SteuerNews Januar 2026

Einleitung

Liebe Leserinnen und Leser,
eine positive Nachricht kommt zu Beginn des Jahres vom Statistischen Bundesamt: Die Ausgaben der öffentlichen Haushalte waren zwar auch 2025 deutlich höher als die Einnahmen, aber das gesamtstaatliche Defizit Deutschlands ist 2025 gegenüber dem Vorjahr gesunken! Deutschland erfüllt mit einem Defizit von nunmehr deutlich unter 3 Prozent erneut zumindest dieses EU-Stabilitätskriterium.
Steuerpolitisch haben die SPD-Vorschläge zur Reform der Erbschaftsteuer viele von Eigentümern und Familien geführte mittelständische Unternehmen verunsichert, weil die SPD die aktuellen Verschonungsregelungen für Betriebsvermögen komplett abschaffen will. Dass die Einführung eines Freibetrages von 5 Millionen Euro dafür keine ausreichende Kompensation wäre, beschreiben wir in diesem Newsletter. Steuerliche Anreize für ein höheres Arbeitsangebot von denjenigen, die auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze für den Eintritt in den Ruhestand noch einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen wollen, werden seit dem 1. Januar 2026 durch die sogenannte Aktivrente gesetzt. Ferner berichten wir über den ebenfalls zu Beginn des Jahres eingeführten ermäßigten Umsatzsteuersatz für Speisen in Restaurants – nicht ganz überraschend mit einigen Problemen bei der Abgrenzung der Bemessungsgrundlagen.

Schließlich berichten wir über verschiedene Urteile von Finanzgerichten, über die zu Beginn des Monats getroffene internationale Vereinbarung zur Umsetzung der globalen Mindeststeuer und über Maßnahmen zur Unternehmensfinanzierung, die mit dem sogenannten Deutschlandfonds auf den Weg gebracht werden.
Wir wünschen eine angenehme Lektüre.
Christina Palm

Aktivrente

Bis zu 2.000 Euro monatlich steuerfrei für das Weiterarbeiten nach Erreichen der Regelaltersgrenze

Mit der neuen Aktivrente schafft der Gesetzgeber einen klaren finanziellen Anreiz, über die gesetzliche Regelaltersgrenze hinaus beruflich aktiv zu bleiben. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die die Regelaltersgrenze erreicht haben, können Arbeitslohn aus einer aktiven, nichtselbstständigen Tätigkeit bis zu 2.000 Euro im Monat steuerfrei beziehen..
Weiterführende Informationen finden Sie im Artikel der DIHK.

SPD-Vorschlag zur Erbschaftsteuer würde Mittelstand belasten

Abschaffung der Verschonungsregelung birgt erhebliche Risiken für den Wirtschaftsstandort

Die vier MdBs Klüssendorf, Esdar, Heiligenstadt und Marvi der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) haben ein Konzept für eine Reform der Erbschaftsteuer vorgestellt. Ziel ist es nach Angaben der SPD, die aktuelle Reformfrage aktiv aufzugreifen und einen eigenen, verantwortungsvollen Vorschlag in die Debatte einzubringen.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der DIHK.

Ermäßigter Mehrwertsteuersatz für Gastronomie

Dauerhafte Steuersenkung für Speisen ab 1. Januar 2026 – Getränke bleiben ausgenommen

Seit dem 1. Januar 2026 gilt für Speisen in Restaurants und bei Verpflegungsdienstleistungen wieder der ermäßigte Umsatzsteuersatz von 7 Prozent. Für Getränke bleibt es – wie schon in den Jahres 2020 bis 2023 – beim Regelsteuersatz von 19 Prozent. Was bei kombinierten Angeboten und Gutscheine zu beachten ist, fassen wir kurz zusammen.
Hierzu führt die DIHK im Arikel weiter aus.

Separat angemieteter Stellplatz bei doppelter Haushaltsführung

Urteil des Bundesfinanzhofs vom 20. November 2025

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 20. November 2025 - VI R 4/23 entschieden, dass ein Arbeitnehmer bei seinen Einkünften aus nichtselbständiger Tätigkeit im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung Aufwendungen für einen Kfz-Stellplatz, neben den Aufwendungen für die Mietwohnung, als Werbungskosten in Abzug bringen kann.
Mehr erfahren Sie bei der DIHK.

Unterjähriger Anteilseignerwechsel in der Organschaft: FG Düsseldorf relativiert Verlustabzugsverbot nach § 8c KStG und widerspricht der BMF-Praxis

Teleologische Zäsur statt strikter Gesellschaftsbezogenheit: Zur Fortentwicklung von BFH I R 14/11, zur Abkehr von BMF Tz. 33/37 und zu den Grenzen des fortführungsgebundenen Verlustvortrags nach § 8d KStG

Das FG Düsseldorf (Urteil vom 9. Dezember 2024 – 6 K 1772/20, Rev. anhängig: BFH I R 11/25) bejaht bei Organschaften eine unterjährige Ergebnissaldierung: Bis zum schädlichen Beteiligungserwerb entstandene Verluste im Organkreis sind zweckorientiert zu berücksichtigen. Die Entscheidung bricht mit der Verwaltungsauffassung und eröffnet neue Gestaltungs- und Einwendungsmöglichkeiten – bei andauernden Risiken bis zu einer Klärung durch den BFH.
Weitergehende Informationen erhalten Sie im Artikel der DIHK.

Aufwärtsabfärbung ohne Gewerbesteuer: BFH setzt Linie fort – Länder heben Nichtanwendungserlass auf

Die Qualifikation vermögensverwaltender Personengesellschaften bei Beteiligung an gewerblichen Gesellschaften bleibt umfassend „abgefärbt“, gewerbesteuerlich aber ohne Belastung der Obergesellschaft

Der Bundesfinanzhof (BFH) bekräftigt: Eine vermögensverwaltende Oberpersonengesellschaft, deren Einkünfte aufgrund gewerblicher Beteiligungseinkünfte „aufwärts abfärben“, unterliegt nicht der Gewerbesteuer – ohne Geringfügigkeitsgrenze. Der IV. Senat hat die Nichtzulassungsbeschwerde der Finanzverwaltung zurückgewiesen; zugleich haben die obersten Finanzbehörden der Länder ihren Nichtanwendungserlass zur einschränkenden Auslegung des § 2 Abs. 1 S. 2 GewStG aufgehoben. Für die Praxis gibt es nun eine klare Trennlinie zwischen Einkommen- und Gewerbesteuer, aber weiterhin auch eine steuerliche Verstrickung bei der Einkommensteuer.
Wenn Sie mehr erfahren möchten, lesen Sie den Artikel der DIHK.

Umsatzsteuerlagerregelung entfällt – Übergangsregelung bis 2029

BMF veröffentlicht Anwendungsschreiben

Zum 1. Januar 2026 endet die Umsatzsteuerbefreiung für Umsätze rund um Umsatzsteuerlager gemäß § 4 Nr. 4a UStG. Diese bisher auf wenige Waren beschränkte - aber mitunter relevante - Regelung erleichterte die steuerfreie Behandlung von Lieferungen, Einfuhren, innergemeinschaftlichen Erwerben sowie Lagerdienstleistungen. Ende Dezember 2025 hat das Bundesfinanzministerium (BMF) unter anderem über Übergangsregelungen informiert.
Für mehr Informationen lesen Sie den Artikel der DIHK.

Öffentliches Defizit in 2025 geringer als im Vorjahr

Einnahmen stiegen stärker als Ausgaben

Bund, Länder, Gemeinden und die Sozialversicherungen schlossen nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes das Jahr 2025 mit einem Gesamtdefizit von 107 Milliarden Euro ab.
Hierzu führt die DIHK im Arikel weiter aus.

Finanzielle Hilfe für die Ukraine

Die Europäische Kommission hat am 14. Januar 2026 insgesamt drei Gesetzgebungsvorschläge angenommen, mit denen sie sie eine kontinuierliche finanzielle Unterstützung für die Ukraine in den Jahren 2026 und 2027 absichern möchte.
Mehr erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

Materialien der EU-Kommission zur Erstellung des länderbezogenen Ertragsteuerinformationsberichts

Ergänzende Konsultation der Kommission bis Mitte Mai 2026
Weitere Informationen gibt die DIHK.

Einigung über „Side-by-Side-Agreement“ zur Globalen Mindeststeuer erzielt

Verschonung u.a. von US-Unternehmen möglich

Die Mitglieder des OECD/G20 Inclusive Framework on BEPS haben sich am 5. Januar 2026 über ein sogenanntes Side-by-Side-Agreement bei der weltweiten Umsetzung der Globalen Mindeststeuer verständigt. Ziel ist es, eine kohärente Anwendung der Regelungen in allen Staaten zu ermöglichen, weitere Erleichterungen für Unternehmen zu schaffen und insbesondere die seitens der USA aufgeworfenen Bedenken aufzugreifen.
Mehr erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

Bundesregierung und KfW starten Deutschlandfonds

Fonds bündelt bestehende und neue Programme für Investitionen

Mitte Dezember hat die Bundesregierung mit dem Deutschlandfonds eine zentrale Anlaufstelle zur Mobilisierung privaten Kapitals für Investitionen und Beteiligungen ins Leben gerufen. Unter dieser Dachstruktur werden verschiedene bestehende und neue Förderprogramme gebündelt. Zielgruppe der Instrumente bilden Industrie, Mittelstand, Start-ups und Energieversorger.
Wenn Sie mehr erfahren möchten, lesen Sie den Artikel der DIHK.

Nationales Bargeldforum bietet kostenlose Bargeldaufkleber

Neue Aufkleber sollen Möglichkeit der Barzahlung transparent machen

Mit Aufklebern können Händler und Unternehmen am Ladeneingang oder im Kassenbereich auf die Möglichkeit der Barzahlung aufmerksam machen.
Das Thema vertiefen können Sie, indem Sie den Artikel der DIHK lesen.

Bei der DIHK erhalten Sie weitere Informationen
Quelle: DIHK Newsletter Steuern | Finanzen | Mittelstand, Januar 2026