Kooperationen zwischen Wirtschaft und Wissenschaft

Nutzen von Technologietransfer-Projekten

Beim Technologietransfer sollen durch Kooperation der Wirtschaft mit der Wissenschaft oder mit anderen Unternehmen Wissen, Technologien, Methoden et cetera transportiert werden. Das Ziel ist in der Regel die Umsetzung von Wissen zu einem neuen Produkt, Verfahren oder einer Dienstleistung.
Der Austausch hilft aber stets allen beteiligten Partnern: Die Unternehmen sind als Zulieferer und Ideengeber für Innovationen für die Hochschulen wichtig und unterstützen durch die Zusammenarbeit auch eine praxisnahe Weiterentwicklung von Forschungsschwerpunkten und Lehre.
Dabei bieten sich mehrere Möglichkeiten der Kooperation an:
  • Auftrags- oder Kooperationsforschung
  • Beratungen/Studien/Gutachten
  • Weiterbildungen
  • Bereitstellung von Laborkapazität oder Personal
  • Abschlussarbeiten wie Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten
  • Praktika

Vorteile von Hochschul-Kooperationen

Gerade kleine und mittelständische Unternehmen, welche selber über keine eigene Abteilung für Forschung und Entwicklung (FuE) verfügen, können von einer Kooperation mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen nur profitieren.
  • Oft fehlen die Kapazitäten oder das Know-how, um FuE-Projekte vollständig im Unternehmen umzusetzen.
  • Apparative Ausstattung ist für einzelne Projekte zu teuer, so dass sich die Anschaffung nicht lohnen würde.
  • Holen Sie sich neue Technologiekompetenz durch die Vergabe von Bachelor-, Master- oder Doktorarbeiten in Ihr Unternehmen. So haben Sie die Chance, einen möglichen Mitarbeiter kennenzulernen.
  • Absolventen finden durch Kooperationen mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen oft ihren ersten Arbeitgeber.
  • Nutzen Sie den Kontakt zur Forschung für intensive Diskussionsrunden. Oft führen die unterschiedlichen Blickwinkel zu neuen Impulsen.

Regionale Kooperationen

Kooperationen erfordern einen ständigen Austausch zwischen den beteiligten Partnern. Kurze Wege erleichtern in vielen Fällen die erforderliche Abstimmung, erlauben auch kurzfristige gegenseitige Besuche und führen dadurch zu Effizienzgewinnen. Zudem wirken die oben genannten Vorteile innerhalb des regionalen Innovationssystems. So könnte eine Zusammenarbeit beispielsweise mit Gastvorträgen an der beteiligten Hochschule verbunden werden.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Um erfolgreich zusammenzuarbeiten sollten die Erwartungen hinsichtlich Projektmanagement, Rechten an den Forschungsergebnissen, Vergütung, Publikationsfreiheit, Geheimhaltung, Gewährleistung, Haftung, Laufzeit oder Kündigung frühzeitig diskutiert und im weiteren Verlauf - gegebenenfalls unter Einbeziehung von Rechtsexperten - schriftlich festgehalten werden.
Dabei haben Unternehmen und Hochschulen/Forschungseinrichtungen jeweils bestimmte Erwartungen an Kooperationsvorhaben, die in der folgenden Tabelle exemplarisch zusammengefasst sind:


Unternehmen
Hochschulen/
Forschungseinrichtungen
Wirtschaftliche Ebene
Gewinn, Umsatz, Marktzugang
Drittmittel für Personal,
Laborausstattung
Wissen
Technologie-/Expertenwissen, Zugang zu einer wissenschaftlichen Community
Praxisbezug, Ansätze für die
Lehre, Vergabe von Studien-/Abschlussarbeiten
Personal
Neue Kontakte, Nachwuchsaufbau und -bindung
Neue Kontakte, Praxisbezug

Häufig finden sich verschiedenste Synergien in diesen und weiteren Bereichen. So ermöglicht beispielsweise das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand eine (nahezu) vollständige Finanzierung der beim Hochschulpartner anfallenden Aufwendungen, während Unternehmen rund 35 bis 40 Prozent Zuschuss zu ihren internen Aufwendungen für das Projekt erhalten. Somit wird das wirtschaftliche FuE-Risiko für das Unternehmen gesenkt und die Hochschule erhält die erforderlichen Ressourcen für die Kooperation.

Mögliche Kriterien zur Auswahl eines Hochschulpartners

  • Erfahrung: In welchem Umfang wurden bereits Drittmittel-Projekte beziehungsweise Kooperationen mit der Wirtschaft umgesetzt?
  • Flexibilität: Verfügt der mögliche Partner über ausreichend Ressourcen, um das Projekt in der geplanten Zeit umzusetzen und gegebenenfalls auch auf unerwartete Änderungen zu reagieren?
  • Praxisnähe: Wie gut sind die Branchenkenntnisse? Verfügt der mögliche Partner neben technologischem Wissen eventuell auch über spezifische Kenntnisse von Märkten, Rechtsvorschriften oder ähnlichem?
  • Projektmanagement: Werden Projekte nach festgelegtem Verfahren abgewickelt? Ist eine zentrale Stelle vorhanden, die das Projekt koordiniert?
  • Standards: Sind die in der Branche üblichen Standards und Normen bekannt?

Unterstützung Ihrer IHK

Ihre IHK kann Sie bei der Suche nach einem möglichen Kooperationspartner in vielfältiger Weise unterstützen. Für IHK-Mitgliedsunternehmen sind diese Leistungen kostenlos.

1. Analyse

Wir besuchen Sie in Ihrem Unternehmen, analysieren Ihren Bedarf, besprechen das mögliche Vorgehen und zeigen eine mögliche Herangehensweise auf.

2. Suche nach einem passenden Kooperationspartner

Auf der Grundlage Ihres Projekts suchen wir für Sie nach einem passenden Kooperationspartner. Hier können wir unter anderem über die Initiative Team Wissenstransfer auf ein vielseitiges und leistungsstarkes Netzwerk von über 30 Hochschulen und Forschungszentren rund um den Bodensee zurückgreifen. Bei Bedarf können wir eine Kooperationsanfrage für Sie auch landesweit oder darüber hinaus verbreiten.

3. Vermittlung

Wir stellen Ihnen die Kooperationspartner vor und erläutern die Details der Recherche. Gerne begleiten wir Sie anschließend bei den ersten Treffen und stehen Ihnen auch während des laufenden Projekts immer bei Fragen zur Verfügung.

Planen Sie aktuell ein Technologietransfer-Projekt oder suchen Sie nach einem möglichen Hochschul-Partner? Wenden Sie sich gerne jederzeit an den rechts aufgeführten Ansprechpartner. Alternativ können Sie auch direkt die unter www.team-wissenstransfer.com verfügbare Kooperationsanfrage ausfüllen und uns zusenden - wir verbreiten diese dann im regionalen Hochschul-Netzwerk.
 
Das Technologietransferangebot wurde durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau des Landes Baden-Württemberg aus Mitteln des „Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE)“ gefördert.