Unterstützung für bergische Unternehmen

Unterstützungsmöglichkeiten in der Coronakrise für Unternehmen:  Die aktuelle Situation führt für viele Unternehmen zu massiven wirtschaftlichen Problemen. Hiermit möchten wir Ihnen einen Überblick über die zurzeit möglichen Maßnahmen geben, die helfen können, die wirtschaftliche Situation abzufangen. Für weitere Fragen stehen wir gerne über unsere Hotline (siehe Kontakt) zur Verfügung.

1.  Zuschussförderung

Die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe IV und Neustarthilfe 2022 endet, anders als bei den früheren Hilfsprogrammen, bereits kurz vor Ablauf der Förderperiode, nämlich am 15. Juni 2022.

1a. Überbrückungshilfe III Plus und Neustarthilfe Plus

Die Überbrückungshilfe III ist ein branchenübergreifendes Zuschussprogramm mit einer Laufzeit von acht Monaten (November 2020 bis Juni 2021). Dieses wurde mit der Überbrückungshilfe III Plus erweitert und um 6 Monate verlängert (Förderzeitraum Juli 2021 bis Dezember 2021). Es hat das Ziel, Umsatzrückgänge während der Corona-Krise zu mildern. Parallel zur Überbrückungshilfe III/Plus ist eine Neustarthilfe/Plus für Soloselbstständige vorgesehen. 
Die Überbrückungshilfe III Plus kann nur über einen prüfenden Dritten, die Neustarthilfe Plus kann als Direktantrag oder über einen prüfenden Dritten beantragt werden. Die Antragsfrist endet am 31. März 2022. Nähere Informationen entnehmen sie bitte der Internetseite des Bundeswirtschaftsministeriums.

1b. Überbrückungshilfe IV und Neustarthilfe 2022

Die Programme werden als Überbrückungshilfe IV und Neustarthilfe 2022 für den Förderzeitraum Januar bis März 2022 fortgeführt. Diese Finanzhilfen können ab sofort bis zum 30. April 2022 auf der Internetplattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de beantragt werden. Bei der Überbrückungshilfe IV erfolgt die Antragstellung über sogenannte prüfende Dritte, unter anderem Steuerberater und Wirtschaftsprüfer. Soloselbständige können auch  Direktanträge auf die Neustarthilfe 2022 stellen. Soloselbstständige, die als juristische Person organisiert sind und ihre Anträge über prüfende Dritte stellen, werden voraussichtlich erst im Februar einen Antrag stellen können.

1c. Härtefallhilfe/Härtefallfonds

Die Härtefallhilfe NRW ergänzt die bestehenden Corona-Hilfsprogramme des Bundes und der Länder. Ziel ist, Unternehmen und Selbständige zu unterstützen, die aufgrund von speziellen Fallkonstellationen in den bestehenden Hilfsprogrammen von Bund und Ländern nicht berücksichtigt sind.
Ziel und Zweck der Härtefallhilfen NRW
Ziel der Härtefallhilfe NRW ist es, Unternehmen und Selbständige zu unterstützen, die aufgrund von speziellen Fallkonstellationen in den bestehenden Hilfsprogrammen von Bund und Ländern nicht berücksichtigt sind.
Die Härtefallhilfe NRW wird auf Basis einer Einzelfallentscheidung in Form einer Billigkeitsleistung im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel gewährt. Auf die Gewährung der Leistungen besteht kein Rechtsanspruch.
Die Härtefallhilfe ist subsidiär zu den bestehenden Corona-Hilfsangeboten von Bund, Ländern und Kommunen. Sie kann nur dann gewährt werden, wenn bestehende Hilfsprogramme nicht greifen. Zudem muss eine absehbare Bedrohung der wirtschaftlichen Existenz vorliegen. Die Höhe der Unterstützungsleistung orientiert sich an den förderfähigen Tatbeständen der  Überbrückungshilfe III, das heißt einer Erstattung von Fixkosten.
Höhe der Härtefallhilfen NRW
Die Härtefallhilfe NRW beträgt höchstens 150.000 Euro pro Antragsteller. Im Übrigen gelten die beihilferechtlichen Höchstgrenzen der  Bundesregelung Kleinbeihilfen, der  De-minimis-Verordnung und der  Bundesregelung Fixkostenhilfe. Der Förderzeitraum läuft bis zum 31. Dezember 2021.
Antragstellung und weitere Informationen
Anträge können ausschließlich durch einen prüfenden Dritten (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt, vereidigter Buchprüfer) über das Portal  www.haertefallhilfen.de gestellt werden. 
Dort sind auch weiterführende und detaillierte Informationen zum Programm als  FAQ hinterlegt. Weitere Auskünfte erhalten Sie über die Hotline des Landes Nordrhein-Westfalen unter der Telefonnummer +49 211-7956 4996

2. Kreditfinanzierung

Die öffentlichen Banken (NRW.BANK, KfW sowie Bürgschaftsbank NRW) haben Ihre Angebote auf die aktuelle Situation angepasst. Weiterhin Bestand hat dabei das sogenannte Hausbankenprinzip, d.h. zur Gewährung eines Förderkredits benötigen Sie eine Hausbank, die bereit ist, den Antrag zu stellen und die dabei auch einen Teil ins eigene Risiko gehen wird.
Die wichtigsten Programme sind:

NRW.BANK Universalkredit
  • Finanzierung von Betriebsmitteln und Investitionen
  • Haftungsfreistellung zugunsten der Hausbank bis 80 Prozent
  • kein Mindestkreditbetrag
  • Endfällige Darlehen oder Ratendarlehen
Details: nrwbank.de/universalkredit

NRW.Start-up akut, Wandeldarlehen
  • Kleine und mittlere Unternehmen in Gründung und bis 36 Monate nach der Gründung
  • 15 TEUR – 200 TEUR
Details: nrwbank.de/start-up-akut

KfW Schnellkredit 2020
  • Finanzierung von Betriebsmitteln und Investitionen, Umschuldungen ausgeschlossen
  • Höchstbetrag 25% des Jahresumsatzes 2019, max. 675 TEUR (bis 10 Mitarbeiter), 1.125 TEUR (bis 50 MA) und 1.800 TEUR (über 50 MA)
  • für Unternehmen, die mind. seit 1.1.2019 am Markt sind und sich zum 31.12.2019 in „geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen“ befanden
  • Laufzeit: bis zu 10 Jahre mit zwei tilgungsfreien Anlaufjahren, Zinssatz 3 Prozent
  • 100prozentige Haftungsfreistellung für die Hausbank
  • keine Risikoprüfung durch KfW und Hausbank
  • Bestellung von Sicherheiten ist nicht zulässig
Bis zum 31.12.2021 können Sie bei Ihrer Bank oder Sparkasse den KfW-Schnellkredit 2020 abschließen.
Details: kfW.de/corona

Weitere Infos:
NRW.BANK-Service-Center: 0211 91741 4800
www.nrwbank.de
Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW: 0800 539 9000
https://www.kfw.de/
Bei notwendigen Überbrückungsfinanzierungen sollte zeitnah das Gespräch mit der Hausbank gesucht werden, denn die Vergabe von Bürgschaften, Haftungsfreistellungen und günstigen Krediten erfordert immer die Begleitung durch eine Hausbank.

3. Weitere Maßnahmen

3a. Ausbildungsprämie

Für Unternehmen bis zu 499 Mitarbeitern:
  • Je abgeschlossenen Ausbildungsvertrag 4.000 Euro Prämie
  • Für jeden zusätzlich abgeschlossenen Vertrag 6.000 Euro Prämie
Nähere Infos gibt es hier.

3b. Kurzarbeitergeld

Wenn Ihr Betrieb aufgrund der Corona-Krise nicht ausgelastet ist, kann bei der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit ein Antrag auf Kurzarbeit gestellt werden. Die Hürden für die Genehmigung sind aktuell sehr niedrig, so dass die Bewilligung relativ unbürokratisch abgewickelt wird. Falls 10% Ihrer Beschäftigten einen Arbeitsausfall von mindestens 10% haben, sind die Mindestvoraussetzungen bereits erfüllt.

Wichtig: Betriebe müssen Kurzarbeit vorher bei der Arbeitsagentur anzeigen. Erst danach können Sie dieses beantragen. Wenden Sie sich dazu an Ihren Arbeitgeber-Service. Von ihm erhalten Sie die Zugangsdaten, um Kurzarbeitergeld beantragen zu können.

So beantragen Sie Kurzarbeitergeld ( Video).
Die zehn häufigsten Fehler bei der Beantragung finden Sie hier.
Weitere Informationen finden Sie hier.

Unterstützung bei Beantragung und Bearbeitung von Kurzarbeitergeld
Erste Wahl bei der Beantragung und Abwicklung des Kurzarbeitergeldes sollte die Zusammenarbeit mit Ihrem Steuerberater sein. Für kleine Unternehmen, die den Antrag und die Abwicklung selbst übernehmen, kann dieses Tool helfen:
mit digitaler „Schritt für Schritt“-Anleitung, die die Antragsstellung begleitet (mit herzlichem Dank an Pascal Kremp, CEO, Pinetco GmbH, Wuppertal)

3c. Jobcenter

Gegebenenfalls kann auch das Jobcenter im Notfall Unterstützungsleistungen
(Hartz IV) zur Sicherstellung des Lebensunterhalts anbieten. Sprechen Sie dazu direkt das Jobcenter in Ihrer jeweiligen Stadt an.

3d. Finanzamt

Stundung Aussetzung fälliger Vorauszahlungen zur Einkommenssteuer, bzw. Körperschaftssteuer, etc.
  • Antrag auf Verzicht auf Vollstreckungsmaßnahmen / Erlass von Säumniszuschlägen
  • Antrag auf Stundung der Gewerbesteuer bei Ihrer jeweiligen Kommune

3e. Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Um eine Vollstreckung der Sozialversicherungsbeiträge bei einem finanziellen Engpass zu vermeiden, empfiehlt es sich, mit den beteiligten Krankenkassen eine Stundung von Beiträgen zu vereinbaren.

In Ausnahmefällen dürfen die Krankenkassen die Beiträge stunden, wenn die sofortige Einziehung eine erhebliche Härte für den Arbeitgeber darstellt und der Anspruch nicht gefährdet ist. Eine Stundung erfolgt allerdings nur gegen angemessene Verzinsung und Sicherheitsleistung. Die Krankenkassen entscheiden als Einzugsstellen für die Sozialversicherungsbeiträge jeweils im Einzelfall. Es ist sinnvoll, sich frühzeitig mit den zuständigen Krankenkassen in Verbindung zu setzen, um die Möglichkeiten und Modalitäten einer Stundung abzuklären.

3f. Schuldnerberatung

Kostenfreie Schuldnerberatung bietet an:
S.I.B. Schulden- und Insolvenzberatung
Roland Dingerkus
Wilhelmstr. 7
42697 Solingen
Tel: 0212 23568-0
Internet: www.sib-solingen.de
Mail: r.dingerkus@sib-solingen.de

3g. Entschädigungen nach Infektionsschutzgesetz

Selbständige haben Anspruch auf Entschädigung, wenn der Betrieb aus infektions-schutzrechtlichen Gründen untersagt wird (§ 56 Infektionsschutzgesetz). Anspruch haben sowohl Inhaber als auch angestellte Mitarbeiter. Voraussetzung für Entschädigungsansprüche ist das Verbot der Erwerbstätigkeit oder die Anordnung von Quarantäne aus infektionsschutzrechtlichen Gründen.

Die Abläufe, wie in solchen Fällen vorgegangen wird (z.B. Antragstellung), bestimmt die zuständige Behörde. Betroffene sollten sich deshalb zunächst an die zuständige Behörde wenden, um alles Weitere zu erfahren. Wie hoch die Entschädigung ausfällt, richtet sich bei Selbstständigen nach ihrem Verdienstausfall.

Neben dem Verdienstausfall können Selbstständige auch für Betriebsausgaben „in angemessenem Umfang“ entschädigt werden (§ 56 Absatz 4 Infektionsschutzgesetz). Auch dies müssen die Inhaber selbst beantragen.

Eine Inanspruchnahme auf Entschädigungsleistungen ist NICHT für die aktuell angeordnete Schließungen von Unternehmen, sondern nur bei einer behördlich angeordneten Quarantäne des Unternehmens möglich!

Zuständige Behörde
Rheinland:
LVR-Zentralverwaltung in Köln-Deutz
Landschaftsverband Rheinland
Kennedy-Ufer 2
50679 Köln
Telefonzentrale: 0221 809-5400
Telefax: 0221 809-5402
E-Mail: ser@lvr.de

Die Möglichkeit zur direkten Antragsstellung finden Sie hier.

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