IHK-MEDIENINFO NR. 10/26 VOM 9.2.2026

Diskussion um Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit geht an Bedürfnissen der Unternehmen vorbei

Unternehmen halten eine bessere Kinderbetreuung, steuerliche Anreize für Mehrarbeit und flexiblere Arbeitszeiten für wichtiger
Fast zwei Drittel der Unternehmen würden es begrüßen, wenn es künftig nur noch eine wöchentliche Höchstarbeitszeit statt einer täglichen geben würde. Sie erhoffen sich von flexibleren Arbeitszeiten vor allem, dass Auftragsspitzen effektiver abgefangen und Kundenanforderungen besser erfüllt werden können. Das ergab eine aktuelle Blitzumfrage der Bergischen IHK zu den Themen Teilzeitarbeit und Arbeitszeitflexibilisierung, an der sich 320 Unternehmen beteiligt haben.
Der Rechtsanspruch auf Teilzeit wird differenziert gesehen: 40 Prozent halten ihn für sinnvoll, 30 Prozent wollen ihn zumindest einschränken und 21 Prozent ganz abschaffen. Von einer Abschaffung oder Einschränkung erhoffen sich die Unternehmen vor allem bessere Planbarkeit (31 Prozent) und mehr Arbeitsvolumen (20 Prozent).
Die Umfrage zeigt aber auch, dass die aktuelle politische Diskussion über Teilzeitarbeit an den Bedürfnissen der Unternehmen vorbeigeht. Denn auf die Frage, welche Maßnahmen aus ihrer Sicht zur Fachkräftesicherung wichtig sind, nennen nur drei Prozent die Einschränkung von Teilzeit. Viel wichtiger sind aus Sicht der Wirtschaft eine bessere Kinderbetreuung (25 Prozent), steuerliche Anreize für Mehrarbeit (24 Prozent) und flexiblere Arbeitszeitregelungen (19 Prozent). Außerdem fordern die Unternehmen eine Reform des Steuerrechts, eine Begrenzung des Anstiegs der Lohnnebenkosten und endlich weniger Bürokratie.
Die Teilzeitquoten bei den Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, sind sehr unterschiedlich. Bei über der Hälfte beträgt die Teilzeitquote unter 10 Prozent, bei einem Viertel beträgt sie zwischen 10 und 30 Prozent und bei einem weiteren Viertel über 30 Prozent.
An der Umfrage haben sich circa 320 Unternehmen aus dem Bergischen Städtedreieck beteiligt. Davon kommt die Hälfte aus dem Dienstleistungssektor, knapp ein Viertel sind Industriebetriebe und etwa ein Fünftel gehört dem Groß- oder Einzelhandel an. Die Umfrage wurde zwischen dem 2. und 5. Februar durchgeführt.