Innovation und Umwelt
Aus der Umfrage, an der sich im Juni rund 3.100 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen beteiligt haben, ergibt sich ein klares Stimmungsbild zur Energiewende: Die Unternehmen wünschen sich eine Klimapolitik, die Dekarbonisierung einerseits und Wettbewerbsfähigkeit andererseits ermöglicht. Gleichzeitig wird deutlich, wie dringend der Handlungsbedarf ist: Vor allem für zahlreiche energieintensive Betriebe, aber auch im Handel haben sich die Wettbewerbsbedingungen erheblich verschlechtert.
Energiewende-Barometer 2026: Wirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen
Viele Unternehmen sehen in der Energiewende weiterhin vor allem Belastungen. Die Einschätzung der Unternehmen zur Energiewende hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar weiter verschlechtert. Das geht aus dem aktuellen Energiewende-Barometer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) hervor, an dem sich mehr als 3.000 Unternehmen beteiligt haben, davon 627 aus Nordrhein-Westfalen.
Industriebetriebe verlagern ihre Produktion ins Ausland, Investitionen in Kernprozesse werden verschoben: Das aktuelle Energiewende-Barometer der IHK-Organisation verdeutlicht, welch große Herausforderungen die hohen Energiekosten für die Unternehmen bedeuten.
Umfrage zeigt klares Stimmungsbild
Aus der Umfrage, an der sich im Juni rund 3.100 Unternehmen aus allen Branchen und Regionen beteiligt haben, ergibt sich ein klares Stimmungsbild zur Energiewende: Die Unternehmen wünschen sich eine Klimapolitik, die Dekarbonisierung einerseits und Wettbewerbsfähigkeit andererseits ermöglicht. Gleichzeitig wird deutlich, wie dringend der Handlungsbedarf ist: Vor allem für zahlreiche energieintensive Betriebe, aber auch im Handel haben sich die Wettbewerbsbedingungen erheblich verschlechtert.
Viele Unternehmen sehen sich inzwischen an ihrer Belastungsgrenze. Globale Krisen treffen auf weiterhin ungelöste strukturelle Herausforderungen am Wirtschaftsstandort Deutschland. Dabei entwickeln sich die Energiekosten zunehmend zu einem der größten Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung.
In den vergangenen zwölf Monaten hat sich Strom für 49 Prozent der Unternehmen weiter verteuert, Wärme (Gas, Fernwärme, Heizöl) sogar für 67 Prozent der Betriebe. Entsprechend verschlechtert sich auch der Wert des Energiewende-Barometers, das die Auswirkungen der Energiewende auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beschreibt: Der Saldo negativer und positiver Auswirkungen, der sich nach dem Tiefstand von 2023 wieder etwas erholt hatte, erreicht 2026 auf einer Skala von minus 100 ("sehr negativ") bis plus 100 ("sehr positiv") nur noch minus 11,48 Punkte.
Verlässliche Rahmenbedingungen für die Wettbewerbsfähigkeit gefordert
Fast jedes zweite Unternehmen sieht im aktuellen Verlauf der Energiewende negative Auswirkungen auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit. In der Industrie sind es sogar 67,5 Prozent. Nur 18,3 Prozent verbinden mit ihr eher Vorteile. Jedes dritte Unternehmen stellt Investitionen in Kernprozesse zurück, jedes vierte investiert weniger in Klimaschutz. Bei jedem zweiten Unternehmen ist der Strompreis in diesem Jahr weiter gestiegen. Daraus ergibt sich eine eindeutige Forderung: 77,8 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer verlangen eine Senkung des Strompreises. Gleichzeitig erwarten fast 80 Prozent der Befragten von der Bundesregierung eine klare Strategie zum Ausbau der Energieinfrastruktur und mehr staatliche Investitionen in die erforderliche Infrastruktur für die Energiewende.
