Medieninfo Nr. 62/26 vom 16.10.2026

Konjunktur bleibt schwach: Bergische Unternehmen unter Druck

Die Konjunktur im Bergischen Städtedreieck bleibt schwach, ein Aufschwung zeichnet sich nicht ab.

Über 500 Unternehmen beteiligen sich an der IHK-Konjunkturumfrage

Die Lage der heimischen Wirtschaft hat sich im Vergleich zum Frühjahr kaum verändert: 33 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre Lage als schlecht, nur 18 Prozent als gut. Etwa die Hälfte meldet befriedigende Geschäftszahlen. Der Geschäftslagesaldo, das heißt die Differenz der positiven und negativen Lageeinschätzungen, sinkt im Vergleich zur vorherigen Umfrage geringfügig um zwei auf minus 15 Punkte. Dies zeigen die Ergebnisse der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage, an der sich 504 Unternehmen mit 18.100 Beschäftigten beteiligt haben.
Erneut bewerten nur die Dienstleister ihre Geschäftslage überwiegend positiv. Ein Lichtblick sind insbesondere die Kreditinstitute. Das gestiegene Zinsniveau verbessert die Margen der Banken und Sparkassen im Kreditgeschäft. In den übrigen Wirtschaftssektoren dominieren dagegen die negativen Lageurteile. Die Industrie und das Verkehrsgewerbe stagnieren auf niedrigem Niveau. Der Groß- und Einzelhandel bilden im Branchenvergleich das Schlusslicht. Die hohen Kraftstoffpreise schmälern die Kaufkraft der Bürger und belasten den privaten Konsum.

Das Bergische Städtedreieck im Vergleich

Im Vergleich der drei bergischen Großstädte bewertet die Solinger Wirtschaft sowohl ihre derzeitige Lage als auch ihre Perspektiven für die kommenden Monate positiver als die Unternehmen in den beiden Nachbarstädten. Die Remscheider Wirtschaft ist am wenigsten zufrieden.
Bei den Geschäftsaussichten für die kommenden Monate überwiegen in allen Branchen die Pessimisten.
„Die Unternehmen stehen erheblich unter Druck, knapp ein Drittel befürchtet in den kommenden Monaten einen Umsatzrückgang“, erläutert IHK-Präsident Henner Pasch.
Die Industrie hofft allerdings, von den stark steigenden Staatsausgaben zu profitieren und ist deshalb etwas zuversichtlicher als der Handel und der Dienstleistungssektor.

Die größten Risikofaktoren

Die Energie- und Rohstoffpreise bleiben die am häufigsten genannten Risikofaktoren für die wirtschaftliche Entwicklung. Fast zwei Drittel der Umfrageteilnehmer zählen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen am Standort Deutschland zu den wichtigsten Geschäftsrisiken. Die Unzufriedenheit mit der Bundesregierung ist weiterhin hoch.
„Die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands erodiert, sodass der Reformbedarf immer größer und dringender wird. Der Bürokratieabbau kommt aber nicht voran und auch der Anstieg der Arbeitskosten, insbesondere der Lohnnebenkosten, bereitet der bergischen Wirtschaft erhebliche Probleme“, so Pasch.
Die umfangreichen öffentlichen Investitionen führen bislang nicht dazu, dass die privaten Investitionen anziehen. Das Vertrauen in einen nachhaltigen Aufschwung ist gering. Mehr als ein Viertel der Unternehmen plant, Arbeitsplätze abzubauen. Auch die duale Berufsausbildung steht unter Druck: Knapp ein Drittel der Ausbildungsbetriebe erwartet, in den kommenden 12 Monaten weniger Ausbildungsverträge abzuschließen.
Wenn Sie Interesse am ausführlichen IHK-Konjunkturbericht Herbst 2026 haben, senden wir Ihnen gerne ein PDF-Exemplar per E-Mail zu.

Statement Henner Pasch

Statement von IHK-Präsident Henner Pasch anlässlich der IHK-Konjunkturpressekonferenz am 16. Oktober 2026. Es gilt das gesprochene Wort.

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