Recht, Gründung, Unternehmensförderung

Unternehmen zukunftsfähig machen

Allein im IHK-Bezirk Aachen stehen in den nächsten zehn Jahren rund 5.200 Unternehmen zur Übergabe bereit. Gleichzeitig steigen die Neugründungen – besonders im Technologiebereich. Die IHK Aachen unterstützt jeweils mit gezielten Beratungsangeboten und Netzwerken wie der “GründerRegion Aachen”.

FOKUS Unternehmensnachfolge: NRW-weite Webinarreihe

Im Jahr 2025 setzten die IHKs in Nordrhein-Westfalen mit der Reihe “FOKUS Unternehmensnachfolge” einen gemeinsamen inhaltlichen Schwerpunkt auf die Bewältigung des demografisch bedingten Generationenwechsels im Mittelstand. Seit dem 7. April 2025 bot die kostenfreie Webinarreihe monatlich praxisnahe Expertentipps – unter anderem zu Unternehmensbewertung, Finanzierung, rechtlichen Rahmenbedingungen sowie zum Schwerpunkt “Nachfolge ist weiblich”.

Generationenwechsel: Praxishandbuch zur Nachfolge

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Ergebnisse des IHK-Nachfolgereports NRW mit 305.000 übergabereifen Familienbetrieben in den folgenden zehn Jahren gewann eine frühzeitige und strukturierte Nachfolgeplanung weiter an Bedeutung. Allein im Bezirk der IHK Aachen werden rund 5.200 wirtschaftlich attraktive Unternehmen mit etwa 61.500 Arbeitsplätzen zur Übergabe bereitstehen. Mit dem überarbeiteten Praxishandbuch “Generationenwechsel im Unternehmen: Praxishandbuch zur Unternehmensnachfolge” stellte die IHK Aachen den Betrieben eine kompakte Orientierungshilfe für den gesamten Übergabeprozess zur Verfügung. Das Handbuch beleuchtet sowohl die Perspektive der abgebenden als auch der nachfolgenden Generation und behandelte zentrale Themen wie Chancen und Risiken der Nachfolge, Altersvorsorge, typische Übernahmeformen, Unternehmenswertermittlung sowie Finanzierungsmöglichkeiten.

Gründungsreport zeigt positive Entwicklung

Der Gründungsreport 2025 der nordrhein-westfälischen IHKs, an dem auch die IHK Aachen beteiligt war, zeigte einen deutlichen Zuwachs bei Gründungen durch Menschen mit Migrationsgeschichte. In Nordrhein-Westfalen stellten sie rund 188.000 Personen und damit knapp 27 Prozent aller Selbstständigen; insgesamt erreichte die Zahl der Unternehmensgründungen 2024 mit knapp 59.000 Betrieben wieder das Vor-Corona-Niveau. Im IHK-Bezirk Aachen trugen Gründerinnen und Gründer mit Einwanderungsgeschichte insbesondere im Handel, im Dienstleistungsgewerbe, in der Gastronomie sowie zunehmend in wissens- und technologieintensiven Bereichen zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Die IHK Aachen unterstützte sie mit Beratungs- und Förderangeboten und setzte sich für den Abbau bürokratischer Hürden ein.

IHK-Studie: Tech-Unternehmen treiben Strukturwandel voran

Die TGU-Studie 2025 der IHK Aachen zeigte, dass technologieorientierte Unternehmen maßgeblich zur wirtschaftlichen Stärke der Region und zum Gelingen des Strukturwandels im Rheinischen Revier beitrugen. Zwischen 2020 und 2024 wurden 949 neue Tech-Unternehmen gegründet – ein Zuwachs von fast 66 Prozent gegenüber dem Zeitraum 2015 bis 2019 –, die 9.705 zusätzliche Arbeitsplätze schufen. Insgesamt existierten im IHK-Bezirk 2.505 Technologieunternehmen mit 45.992 Arbeitsplätzen.
Trotz gestiegener Bürokratielasten bewertete die große Mehrheit der Betriebe ihre Geschäftslage als positiv oder zumindest befriedigend und blickte zuversichtlich auf die weitere Entwicklung. Zugleich gewannen Themen wie Fachkräftesicherung, der Einsatz künstlicher Intelligenz und nachhaltige Geschäftsmodelle weiter an Bedeutung.

Unternehmensnachfolge: IHK unterstützt mit Rat und Tat

Im Rahmen der bundesweiten Nachfolgewoche bot die IHK Aachen eine Informationsveranstaltung zur strategischen Planung der Unternehmensnachfolge an. Die IHK stellte ihre Unterstützungsangebote vor, beleuchtete steuerliche Aspekte und Fragen der Kaufpreisfindung und ergänzte dies um Praxisberichte aus einer Unternehmensübernahme. Rund 40 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit zum Austausch mit den Referierenden. Auch der IHK-Ausschuss für Recht, Steuern und Finanzen setze sich intensiv mit dem Thema Unternehmensnachfolge auseinander und lud dazu zu einer ausschussübergreifenden Sitzung ein, an der ebenfalls rund 40 Personen teilnahmen.

Online-Abend „startklar!“ für Gründerinnen und Gründer

Mit dem Online-Abend “startklar! Der Online-Abend für Gründerinnen und Gründer” unterstützte die IHK Aachen, im Rahmen der bundesweiten Gründungwoche, Gründungsinteressierte und junge Unternehmen mit praktischen Informationen und Erfahrungseinblicken. Vorgestellt wurden unter anderem die Angebote der Unternehmenswerkstatt Deutschland, eine Gründungsgeschichte aus der Praxis sowie konkrete Tipps zur Positionierung und Online-Sichtbarkeit junger Unternehmen. Rund 100 Teilnehmende nutzten das digitale Format und hoben vor allem die Praxisnähe, den offenen Austausch und die direkt anwendbaren Impulse hervor.

Neue Partnerschaft mit der Unternehmenswerkstatt Deutschland

2025 wurde die IHK Aachen Partnerin der bundesweiten Unternehmenswerkstatt Deutschland (UWD). Dadurch können Gründungsinteressierte, Gründerinnen und Gründer sowie bestehende Unternehmen in der Region noch gezielter und digital unterstützt werden – durch praxisnahe Beratung, sichere Online-Tools und passgenaue Angebote vor Ort. Die Einbindung in den UWD-Verbund stärkt das Netzwerk der IHK Aachen und erweitert die Möglichkeiten, Wirtschaft und Unternehmertum in der Region nachhaltig zu fördern.

“GründerRegion” unterstützt und begleitet

Die Initiative „GründerRegion Aachen“, unterstützt Gründungsinteressierte und Unternehmen in vielfältiger Hinsicht. So wurden im Rahmen des AC²-Wettbewerbs Gründen und Wachsen 2024/2025 insgesamt 157 Teilnehmer eng von fachkundigen Beratern und Jury-Mitgliedern bei der Unternehmensgründung beziehungsweise bei ihren Wachstumsvorhaben begleitet. Die Startphase wurde zum zweiten Mal begleitet von fünf thematischen Veranstaltungen in der Region und einer zentralen Auftaktveranstaltung in Aachen. Mit den insgesamt sechs Veranstaltungen erreichte die GründerRegion insgesamt rund 800 Teilnehmende.

Die Wettbewerbsteilnehmer haben die Möglichkeit, in insgesamt drei Disziplinen am Wettbewerb teilzunehmen: Mit einer Ideenskizze, einem Businessplan und/oder einem Pitch/Pitchdeck. Die Wettbewerbsbeiträge Businessplan und Pitchdeck stehen gleichwertig nebeneinander; bei der Ideenskizze handelt es sich um eine Art Zwischenprodukt, das die Idee zunächst festhält und auf dessen Grundlage diese dann zu einem späteren Zeitpunkt weiter ausgearbeitet werden kann. Die vielversprechendsten Ideenskizzen wurden dem Publikum am 18. Februar 2025 in einem zweiminütigen Pitch in der digitalChurch vorgestellt. Die Zuschauer haben dann zusätzlich den besten der zehn Pitches mit einem Zuschauerpreis prämiert. Zudem haben sich etwa zehn Teilnehmer mit Messeständen präsentiert. Die Abschlussveranstaltung fand 2025 wieder im Krönungssaal des Aachener Rathauses vor ca. 400 geladenen Gästen statt. Der Preis für den besten Businessplan ging an 7EX Technologies aus Jülich, den ersten Preis für den besten Pitch&Pitchdeck erhielt TERNAfil aus Aachen. Der Innovationspreis ging 2025 an die Membion GmbH aus Roetgen.

Eine 2025 veröffentlichte Evaluation der AC² Wettbewerbe zeigt: Unternehmen, die in den Jahren 2018 bis 2023 an AC²-Wettbewerben teilgenommen haben, schufen 662 neue Arbeitsplätze in der Wirtschaftsregion Aachen. Daraus ergibt sich eine geschätzte jährliche regionale Wertschöpfung von rund 44 Millionen Euro. Zudem liegt die Überlebensrate dieser Gründungen fünf Jahre nach Start bei 81 Prozent – deutlich über dem bundesweiten Schnitt. Das spricht für die nachhaltige Wirkung des Wettbewerbs und seines starken Netzwerks.

Die IHK Aachen war entscheidende Initiatorin zur Gründung der GründerRegion im Jahr 1999 und unterstützt die Initiative bis heute unter anderem mit personellen Ressourcen und rund 50.000 Euro p.a. Die vierköpfige Geschäftsstelle der GründerRegion ist ebenfalls bei der IHK angesiedelt.

Wettbewerbsnachteile durch hohe Gewerbesteuern in NRW

2025 zeigte eine DIHK-Erhebung, dass Nordrhein-Westfalen mit einem durchschnittlich gewogenen Gewerbesteuerhebesatz von 472 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 437 Prozent (2024) lag. Die IHK Aachen bewertete dies gemeinsam mit IHK NRW als erheblichen Standortnachteil, da hohe Hebesätze Investitionen erschweren und Neuansiedlungen bremsen.
Die IHK-Organisation setzte sich daher dafür ein, die steuerliche Gesamtbelastung der Unternehmen zu begrenzen, substanzbesteuernde Elemente der Gewerbesteuer abzubauen und Kommunen durch bessere Finanzierungsstrukturen von Bund und Land in die Lage zu versetzen, wieder wirtschafts- und standortfreundliche Hebesätze festzulegen.

Grundsteuer B: IHK Aachen spricht sich gegen gesplittete Hebesätze aus

Im Jahr 2025 positionierte sich die IHK Aachen deutlich gegen gesplittete Hebesätze bei der Grundsteuer B, wie sie in mehreren Kommunen der Region eingeführt worden waren. Aus Sicht der IHK wurden Unternehmen dadurch zusätzlich belastet, Transparenz und Rechtssicherheit geschwächt und bestehende Standortnachteile im Hochsteuerland NRW weiter verschärft. Vor dem Hintergrund der im Bundesvergleich bereits überdurchschnittlich hohen Hebesätze mahnte die IHK Aachen gemeinsam mit den nordrhein-westfälischen IHKs an, Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen nicht gegeneinander auszuspielen und Haushaltsdefizite der Kommunen nicht über immer höhere Grundsteuer-Hebesätze zu finanzieren. Sie sprach sich für eine transparente, wachstumsfreundliche Steuerpolitik und verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen und Ansiedlungen aus.

Juniorenkreis besuchte Forschungsflugplatz Merzbrück

Der Juniorenkreis der IHK Aachen besuchte den Forschungsflugplatz Merzbrück im Gewerbegebiet Würselen-Aachen und erhielt eindrucksvolle Einblicke in die Entwicklung des Standorts zu einem Innovationshub für die Luftfahrt von morgen. Vor Ort wurde deutlich, wie eng Strukturwandel, Forschung und Wirtschaft zusammenwirkten, um neue Technologien auf den Wachstumsmarkt Aviation zu bringen und die Rolle der Region als Standort der Zuliefererindustrie weiter auszubauen. Im Austausch mit Vertreterinnen und Vertretern von Forschungsflugplatz Würselen-Aachen GmbH, Stadt Würselen, DLR, access e.V., FH Aachen und AGIT mbH diskutierten die Mitglieder des Juniorenkreises Chancen, Beschäftigungspotenziale und Perspektiven für die regionale Wirtschaft.
Neben dem Forschungsflugplatz besuchte der Juniorenkreis 2025 unter anderem die NATO-Airbase in Teveren, Dr. Babor in Weisweiler, das DLR in Köln, die Historische Senfmühle in Monschau und das Mechatronikzentrum der Bundeswehr in Jülich. Ein besonderes Highlight war 2025 auch die Fachinformationsreise nach Südkorea, auf der sich die Mitglieder des Juniorenkreises u.a. mit dem deutschen Botschafter, mit Vertretern des Großkonzerns SK und weiteren Unternehmen austauschen konnten.