Konflikt im Nahen und Mittleren Osten - Einordnung für Unternehmen
Wie sieht die aktuelle Lage aus und welche Auswirkungen hat sie auf die Unternehmen? Welche indirekten Folgen hat der Konflikt auf Lieferketten und Energiepreise? Welche andere Risiken sind zu berücksichtigen? In unserem Artikel haben wir die wichtigsten Aspekte zusammengefasst.
Der Konflikt im Nahen Osten setzt in der deutschen Wirtschaft eine spürbare Kettenreaktion in Gang: 83 Prozent der Unternehmen berichten von negativen Auswirkungen auf ihre Geschäfte, in der Industrie sind es sogar 87 Prozent. Das zeigt eine DIHK-Blitzumfrage unter rund 2.400 Unternehmen.
Bedeutung der Region für weltweite Wirtschaft
Der Nahe Osten ist ein bedeutender Energielieferant für die Welt - damit ist die Region hochrelevant für die globale Preisentwicklung.
- Der Anteil des Nahen Ostens an der globalen Ölproduktion beträgt rund 25 Prozent.
- Die Region produziert rund 25 Prozent des weltweiten LNG. Rund 15 Prozent der weltweiten Exporte von raffinierten Erdölprodukten (darunter Mitteldestillate) kommen aus dem Nahen Osten.
- Auch die Düngemittelproduktion hängt entscheidend an der Erdgasproduktion.
Durch die Straße von Hormus verlaufen zentrale Ströme des globalen Handels und der Energieversorgung:
- 11 Prozent des Welthandels auf dem Seeweg
- 20 Prozent des globalen Verbrauchs von Rohöl und Erdölprodukten beziehungsweise 25 Prozent des globalen Ölhandels auf dem Seeweg
- 10 Prozent des globalen Benzinhandels, 20 Prozent des weltweiten Kerosinhandels
- 20 Prozent des globalen LNG-Handels
- Rund ein Drittel des globalen Düngemittelhandels
In ihrem Dossier stellt die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) eine ausführliche Analyse der Bedeutung der Region für Energie und Handel.
Aufenthalt in der Region: Reise- und Sicherheitshinweise
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die folgenden Staaten und Gebiete:
- Israel
- Palästinensische Gebiete
- Libanon
- Jordanien
- Syrien
- Irak
- Iran
- Bahrain
- Kuwait
- Oman
- Vereinigte Arabische Emirate
- Saudi-Arabien
- Katar
- Jemen
- Palästinensische Gebiete
- Libanon
- Jordanien
- Syrien
- Irak
- Iran
- Bahrain
- Kuwait
- Oman
- Vereinigte Arabische Emirate
- Saudi-Arabien
- Katar
- Jemen
Unter diesem Link finden Sie alle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
In den FAQs zur aktuellen Lage im Nahen und Mittleren Osten beantwortet das Auswärtige Amt die häufigsten Fragen zum Aufenthalt in der Region.
Energie und Preise
Der Konflikt hat Auswirkungen auf die Preise von Öl und Gas auf dem Weltmarkt. Auch die Versorgung Deutschlands mit fossilen Energieträgern kann betroffen sein.
Aktuelle Daten zur Entwicklung der Energiepreise und der Energieversorgung Deutschlands mit Erdgassind sind in den Dashboards Konjunktur des Statistischen Bundesamts dargestellt:
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Energieversorgung
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Industrieabhängigkeit
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Indirekte Auswirkung auf die Strompreise
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Befüllung der Gasspeicher
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Lieferketten und Logistik
Die Straße von Hormus, durch die etwa 20 Prozent der weltweiten Öllieferungen fließen, wurde gesperrt. Auch der Schiffsverkehr auf der Handelsroute durch das Rote Meer und den Suezkanal ist beeinträchtigt. Es ist mit steigenden Transportkosten und längeren Transitzeiten zu rechnen. Gleichzeitig könnte es kurzfristig zu einem Mangel an Frachtkapazitäten kommen.
Bedeutung der Straße von Hormus für Deutschland
- Nur 0,4 Prozent aller deutschen Importe stammen aus Ländern, die stark auf die Straße von Hormus angewiesen sind. Weniger als 1 Prozent der deutschen Importe passieren die Meerenge direkt. Insofern ist die direkte Abhängigkeit Deutschlands gering.
Betroffene Güter bei einer Blockade
- Betroffen sind insbesondere Güter, die relevant für industrielle Basisprozesse sind, darunter Rohöl und Mineralölprodukte, unlegiertes Aluminium sowie weitere Rohstoffe.
Bedeutung der Route am Roten Meer für Deutschland
- Etwa 10 Prozent des deutschen Außenhandels werden durch den Suezkanal transportiert. Knapp über 9 Prozent durch die Straße von Bab al-Mandab.
Mittelfristig könnten außerdem noch zusätzliche Risiken hinzukommen, wie Preissteigerungen bei importierten Vorprodukten (insbesondere aus China, das 50 Prozent seines Öls über Hormus bezieht) und Engpässe bei Hightech‑ und Industriegütern.
Auswirkungen auf die Zollabfertigung
Germany Trade & Invest (GTAI) berichtet in seinem Artikel über die Sondermaßnahmen bei der Zollabfetigung in den betroffenen Ländern.
Ägypten: Temporäre Erleichterung im System der Vorabanmeldung von Sendungen (ACI)
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Vereinigte Arabische Emirate / Oman: Grüner Korridor
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Vereinigte Arabische Emirate: Temporäre Einfuhrerleichterungen
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Weitere Informationen und Kontaktstellen
- Deutsch-Emiratische Industrie- und Handelskammer
- Delegation der Deutschen Wirtschaft für Saudi Arabien, Bahrain und Jemen
- Deutsch-Israelische Industrie & Handelskammer
- Nahost: Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft: Dossier der Deutschen Industrie und Handelskammer (DIHK)
- Krieg im Nahen Osten: Sonderseite der Germany Trade & Invest (GTAI)
- Daten zum Krieg im Nahen Osten und den Folgen - Statistisches Bundesamt
Stand: 27. Mai 2026
Wir aktualisieren unseren Artikel kontinuierlich für Sie. Wir können Ihnen jedoch nicht garantieren, dass die Inhalte immer auf dem neuesten Stand sind.
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Quellen: Auswertiges Amt, GTAI, DIHK
