Nr. 3440096
Dienstag, 13. Oktober 2026

Mobilitätskongress Rheinland

Am 13. Oktober 2026 findet der 9. Mobilitätskongress Rheinland unter dem Titel "Kritische Infrastruktur – wie abwehrbereit ist das Rheinland?“ statt. Die Sperrung der Bonner Nordbrücke hat es zuletzt deutlich vor Augen geführt: Deutschlands Infrastruktur ist ein Sanierungsfall – mit unmittelbaren Folgen für Wirtschaft, Gesellschaft und Sicherheit.
Doch die Frage geht weiter: Wie steht es um die Verteidigungsfähigkeit unserer Infrastruktur? Kann das Rheinland als zentrale Drehscheibe Europas im Ernstfall standhalten?
Diese Fragen diskutieren wir beim:
Mobilitätskongress Rheinland
am Dienstag, 13. Oktober 2026, 10:00 bis 14:00 Uhr

Änderung des Veranstaltungsortes:
Wir freuen uns über das große Interesse an dem Mobilitätskongress Rheinland. Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl haben wir den Veranstaltungsort gewechselt.
Der Kongress findet nun im Savoy-Theater, Graf-Adolf-Str. 47, 40210 Düsseldorf, statt.
Uhrzeit Programmpunkt
10:00 Uhr
Eintreffen der Teilnehmer
Kaffee und Netzwerken
10:30 Uhr
Begrüßung
  • Andreas Schmitz, Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Düsseldorf
10:35 Uhr
Wirtschaftspolitischer Impuls
  • Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, MdEP, Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung (SEDE), zugeschaltet aus Brüssel
10:55 Uhr
Herausforderungen aus Sicht der Bundesregierung
  • Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr
11:15 Uhr
Resiliente Lieferketten Paneldiskussion
  • Dr. Ulrich Biedendorf, Fachpolitischer Sprecher für Wirtschaft und Verteidigung der IHK NRW
  • Gerd Deimel, Vorsitzender der trilateralen Arbeitsgruppe Infrastruktur, VCI e. V.
  • Achim Klukas, Stellvertretender Abteilungsleiter Verkehrslogistik Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML
  • Teresa Rygielski, Head of Logistics thyssenkrupp Steel
  • Andreas Budde, Beigeordneter für Planung, Bauen, Verkehr und Umwelt der Stadt Solingen
12:00 Uhr
Infrastruktur Paneldiskussion
  • Koen Cuypers, Representative for Germany & Switzerland, Hafen Antwerpen-Brügge
  • Oberst i. G. Dirk Franke, Landeskommando NRW der Bundeswehr
  • Oberst Bart Hubrechtsen, belgischer Verantwortlicher für den Verbindungsdienst in Deutschland
  • Dr. Norbert Reinkober, Geschäftsführer, go.Rheinland GmbH
  • N.N., DB InfraGO AG
12:45 Uhr Gelegenheit zum Austausch
mit Imbiss
Moderation: Ralph Erdenberger, Journalist und Moderator
Im Mittelpunkt stehen resiliente Lieferketten und der Schutz kritischer Verkehrsinfrastruktur – aus Sicht von Wirtschaft, Politik, Bahn, Häfen und Verteidigung. Denn Sanierung allein reicht nicht: Aus- und Neubau sowie Digitalisierung sind ebenso notwendig, um die steigenden Verkehrsmengen zu bewältigen und gleichzeitig für den Krisenfall vorbereitet zu sein.
Wir würden uns sehr freuen, Sie bei dieser hochrangig besetzten Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
Die Veranstaltung ist kostenfrei. Bitte melden Sie sich unter 9. Mobilitätskongress Rheinland 2026 an.
Daten, Zahlen, Fakten

Der Arbeitsmarkt in Zahlen

Die folgenden Grafiken zeigen die Entwicklung am Arbeitsmarkt in der Region Aachen. Detailliertere Informationen zur Arbeitslosigkeit im IHK-Bezirk Aachen gibt es unter “Weitere Informationen”. Die Arbeitsmarktdaten älterer Jahrgänge sowie barrierefreie Versionen der Daten stellen wir Ihnen gern auf Anfrage zur Verfügung.
Trotz der tiefgreifenden Strukturwandelprozesse in der Region Aachen liegt die Arbeitslosigkeit seit 2008 unterhalb des Landesschnitts von NRW und entwickelt sich annähernd gleichmäßig mit dem Bundestrend.
Eine Übersicht über die Arbeitslosigkeit innerhalb des Kammerbezirks gibt es hier:




Preisentwicklung

Verbraucherpreisindex

Definition

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisentwicklung aller Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Er liefert somit ein Gesamtbild der Teuerung in Deutschland, bei dem alle Haushaltstypen, alle Regionen von Deutschland und sämtliche dort nachgefragten Waren und Dienstleistungen einbezogen sind.
Die Verbraucherpreisindizes für Deutschland und NRW älterer Jahrgänge stellen wir Ihnen auf Anfrage gern zur Verfügung.

Verbraucherpreisindex 2026 für NRW

Seit dem Berichtsmonat Januar 2023 wurde der Verbraucherpreisindex für Nordrhein-Westfalen auf das neue Basisjahr 2020 = 100 umgestellt. Ein unmittelbarer Vergleich mit den bis Dezember 2022 auf alter Basis (2015 = 100) veröffentlichten Ergebnissen ist nicht möglich. Der Landesbetrieb IT.NRW bietet auf seiner Webseite ein Berechnungstool an, mit dem Sie in sekundenschnelle Veränderungsraten des Verbraucherpreisindex NRW zu beliebigen Anfangs- und Endzeitpunkten berechnen können (siehe "Rechenhilfe Verbraucherpreisindex" unter "Weitere Informationen") oder unter der Telefonnummer 0211 9449-3275 oder per E-Mail preise@it.nrw.de.
2026
2020 = 100
Januar 122,4
Februar 122,7
März 124,2
April 124,7
Mai 124,5
Juni 124,0
Juli 125,1
August
September
Oktober
November
Dezember
Jahresmittel
Quelle: Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW)

Verbraucherpreisindex 2026 für Deutschland

Ab dem Berichtsmonat Januar 2023 wurde der Verbraucherpreisindex für Nordrhein-Westfalen auf das neue Basisjahr 2020 = 100 umgestellt. Bereits veröffentlichte Indexwerte früherer Basisjahre wurden ab Beginn des neuen Basisjahres (Januar 2020) unter Verwendung des aktualisierten Wägungsschemas neu berechnet.
2026
2020 = 100
Januar 122,8
Februar
123,1
März
124,5
April
125,2
Mai
125,0
Juni
124,6
Juli
125,6
August
September
Oktober
November
Dezember
Jahresmittel
Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland
Energie & Wirtschaft

Energiewende: Wirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Steigende Strompreise, zurückgestellte Investitionen, schwindende Wettbewerbsfähigkeit: Das aktuelle Energiewende-Barometer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeigt, wie stark die Energiewende die Unternehmen belastet – und die Zahlen werden schlechter.

Barometerwert sinkt – besonders in Nordrhein-Westfalen

An der Befragung haben sich mehr als 3.000 Unternehmen beteiligt, davon 627 aus Nordrhein-Westfalen (NRW). Bundesweit ist der Barometerwert von -8,3 auf -11,5 gefallen. In NRW fiel das Ergebnis noch pessimistischer aus: Hier sank der Wert von -14,8 im Vorjahr auf -18,1.
"Das Warnsignal darf die Politik nicht länger übersehen! Ein Weitermachen wie bisher gefährdet unseren Wirtschaftsstandort", macht Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, deutlich. "Internationale Wettbewerbsfähigkeit, zukunftsfähige Arbeitsplätze und klimaneutrales Wirtschaften müssen wieder miteinander vereinbar werden."

Klare Forderungen der Unternehmen

Fast jedes zweite Unternehmen sieht im aktuellen Verlauf der Energiewende negative Auswirkungen auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit. In der Industrie sind es sogar 67,5 Prozent. Nur 18,3 Prozent verbinden mit ihr eher Vorteile. Jedes dritte Unternehmen stellt Investitionen in Kernprozesse zurück, jedes vierte investiert weniger in Klimaschutz. Bei jedem zweiten Unternehmen ist der Strompreis in diesem Jahr weiter gestiegen.
Daraus ergibt sich eine eindeutige Forderung: 77,8 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer verlangen eine Senkung des Strompreises. Gleichzeitig erwarten fast 80 Prozent der Befragten von der Bundesregierung eine klare Strategie zum Ausbau der Energieinfrastruktur und mehr staatliche Investitionen in die erforderliche Infrastruktur für die Energiewende.

IHK Aachen fordert Kurswechsel

Die IHK Aachen fordert gemeinsam mit IHK NRW einen konsequenten Kurswechsel in der Politik, damit die Energiewende gelingt, ohne den Unternehmensstandort Deutschland, Arbeitsplätze und Wohlstand weiter zu gefährden.
"Den Strompreis mit Subventionen niedrig zu halten, ist keine Dauerlösung. Wir müssen das Energieangebot ausweiten und mit höchster Priorität die Energieinfrastruktur ausbauen", so Bayer.
Die Politik ist angehalten, gemeinsam mit der Wirtschaft tragfähige Lösungen zu entwickeln, um die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern.
"Die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Städteregion Aachen sowie in den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg unterstützen den Klimaschutz, erwarten dabei aber Augenmaß und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Politik ist jetzt gefordert, die wachsende Belastung für die Unternehmen endlich ernst zu nehmen und entschlossen gegenzusteuern", betont Bayer.
IHK-Presseinformation vom 27. Juli 2026
Statistik

Branchenprofil Industrie

Das Branchenprofil "Industrie in Zahlen" der IHK Aachen zeigt die Stärke der Industrie in der Region - und ist eine Einladung an alle, die sich gemeinsam mit der IHK Aachen für die Zukunftsfähigkeit unseres Industriestandortes einsetzen möchten.

Hinweis: Aufgrund verschärfter Geheimhaltungsvorschriften sind ab 2025 keine Brancheninformationen mehr verfügbar.
Die produzierenden Unternehmen sind ein wesentlicher Bestandteil der gesamten Wirtschaftsstruktur unserer Region: Mit einem Jahresumsatz von 21,3 Milliarden Euro und fast 69.000 Beschäftigten (2025) hat die Industrie einen hohen Stellenwert. Rund 29 Prozent der Bruttowertschöpfung im IHK-Bezirk wurde 2023 durch die Industrie erwirtschaftet.
Die Industriestruktur der Region zeichnet sich durch einen vielfältigen Branchenmix aus. Zu den größten Wirtschaftszweigen zählen das Ernährungsgewerbe, die Chemische Industrie, der Maschinenbau, das Papiergewerbe, die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren, die Metallindustrie sowie die Elektrotechnik.

Motor für Forschung und Entwicklung

Gleichzeitig ist die Industrie wesentlicher Motor für Forschung und Entwicklung, die wiederum die Basis für Innovationen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen bilden. Jeder sechste Beschäftigte in Forschung und Entwicklung in NRW ist in der Region Aachen tätig. Dank der herausragenden Hochschul- und Forschungseinrichtungen in Kombination mit einer leistungsstarken Industrie hat sich die Region Aachen als Magnet für Fach- und Nachwuchskräfte etabliert.
Diese Erfolge dürfen allerdings nicht über die Herausforderungen hinwegtäuschen, vor denen die In­dustrie steht. Der Strukturwandel und die damit verbundene Energiewende Entwicklung ist – nicht nur im Hinblick auf die Entwicklung der Energiepreise – eine große Herausforderung für die Industrie in der Region Aachen. Durch den zunehmenden Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) gibt es aber auch enorme Wachstumschancen für unsere Unternehmen.

Industrie-Akzeptanz

Damit Wachstum strukturell gelingen kann, braucht es aber eine grundsätzliche gesellschaftliche Akzeptanz in der Region. Industrielle Produkte begleiten uns alle im Alltag: von der Marmelade im Plastikbecher über den höhenverstellbaren Schreibtischstuhl mit geschäumter Sitzfläche bis hin zum hybridgetriebenen Taxi oder zum Teppichboden im Flugzeug. Damit wir uns dieses “Made in Aachen” erhalten können, brauchen wir Akzeptanz, wenn es um den Bau neuer Betriebe und Anlagen oder notwendiger Infrastrukturmaßnahmen wie Straßen oder regenerative Energiegewinnungsanlagen geht.

Aktionen der IHK Aachen

Die IHK Aachen unterstützt das produzierende Gewerbe zusätzlich mit Info-Veranstaltungen, Workshops, Beratungsleistungen, Kontaktvermittlung und Projekten. Über Vereinigungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene setzt sich die IHK Aachen für gute Rahmenbedingungen am Industriestandort Aachen ein.
IHK-Initiative

Mehr Tempo für das Rheinische Revier

Mehr Vertrauen und weniger Misstrauen

Zweiter Beschleunigertag mit Ministerin Mona Neubaur

Wie können Planungs- und Genehmigungsverfahren so beschleunigt werden, dass dringend erforderliche Bau- und Infrastrukturprojekte mit weniger Bürokratie und deutlich schneller umgesetzt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des 2. Beschleunigertags am 3. Juli 2026 in Neuss, zu dem die Industrie- und Handelskammern Mittlerer Niederrhein, Aachen und Köln im Rahmen des Pakts für Planungsbeschleunigung im Rheinischen Revier eingeladen haben.
Rund 80 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung diskutierten über innovative Ansätze zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Im Fokus standen unter anderem der Faktor Mitarbeitende im Planungs- und Genehmigungsprozess, KI-gestützte Prozesse, digitale Bauantragsprüfungen und Kollaborationsplattformen.
Zu Gast war auch Mona Neubaur, Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen sowie stellvertretende Ministerpräsidentin, um mit Expertinnen und Experten über neue Wege bei der Planungsbeschleunigung zu diskutieren.
"Eigentlich sollte jeder Tag Beschleunigertag sein", sagte die Ministerin und verwies auf die herausfordernde Lage vieler Unternehmen. "Wir müssen alles für unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit tun - dazu gehören auch zügige Planungs- und Genehmigungsverfahren und der Abbau bürokratischer Hürden."
Neubaur verwies auf das Gesetzespakt der Landesregierung, das Unternehmen von Bürokratie entlasten soll. Demnach sollen Unternehmen ab dem 1. Januar 2027 grundsätzlich von allen landesrechtlichen Berichts- und Dokumentationspflichten befreit werden. Fortbestehen sollen nur Pflichten, die zwingend erforderlich sind und fundiert begründet werden.
"Das ist ein Paradigmenwechsel", betonte Neubaur. "Jetzt müssen sich diejenigen erklären, die Bürokratie haben möchten, und nicht diejenigen, die sie abbauen möchten."
Die anschließende Diskussion eröffnete Moderator Bernd Steinbrecher mit der Frage an die Panel-Teilnehmer, was aus ihrer Sicht nun oberste Priorität haben sollte.
"Wir müssen aus dem Ziel der Beschleunigung einen Standard machen. Die meisten Verfahren scheitern nicht an fehlenden Ideen, sondern an fehlenden Kapazitäten, zu vielen Schnittstellen und uneinheitlichen Abläufen. Deshalb brauchen wir eine Kultur, in der Lösungen gesucht werden und nicht Gründe, warum etwas nicht geht", sagte Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein.
"Handeln müssen vor allem die Führungsebenen in Politik und Verwaltung. Denn dort werden Prioritäten gesetzt", ergänzte Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen.
Für Martin Klingst, Geschäftsführer der Initiative handlungsfähiger Staat, kommt es darauf an, dass ein Kulturwandel einsetzt: "Wir brauchen mehr Vertrauen und weniger Misstrauen. Das Denken in Silos und Ressort-Zuständigkeiten bringt uns nicht weiter. Und: Wir brauchen mehr Quereinsteiger. Menschen die aus der Wirtschaft in die Verwaltung gehen und umgekehrt."
Katja Domschky, Präsidentin der Architektenkammer NRW, hält bessere Kommunikation und klare Verantwortlichkeiten für entscheidend: "Es werden Dinge zu spät geklärt. Verlässliche Standards und eindeutige Ziele sorgen für Qualität und für schnellere Prozesse."
Bodo Middeldorf, Geschäftsführer der Zukunsftagentur Rheinisches Revier, appellierte an alle Akteure, punktgenau mit einem gemeinsamen Blick auf das Ziel zu arbeiten: "Zeitdruck kann einen beschleunigenden Effekt haben."
Katja Wünschel, Chief Development Officer und Mitglied des Vorstands von Vonovia, brachte die Sicht der Wohnungswirtschaft ein: "Wenn wir mehr Wohnungen schneller und kostengünstiger bauen wollen, müssen wir genauer unterscheiden, welche Standards wirklich notwendig sind und auf welche Komfortstandards wir verzichten können. Der Gebäudetyp E und serielles Bauen sind dafür wichtige Hebel." "Hilfreich wäre auch", so Wünschel weiter, "wenn wir in den Kommunen nicht viele einzelne Stationen, sondern einen festen Ansprechpartner hätten, der Projekte begleitet und Fragen bündelt."
Prof. Dr. Hans Jörg Hennecke, Hauptgeschäftsführer von HANDWERK.NRW, erinnerte daran, dass bei Planungsprozessen Schnelligkeit und Qualität gewährleistet sein müssen: "Vergabe und Umsetzung müssen deshalb von Beginn mitgedacht werden." Schnelligkeit der Planung hänge auch von der Qualität der Gesetzgebung ab: "Wir brauchen praxistaugliche Gesetze, deren Vollzug schon im Gesetzgebungsverfahren durch Praxis-Checks konsequent mitgedacht wird."

Neue Impulse für mehr Tempo im Rheinischen Revier

Erster Beschleuniger-Tag im Dezember 2025

Voneinander lernen für schnellere Verfahren – unter diesem Leitgedanken fand in Erkelenz der erste Beschleuniger-Tag der IHK Aachen gemeinsam mit der IHK Köln und IHK Mittlerer Niederrhein im Rahmen des Pakts für Planungsbeschleunigung statt. Mehr als 60 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung diskutierten über innovative Ansätze zur Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren. Im Fokus standen verbindliche Qualitätsvorgaben, serielles Bauen sowie Effizienzgewinne durch Digitalisierung, etwa mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz.
"Wir haben noch nicht die Fortschritte erzielt, die wir für unsere regionale Wirtschaft erreichen wollen. Nach unserer Einschätzung ist in vielen Kommunen noch nicht ausreichend angekommen, dass unsere Unternehmerinnen und Unternehmer schnelle und schlanke Prozesse der Behörden benötigen, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein", sagt Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen. "Deshalb ist es wichtig, die Mitarbeitenden in den Verwaltungen in die Lage zu versetzen, mutige Entscheidungen zu treffen – ein zentrales Ziel unseres Pakts für Planungsbeschleunigung."
Martin Klingst, Geschäftsführer der Initiative für einen handlungsfähigen Staat, lobte die Vorreiterrolle der Region: "Es ist beeindruckend, wie das Rheinische Revier aktiv daran arbeitet, Planungs- und Genehmigungsprozesse innerhalb der bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen zu beschleunigen, anstatt auf gesetzliche Änderungen zu warten."
Auch Thomas Schürmann, Regierungspräsident des Regierungsbezirks Düsseldorf, betonte die Dringlichkeit des Handelns: "Die Herausforderungen im Rheinischen Revier sind enorm: Strukturwandel, Energiewende und Klimaschutz müssen gleichzeitig und unter Hochdruck bewältigt werden. Die bisherigen Strukturen stoßen dabei an ihre Grenzen. Umso wichtiger ist es, alle Möglichkeiten zur Beschleunigung zu prüfen und umzusetzen."
Während des Beschleuniger-Tags haben die neu gewählten Bürgermeister Patrick Nowicki (Eschweiler), Marcell Breuer (Waldfeucht) und Philipp Sieben (Jüchen) den Pakt für Planungsbeschleunigung unterzeichnet. Auch die anderen neu gewählten Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus der Region haben ihre Unterstützung zugesagt und werden in den kommenden Wochen das Abkommen unterschreiben. Bayer lobt: „Damit steht das Rheinische Revier weiterhin geschlossen hinter dem Pakt für Planungsbeschleunigung."
Der Pakt für Planungsbeschleunigung ist eine Initiative der Industrie- und Handelskammern Aachen, Köln und Mittlerer Niederrhein. Er vereint Städte, Gemeinden, Kreise sowie die Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf in einer gemeinsamen Vereinbarung für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren. Ziele der Initiative sind, die Transformation im Rheinischen Revier voranzutreiben und die Wirtschaft von Bürokratie zu entlasten.
Weitere Informationen gibt es auf einer eigens eingerichteten Website unter www.pakt-fuer-planungsbeschleunigung.de.
10. Dezember 2025