Deutschland: Deutsche Wirtschaft steckt in einer Doppelkrise
Frühsommer 2026: Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage
Geschäftslage und Erwartungen
Die Stimmung unter Deutschlands Unternehmen hat sich im Frühsommer 2026 auf breiter Front eingetrübt. 26 Prozent der Betriebe melden eine schlechte, nur noch 23 Prozent eine gute Geschäftslage. Der Lagesaldo sinkt mit minus 3 Punkten erstmals seit der Corona-Pandemie wieder unter die Nulllinie und liegt weit unter dem langjährigen Durchschnitt von plus 19 Punkten. Besonders dramatisch ist die Lage im Handel: Hier bricht der Saldo auf minus 21 Punkte ein (zuvor minus 14 Punkte). Bei den Dienstleistern ist die Einschätzung mit einem Saldo von plus 3 Punkten noch knapp positiv, auch wenn sie sich spürbar verschlechtert hat.
Auch der Blick nach vorne hat sich massiv verdüstert. 33 Prozent der Unternehmen rechnen für die nächsten zwölf Monate mit schlechteren Geschäften; nur 13 Prozent erwarten eine Verbesserung. Der Saldo der Geschäftserwartungen fällt um 11 Punkte auf minus 20 Punkte – das sind 22 Punkte weniger als der langjährige Durchschnitt. Am pessimistischsten blickt der Handel in die Zukunft (Saldo: minus 31 Punkte). In der Industrie (Saldo: minus 16 Punkte) sind die Erwartungen noch etwas weniger trüb als in anderen Branchen, jedoch fällt hier der Einbruch gegenüber der Vorumfrage mit minus 12 Punkten besonders stark aus.
Prognose
Die DIHK schraubt ihre Wachstumserwartung für das Jahr 2026 auf 0,3 Prozent herunter. Nach ihrer Einschätzung muss die Bundesregierung nun die richtigen Prioritäten setzen und mutige Reformen aufsetzen. Nur mit Entlastungen, Bürokratieabbau und Beschleunigung kommt die Wirtschaft zurück auf einen nachhaltigen Wachstumspfad mit sicheren Arbeitsplätzen, höherer Wettbewerbsfähigkeit und zunehmendem Wohlstand. Die vollständige DIHK-Konjunkturprognose finden Sie auf der Webseite des DIHK.
Risiken
Der Nahost-Konflikt rückt wieder neue Risiken in den Vordergrund. Das Geschäftsrisiko Energie- und Rohstoffpreise schnellt von 48 auf 70 Prozent, landet damit auf Platz eins der aktuell wahrgenommenen Risiken und liegt nur noch wenig unter dem absoluten Höchststand, der in der Energiepreiskrise nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine erreicht wurde (82 Prozent im Herbst 2022). Gleichzeitig bleiben die strukturellen Risiken groß: Die Faktoren Arbeitskosten (57 Prozent nach zuvor 59 Prozent) und Inlandsnachfrage (56 Prozent nach 59 Prozent) verlieren nur minimal an Bedeutung; unverändert 58 Prozent der Befragten nennen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.
Quelle: DIHK
