berufsschullehrkräfte aus der ganzen Region Bodensee-Oberschwaben über aktuelle Megatrends und Entwicklungen der Arbeitswelt.
Workshops und Infostände
Im Anschluss beschäftigten sich die Teilenehmenden in sechs verschiedenen Workshops mit der konkreten Auswirkung der Transformation an ihrem Arbeitsplatz und der Frage, wie das Ausbildungspersonal die Veränderungen in der betrieblichen Ausbildung aktiv mitgestalten kann. Sie erhielten unter anderem psychologische Impulse und konkrete Strategien, um Motivation, Feedback und Verantwortungsbereitschaft im Ausbildungsalltag zu stärken. Thematisiert wurde zudem, wie KI sinnvoll, regelkonform und praxisnah in Ausbildung und Prüfungsvorbereitung eingebunden werden kann, und es ging um interkulturelle Kompetenz und die Möglichkeiten, Vielfalt in der Ausbildung zu nutzen. Future Skills, und was Azubis morgen können müssen, waren ein weiteres Themenfeld und bei einem „Azubi-Talk“ gab es authentische Einblicke in die Perspektive Auszubildender. In einer offenen Austauschrunde wurden zudem Praxisfälle aus dem Ausbildungsalltag sowie Konflikte besprochen und rechtssichere Lösungswege entwickelt. Ergänzend zu den intensiven Workshops präsentierten sich die Initiative Ausbildung, das Welcome Center, das Projekt Integration durch Ausbildung, das Projekt THE CHÄNCE Weiterbildungsscout Bodensee-Oberschwaben sowie der Geschäftsbereich Weiterbildung der IHK in den Pausen mit Infoständen rund um das Thema Fachkräftesicherung.
Positive Rückmeldungen
Positive Rückmeldungen gab es von zahlreichen Veranstaltungsteilnehmenden. Gelobt wurden nicht nur die umfassenden Informationen und die praxisorientierten Workshops, sondern auch die guten Möglichkeiten für Austausch und Vernetzung.
Medieninformation Nr. 105/2026
