Coronavirus: Prüfungen und Ausbildung

Ausbildungsprämien der Bundesregierung

Die Bundesregierung hat am 24. Juni 2020 die Ausbildungsprämie auf den Weg gebracht. Das Hilfsprogramm für kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) umfasst insgesamt 500 Millionen Euro. Die Ausbildungsprämie soll dabei helfen, Ausbildungsplätze zu sichern, die durch die Corona-Pandemie bedroht sind. Hier gibt es ausführliche Informationen.

Überbetriebliche Lehrgänge, um Ausbildungsabschlüsse in der Pandemie zu sichern

Durchgeführt werden die Lehrgänge von Bildungsträgern. Für Ausbildungsbetriebe ist das Angebot kostenfrei. Rund 400 Auszubildende in Nordrhein-Westfalen, insbesondere im zweiten und dritten Lehrjahr, aber auch des 1., sollen in unterschiedlichen überbetrieblichen Lehrgängen für eine Dauer von bis zu 28 Wochen die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zum Bestehen der Prüfungen erlangen.
Lehrgangsangebote des Projekts
Auf Basis des Ausbildungsrahmenplanes des IHK-Berufes Fachkraft für Veranstaltungstechnik werden entsprechend den unterschiedlichen Lernzielen dieses Ausbildungsberufes überbetriebliche Lehrgänge stattfinden. Dabei wird von maximal 28 Wochen ausgegangen, die sich aus folgenden Lehrgängen (nach Ausbildungsrahmenplan) zusammensetzen:
Kürzel Überbetrieblicher Lehrgang Anzahl Wochen
(á 5 Tage)
SP-VT1/21
Montage-Lehrgang
incl. Arbeitssicherheit, IPAF-Schein
4 Wochen
SP-VT2/21
Schalten & Messen 1
2 Wochen
SP-VT3/21
Schalten & Messen 2
2 Woche
SP-VT4/21
Werkstattlehrgang Elektro
4 Wochen
SP-VT5/21
VDE 1
2 Wochen
SP-VT6/21
VDE 2
3 Wochen
SP-VT7/21
IT-Netzwerktechnik
1 Woche
SP-VT8/21
Projektmanagement
4 Wochen
SP-VT9/21
Virtuelle Veranstaltungen incl. Datentechnik Prüfungsvorbereitung
2 Wochen /
4 Wochen
Summe
28 Wochen
Abhängig von vom Ausbildungsstand der einzelnen Auszubildenden, sollen die Lehrgänge in Abstimmung mit den Ausbildungsbetrieben auch einzeln gewählt bzw. kombiniert werden können.
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat gemeinsam mit IHK NRW das neue Hilfsprogramm erarbeitet, um die fachpraktische Ausbildung in gewerblich-technischen Berufen trotz Shutdown sicherzustellen. Gefördert werden vom Ministerium ab dem 1. April 2021 bis zum 31.03.2022 überbetriebliche Lehrgänge. Das Lehrgangsangebot orientiert sich am Ausbildungsrahmenplan der “Fachkraft für Veranstaltungstechnik”. Die Lehrgänge sind jedoch nicht auf Azubis dieses Berufs beschränkt.
Viele Ausbildungsbetriebe stehen derzeit vor der Herausforderung, die bestehenden Ausbildungsverhältnisse in gewohnt hoher Qualität fortzuführen. Insbesondere die berufspraktische Ausbildung gestaltet sich schwierig, wenn ein Unternehmen vom Shutdown betroffen ist. Auch gilt: Je technischer der Ausbildungsberuf, desto schwieriger sind Ausbildungsinhalte ohne betriebliche Praxis zu vermitteln. Die fachpraktische Ausbildung leidet somit massiv. Die für die Prüfung notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten können von den Auszubildenden nicht mehr immer ausreichend erworben werden und ihre Ausbildungsabschlüsse sind bedroht.
Interessierte Unternehmen können sich hier (PDF-Datei · 106 KB) über die Inhalte der Lehrgänge informieren und anschließend direkt den Lehrgangsträger
BZI Berufsbildungszentrum der Metall- und Elektroindustrie gGmbH
Wüstenhagener Str. 18-26, 42855 Remscheid
Ansprechpartner zur Durchführung:
Geschäftsführer, Herrn Alexander Lampe 02191-9387-123 a.lampe@bzi-rs.de,
Ausbildungsleiter Herr Thomas Knipper 02191-9387-400 t.knipper@bzi-rs.de
kontaktieren.

IHK-Prüfungen – Aktuelle Regelungen:


Die Teilnahme an einer IHK-Prüfung setzt voraus:
  • Sie sind gesund und zeigen keine Corona-Symptome (z.B. Fieber über 38 Grad)
  • Bitte beachten Sie die Aushänge sowie Hygiene- und Verhaltenshinweise am Prüfungsort
Bei den Prüfungen bitten wir folgendes zu beachten:
  • Wir bitten weiterhin, eine medizinische Mund-Nasen-Bedeckung (OP-Maske, FFP2-Maske oder höherer Standard) zu tragen. 
    Während der Prüfung können Sie diese - nach Aufforderung der Prüfer/-innen - am Sitzplatz ablegen.
  • Nach Möglichkeit Abstand zu anderen Personen halten.
  • Keine Gruppen bilden.
  • Nies- und Hustenetikette (Niesen/Husten in Armbeuge) einhalten.
  • Hygieneregeln (z. B. regelmäßiges Händewaschen etc.) beachten.
  • Anweisungen der Aufsichten und Prüfer/-innen folgen.
  • Bitte Prüfungsort nach der Prüfung umgehend verlassen.

Zum gegenseitigen Schutz bittet die Bergische IHK um Einhaltung der üblichen Hygienehinweise.
Wir wünschen Ihnen für Ihre Prüfung viel Erfolg!
Hinweis für Prüfer: Bei praktischen/mündlichen Prüfungen ist der Prüfungsausschuss aus seiner Fürsorgepflicht heraus verpflichtet, Prüfungsteilnehmer von der Prüfung abzuhalten und nach Hause zu schicken, wenn sie erkennbar prüfungsunfähig sind und die Ablegung der Prüfung ein erkennbares Sicherheitsrisiko darstellen würde.

Was tue ich mit Blick auf die Prüfung, wenn ich am Coronavirus erkrankt bin bzw. der Verdacht einer Erkrankung besteht?

Wenn Sie zum Prüfungstermin am Coronavirus erkrankt sind, dürfen Sie nicht an der Prüfung teilnehmen. Dies stellt in der Regel einen Rücktritt mit wichtigem Grund dar. Wichtig ist, dass Sie unverzüglich der IHK die Nichtteilnahme mitteilen müssen (per E-Mail) und den wichtigen Grund (Erkrankung) durch Vorlage eines ärztlichen Attestes nachweisen müssen.
Das Gleiche gilt, wenn Sie wegen des Verdachts einer Erkrankung am Coronavirus unter Quarantäne gestellt werden. Auch in diesem Fall dürfen Sie nicht an der Prüfung teilnehmen, wenn die Prüfung in den Zeitraum der Quarantäne fällt. Auch das ist ein Rücktritt mit wichtigem Grund, den Sie bitte unverzüglich unter Beifügung geeigneter Nachweise (zum Beispiel Bescheinigung vom Gesundheitsamt) der IHK mitteilen (per E-Mail). In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt.
Hinweis für Prüfer: Bei praktischen/mündlichen Prüfungen ist der Prüfungsausschuss aus seiner Fürsorgepflicht heraus verpflichtet, Prüfungsteilnehmer/-innen von der Prüfung abzuhalten und nach Hause zu schicken, wenn sie erkennbar prüfungsunfähig sind und die Ablegung der Prüfung ein erkennbares Sicherheitsrisiko darstellen würde.
 

Welche Folgen hat es, wenn ich an der Prüfung nicht teilnehmen kann?

Sollten Sie an der Prüfung aus wichtigem Grund nicht teilnehmen, können Sie zum nächstmöglichen Termin (in der Regel sechs Monate später) an der Prüfung teilnehmen. Der wichtige Grund ist unverzüglich mitzuteilen und nachzuweisen. Im Krankheitsfall ist die Vorlage eines ärztlichen Attestes erforderlich. In diesem Fall gilt die Prüfung als nicht abgelegt.
Hinweis für Auszubildende: Als Auszubildender besteht grundsätzlich ein Anspruch auf Verlängerung der Ausbildungszeit bis zum nächsten Prüfungstermin.


Was passiert, wenn das Berufskolleg geschlossen wird?

Sofern ein Berufskolleg nicht von den zuständigen Gesundheitsbehörden geschlossen wird, besteht grundsätzlich Schulpflicht nach § 43 Absatz 1 SchulG.

Ist ein Auszubildender durch Krankheit oder aus anderen nicht vorhersehbaren Gründen verhindert, die Schule zu besuchen, so benachrichtigt der Auszubildende oder Betrieb unverzüglich die Schule und teilt den Grund für das Schulversäumnis mit. Ausbildende und Auszubildende sollten die Entscheidung über die Nichtteilnahme am Unterricht zur Vermeidung einer Corona-Infektion nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt treffen.
Wird die Berufsschule geschlossen, muss der Auszubildende im Ausbildungsbetrieb erscheinen, sofern er nicht unter Quarantäne gestellt ist.
Zur Sicherung des Ausbildungserfolges sollten Berufskollegs Möglichkeiten im Rahmen der infrastrukturellen Voraussetzungen erörtern, wie Auszubildende gerade auch mit Blick auf anstehende Prüfungen unterstützt werden können. Ausbildungsbetriebe sollten über entsprechende gefundene Möglichkeiten informiert werden und prüfen, ob und wie sie den Auszubildenden im Rahmen der organisatorischen Möglichkeiten Gelegenheit zur Bearbeitung schulischer Aufgaben geben können.

Darf ein Auszubildender von der Ausbildung fernbleiben?

Grundsätzlich darf ein Auszubildender die Arbeit nicht verweigern, weil die Ansteckungsgefahr bei der Arbeit oder auf dem Weg dorthin erhöht sein könnte. Im Einzelfall kann der Arbeitgeber bei einer konkreten Gefährdung aufgrund seiner Fürsorgepflicht verpflichtet sein, den Auszubildenden von der Arbeit freizustellen oder Teile der Ausbildung (zum Beispiel das Führen des Ausbildungsnachweises) zu Hause zu erlauben.

Kann für Auszubildende Kurzarbeit angeordnet werden?

Kann ein Unternehmen auch für seine Auszubildenden Kurzarbeit anordnen? Was muss bei der Ausbildungsvergütung und bei Kündigungen beachtet werden?
Grundsätzlich sind Auszubildende bei der Prüfung der Frage, ob Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht, außen vor zu lassen. Dennoch ist auch die Ausbildung in der Regel von den Auswirkungen der Kurzarbeit betroffen. Die folgende Übersicht verdeutlicht die Handlungsspielräume und Optionen der betroffenen Betriebe.

Auszubildenden gegenüber kann in der Regel keine Kurzarbeit angeordnet werden. Der Ausbildungsbetrieb ist dazu verpflichtet, alle Mittel auszuschöpfen, um die Ausbildung weiter zu gewährleisten. Hierbei hat er zum Beispiel folgende Möglichkeiten:
  • Umstellung des Lehrplans durch Vorziehen anderer Lerninhalte
  • Versetzung in eine andere Abteilung
  • Rückversetzung in die Lehrwerkstatt
  • Durchführung besonderer Ausbildungsveranstaltungen.
Erst wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind, kann Kurzarbeit auch für Auszubildende in Frage kommen. Diese Option ist allerdings restriktiv zu handhaben.
Auszubildende sind nicht per se von dem Bezug von Kurzarbeitergeld ausgeschlossen, da sie grundsätzlich der Versicherungspflicht unterliegen. Allerdings ist die Unvermeidbarkeit des Arbeitsausfalls bei Auszubildenden stets näher zu prüfen. Da Ausbildungsverhältnisse als Vertragsverhältnisse besonderer Art einzustufen sind, werden den Betrieben in aller Regel besondere Maßnahmen zuzumuten sein, die Ausbildung auch während der Kurzarbeit fortzusetzen.

Auch bei Ausbildern sollte Kurzarbeit nur in Ausnahmefällen angeordnet werden, da das Unternehmen gewährleisten muss, dass der Ausbilder seiner Ausbildungspflicht gegenüber dem Auszubildenden nachkommt. Werden die Auszubildenden mangelhaft oder gar nicht ausgebildet, kann ein Schadensersatzanspruch gegenüber dem Ausbildungsbetrieb entstehen.
Ausbildungsvergütung und Kündigung
Sollte Auszubildenden gegenüber Kurzarbeit angeordnet werden, haben sie Anspruch auf Zahlung der vollen Ausbildungsvergütung für mindestens sechs Wochen (§ 19 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Abweichend von der gesetzlichen Mindestdauer können Ausbildungs- und Tarifverträge längere Fristen vorsehen.
Kurzarbeit an sich kann keine Kündigung der Auszubildenden durch den betroffenen Ausbildungsbetrieb rechtfertigen, es sei denn der Ausbildungsbetrieb kommt für längere Zeit vollständig zum Erliegen. Entfällt dadurch die Ausbildungseignung des Unternehmens, ist eine Kündigung der Auszubildenden möglich, ohne dass ein Schadensersatzanspruch entsteht. Die Ausbilder sind aber dazu verpflichtet, sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit rechtzeitig um einen anderen Ausbildungsbetrieb für den Auszubildenden zu bemühen. 
 

Kann für Ausbilder Kurzarbeit angeordnet werden?

Auch bei Ausbildern sollte Kurzarbeit nur in Ausnahmefällen angeordnet werden, da der Betrieb gewährleisten muss, dass der Ausbilder seiner Ausbildungspflicht gegenüber dem Auszubildenden nachkommt. Werden die Auszubildenden mangelhaft oder gar nicht ausgebildet, kann ein Schadensersatzanspruch gegenüber dem Ausbildungsbetrieb entstehen.

Kann dem Auszubildenden gekündigt werden?

Kurzarbeit an sich kann keine Kündigung der Auszubildenden durch den betroffenen Ausbildungsbetrieb rechtfertigen. Es sei denn der Ausbildungsbetrieb kommt für längere Zeit vollständig zum Erliegen. Entfällt dadurch die Ausbildungseignung des Betriebes, ist eine Kündigung der Auszubildenden möglich, ohne dass ein Schadensersatzanspruch entsteht. Die Ausbilder sind aber dazu verpflichtet, sich mit der zuständigen Agentur für Arbeit rechtzeitig um einen anderen Ausbildungsbetrieb für den Auszubildenden zu bemühen.