Statistik und wirtschaftliche Entwicklung

Statistik und allgemeine wirtschaftliche Entwicklung 2025

Die Wirtschaft der Region Aachen zeigt 2025 ein gespaltenes Bild: Das verarbeitende Gewerbe leidet unter massiven Umsatzrückgängen, während Baugewerbe und Dienstleister stabiler bleiben. Ohne einen Paradigmenwechsel in der Wirtschaftspolitik fehlen die Wachstumsimpulse für eine Erholung.
Nachdem das Bruttoinlandsprodukt in den Jahren 2023 und 2024 in Deutschland deutlich gesunken ist, ist es im Jahr 2025 mit +0,2 Prozent wieder geringfügig im positiven Bereich. Große Wachstumsimpulse gab es im vergangenen Jahr allerdings nicht. Der von der Bundesregierung Herbst der Reformen ist ausgeblieben – umso dringender braucht es einen Paradigmenwechsel in der Wirtschaftspolitik, um die Stimmung der Wirtschaft zu verbessern und Wachstum zu schaffen.
Im verarbeitenden Gewerbe sind die Umsätze in der Region Aachen im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge gesunken – diesmal um rund 630 Millionen Euro auf 21,3 Milliarden (-2,9 Prozent). Damit liegt der Industrieumsatz inzwischen schon fast 800 Millionen Euro niedriger als im Rekordjahr 2023. Der Inlandsumsatz sank 2025 gegenüber dem Vorjahr mit -3,1 Prozent stärker als der Auslandsumsatz (-2,6 Prozent). Die Exportquote erhöhte sich geringfügig um +0,1 Prozentpunkte auf 44,4 Prozent.
Im Vergleich dazu hat sich die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen leicht positiv entwickelt. In NRW ging der Umsatz im verarbeitenden Gewerbe um -2,7 Prozent auf 374,6 Milliarden Euro zurück, der Inlandsumsatz sank um -2,9 Prozent, der Auslandsumsatz um -2,6 Prozent. Die Exportquote von NRW sank dadurch minimal von auf 45,4 auf 45,3 Prozent.
In den Teilregionen des IHK-Bezirks Aachen hat sich das verarbeitende Gewerbe aber sehr unterschiedlich entwickelt. Starke Umsatzrückgänge verzeichneten die Industriebetriebe in der Städteregion Aachen (-6,1 Prozent) und im Kreis Düren (-4,4 Prozent), während sie im Kreis Euskirchen leicht (+0,7 Prozent) und im Kreis Heinsberg sogar deutlich (+6,1 Prozent) gestiegen sind. Der starke Anstieg im Kreis Heinsberg geht auf einen überproportional starkes Wachstum des Inlandsumsatzes (+9,0 Prozent) zurück, das Auslandsgeschäft sank hier sogar um -0,7 Prozent.
Die Aussichten für die Wirtschaft bleiben weiter schlecht. Die globalen Unruhen durch den Krieg in der Ukraine, die sprunghaften Zölle der USA und der Sperrung der Straße von Hormus haben massive Auswirkungen auf die Planungssicherheit und Investitionsbereitschaft der Unternehmen. Die Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Herbst-Prognose 2025 zum Frühjahr fast halbiert und rechnen nur noch mit einem Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent. Viel wird davon abhängen, wie lange keine stabile Lösung für den Konflikt zwischen dem Iran und den USA gefunden wird.

Lage der Dienstleister blieb gut

Für die Mehrzahl der Dienstleister blieb die wirtschaftliche Situation 2025 durchweg überwiegend positiv. Die Geschäftserwartungen sanken allerdings bereits zur Mitte des Jahres in den negativen Bereich. Auch zum Jahresende rechnete die überwiegende Zahl der Dienstleistungsbetriebe nicht mit einer Verbesserung der Geschäfte in den kommenden Monaten.

Einzelhandel rechnet mit schlechteren Geschäften

Die wirtschaftliche Lage der Handelsunternehmen war im Jahresverlauf nahezu konstant im negativen Bereich. Allerdings stellt sich die Situation im Groß- und Einzelhandel sehr differenziert dar. Während die Lage im Großhandel im zweiten Jahr in Folge von einer großen Zahl der Unternehmen als schlecht bezeichnet wurde, waren die Einzelhändler noch überwiegend zufrieden mit den Geschäften. Die Aussichten waren allerdings von beiden im Jahresverlauf negativ und haben sich auch nicht verbessert.

Nachfrage im Baugewerbe sinkt

Im Baugewerbe stieg der Umsatz 2025 zwar gegenüber dem Vorjahr deutlich an, allerdings waren die Unternehmen mit ihrer Geschäftslage so unzufrieden wie seit zehn Jahren nicht mehr. Trotz der negativen Konjunktur stieg der Umsatz im IHK-Bezirk Aachen in allen Bereichen des Baugewerbes deutlich an. Auf NRW-Ebene war hingegen ein klarer Rückgang im gewerblich-industriellen Hochbau festzustellen. Die Aussichten der Unternehmer sind weiterhin trüb – und das inzwischen im fünften Jahr in Folge.

Ertragslage bleibt schlecht

Die Ertragslage der Unternehmen ist im Jahresverlauf 2025 unverändert schlecht geblieben. Seit nunmehr drei Jahren sinken die Erträge bei der Mehrzahl der Unternehmen im IHK-Bezirk Aachen. Die Substanz der Unternehmen wird damit immer geringer – und die Zahl der Insolvenzen steigt an.

Arbeitslosigkeit steigt langsam

Drei Jahren Krise gehen auch am Arbeitsmarkt nicht vorbei. Trotz der schlechten Konjunktur steigt die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk Aachen allerdings geringer als in Nordrhein-Westfalen oder in ganz Deutschland. Seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine stieg sie in der Region Aachen von 6,3 auf 7,1 Prozent (+0,8 Prozentpunkte), in NRW von 6,8 auf 7,8 Prozent (+1,0 Prozentpunkte) und in Deutschland von 5,3 auf 6,3 Prozent (ebenfalls +1,0 Prozentpunkte).

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