Medieninfo Nr. 58/26 vom 24.09.2026
EU-Verpackungsverordnung: Gut gemeint, schlecht gemacht
„Stop the Clock“-Aktion – Unternehmen können auf praxisferne Vorgaben der PPWR aufmerksam machen.
Die Bergische IHK beteiligt sich an der bundesweiten IHK-Kampagne „Stop the Clock“ zur europäischen Verpackungsverordnung (PPWR). Auf ihrer Internetseite stellt sie Unternehmen ein Musterschreiben zur Verfügung, mit dem diese ihre praktischen Erfahrungen und Bedenken gegenüber politischen Entscheidungsträgern auf europäischer Ebene deutlich machen können.
„Die Ziele einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft stehen nicht in Frage. Aber gut gemeint ist noch lange nicht gut gemacht“, erklärt Thomas Grigutsch, designierter Hauptgeschäftsführer der Bergischen IHK. „Die derzeitige Ausgestaltung der Verordnung schafft neue bürokratische Hürden und droht, den innereuropäischen Handel gerade für kleine und mittlere Unternehmen unnötig zu erschweren.“
Ein besonderer Kritikpunkt ist die Verpflichtung, bei bestimmten grenzüberschreitenden Tätigkeiten Bevollmächtigte für die erweiterte Herstellerverantwortung in anderen EU-Mitgliedstaaten zu benennen. Die Europäische Kommission hat inzwischen selbst vorgeschlagen, die Anwendung dieser Verpflichtung auszusetzen. „Wenn selbst die Kommission erkennt, dass einzelne Vorgaben kaum praxistauglich sind, sollte man die Unternehmen von dieser Belastung schnellstmöglich befreien“, so Grigutsch. „Die Uhr muss deshalb an dieser Stelle tatsächlich angehalten werden.“
Im Oktober stehen weitere Beratungen auf europäischer Ebene an. Parallel dazu bringt die Bergische IHK ihre Kritik über die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) weiterhin in den politischen Prozess ein. „Wir möchten möglichst viele Unternehmen aus dem Bergischen Städtedreieck ermutigen, sich an der Aktion zu beteiligen und konkret aufzuzeigen, wo die Regelungen zu unnötiger Bürokratie, zusätzlichen Kosten oder neuen Handelshemmnissen führen“, so Grigutsch.
Das Musterschreiben sowie weitere Informationen zur Aktion finden Unternehmen hier.
Die IHK-Organisation ruft Unternehmen zu einer bundesweiten PPWR-Kampagne auf, um die zuständige EU-Kommissarin Jessika Roswall und Europaparlamentarier für die Auswirkungen der PPWR zu sensibilisieren. Hier im Bild: Leonard Brenner, Referent für Umwelt- und Raumordnung bei der Bergischen IHK
