Übersicht über bestehende Handelsabkommen der EU

Handelsabkommen bilden eine Grundlage für Präferenzregelungen im Warenverkehr. Mit welchen Ländern hat die EU Handelsabkommen? Welche Nachweise werden für die Anwendung benötigt? Welche Besonderheiten sind zu berücksichtigen? Diese und weitere Fragen haben wir in unserem Artikel kompakt beantwortet.
Die Ursprungsregeln für Ihre Ware zu einem bestimmten Stichtag können Sie in der Datenbank Warenursprung und Präferenzen (WuP online) recherchieren.

Handelsabkommen auf einen Blick

Symbol Bedeutung
+ zusätzlich vom Allgemeinen Präferenzsystem (APS) erfasst. Entfällt falls ein gegenseitiges Abkommen besteht.
> einseitige Präferenzgewährung beim Import in die EU
< einseitige Präferenzgewährung beim Import in das jeweilige Land
<> gegenseitige Präferenzgewährung
F Freiverkehrspräferenz
U Ursprungspräferenz
EzU Ursprungserklärung / Erklärung zum Ursprung
EA Ermächtigter Ausführer
REX Registrierter Exporteur
Ländergruppe, Land oder Gebiet
(in alphabetischer Folge)
APS einseitig / gegenseitig Art der Präferenz Präferenznachweis
Ägypten <> U EzU, EUR.1 oder EA
Algerien <> U EzU, EUR.1 oder EA
Albanien <> U EzU, EUR.1 oder EA
Andorra (Waren der Kap. 25-97) <> F
Andorra (Waren der Kap. 1-24) <> U EzU, EUR.1
Andorra (Tabakwaren der HS-Positionen 2402 und 2403) < F
Andenstaaten (Peru, Kolumbien, Ecuador) <> U EzU, EUR.1 oder EA
APS (least developed countries LDC) + > U EzU mit APS-Wortlaut, REX
APS (other beneficiary countries OBC) + > U EzU mit APS-Wortlaut, REX
Bosnien-Herzegowina <> U EzU, EUR.1 oder EA
CARIFORUM <> U EzU, EUR.1 oder EA
Ceuta und Mellila <> U EzU, EUR.1 oder EA
Chile <> U EzU, REX
Cote d´Ivoire (Elfenbeinküste) + <> U EzU, REX
ESA-Staaten (Komoren, Madagaskar, Mauritius, Sambia, Seychellen, Simbabwe) z.T. <> U EzU, EUR.1 oder EA
Europäischer Wirtschaftsraum (EWR) (Island, Norwegen, Lichtenstein) <> U EzU, EUR.1 oder EA
Färöer <> U EzU, EUR.1 oder EA
Georgien <> U EzU, EUR.1 oder EA
Ghana + <> U EzU, REX
Israel <> U EzU, EUR.1 oder EA
Japan <> U EzU, REX
Jordanien <> U EzU, EUR.1 oder EA
Kanada <> U EzU, REX
Kosovo <>
<>
<>
U
U
U
EzU, EUR.1 oder EA
Libanon <> U EzU, EUR.1 oder EA
Marokko <> U EzU, EUR.1 oder EA
Mercosur (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay) <> U EzU, REX oder EA
Mexiko <> U EzU, EUR.1 oder EA
Montenegro <> U EzU, EUR.1 oder EA
Neuseeland <> U EzU, REX
Nordmazedonien <> U EzU, EUR.1 oder EA
Ostafrikanische Gemeinschaft (EAC) (zur Zeit Kenia) + <> U EzU, EUR.1, EA
Pazifik-Staaten (zur Zeit Fiji, Papua-Neuguinea, Salomonen und Samoa) z.T. <> U EzU, EUR.1 oder EA, ab 01.09.2026 - REX
Republik Korea (Südkorea) <> U EzU, EA
Republik Moldau <> U EzU, EUR.1 oder EA
SADC-WPA-Staaten (Botsuana, Lesotho, Mosambik, Namibia, Südafrika, Eswatini) z.T. <> U EzU, EUR.1 oder EA Mosambik: EzU. REX
San Marino <> F T2,T2F, T2L, T2LF, PoUS
Schweiz <> U EzU, EUR.1 oder EA
Serbien <> U EzU, EUR.1 oder EA
Singapur <> U EzU, REX
Syrien > U EzU, EUR.1 oder EA
Tunesien <> U EzU, EUR.1 oder EA
Türkei
(Agrarerzeugnisse)
<> U EzU, EUR.1 oder EA
Türkei (EGKS-Waren) <> U EzU, EUR.1 oder EA
Türkei (sonstige Waren, Regelfall) <> F A.TR/LE-TR
Ukraine <> U EzU, EUR.1 oder EA
Überseeische Länder und Gebiete (ÜLG) + <; z.T.<> U EzU, REX
Vereinigte Staaten von Amerika (USA) > U Grundsatz der freien Nachweisführung des nichtpräferenziellen Ursprungs; kein standardisierter Ursprungsnachweis. aus dem Nachweis muss hervorgehen, dass die Ware ihren Ursprung in den USA hat und direkt aus den USA in die EU befördert wurde.
Vereinigtes Königreich (GB) <> U EzU, REX
Vietnam + <> U EzU, REX (in der EU ausgestellte Nachweise) EzU, EUR.1 (in Vietnam ausgestellte Nachweise)
Westjordanland und Gazastreifen <> U EzU, EUR.1 oder EA
Zentralafrika (CAS) (zur Zeit Kamerun) z.T. <> U EzU, EUR.1 oder EA
Zentralamerika (CAM) (Costa Rica, El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua, Panama) <> U EzU, EUR.1 oder EA
Die Mitglieder der Ländergruppen können sie im Portal Warenursprung und Präferenzen Online sehen.
Eine vollständige Übersicht über die Freihandelsabkommen der Europäischen Union ist auf der Website der Europäischen Kommission unter „Negotiations and agreements“ zu finden. Dort werden die bestehenden, geplanten und in Verhandlung befindlichen Handelsabkommen der EU mit verschiedenen Ländern und Regionen dargestellt. Die Übersicht enthält Informationen zum aktuellen Status der Abkommen sowie zu den jeweiligen Handelspartnern.
Die jeweils unterschiedlichen Ursprungsregeln lassen sich auf Basis der Zolltarifnummer der Ware im Präferenzportal des Zolls (WuP Online) recherchieren. Diese müssen erfüllt sein.

Freiverkehrspräferenz und Ursprungspräferenz

Freiverkehrspräferenz Ursprungspräferenz
Voraussetzung für den Zollvorteil ist,
  • dass sich die Waren im sogenannten zollrechtlich freien Verkehr befinden, das heißt, sie wurden bereits verzollt und versteuert.
Bei der Einfuhr in das Zollgebiet des Abkommenspartners fällt kein weiterer Zoll an.
Voraussetzung für den Zollvorteil ist,
  • dass in der EU mehr als eine Minimalbehandlung stattfindet
  • dass die Waren die jeweils vorgeschriebenen Be- und Verarbeitungsschritte erfüllen (Ursprungsregel), um den präferenziellen Ursprung zu erreichen.
Lässt sich der Ursprung nachweisen, erfolgt die Einfuhr in das Zollgebiet des Abkommenspartners zollbegünstigt oder zollfrei.
Alle wichtigsten Informationen zum Thema Präferenzrecht haben wir in unserem Artikel “Warenursprung und Präferenzen: das Wichtigste im Überblick” zusammengefasst.

Sondergebiete

Lieferungen in Sondergebiete werfen oft Fragen zu Ausfuhr, innergemeinschaftlicher Lieferung, Ausfuhranmeldung und Rechnungsstellung auf. Schauen Sie sich hierzu unseren Artikel Sondergebiete: Ausfuhr oder innergemeinschaftliche Lieferung? an.
Stand: 25. August 2026
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Quellen: WuP online, Zoll