Mobilitätskongress Rheinland

IHK-Initiative Rheinland fordert widerstandsfähige Infrastruktur

Wie gut ist das Rheinland auf den Ausfall wichtiger Verkehrswege und Versorgungsnetze vorbereitet? Beim Mobilitätskongress Rheinland – der jährlich in Düsseldorf stattfindet und den die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen mitorganisiert – wurde deutlich: Es braucht mehr Investitionen, alternative Transportwege und eine engere grenzüberschreitende Zusammenarbeit, um die Region jederzeit handlungsfähig zu halten.
„Eine widerstandsfähige Infrastruktur ist zwingend notwendig, damit Wirtschaft und Gesellschaft funktionieren – auch in Krisenzeiten“, betont Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen.
Er fordert von der Politik deshalb den Bau und Erhalt leistungsfähiger Verkehrswege sowie Energie- und Kommunikationsnetze.
Monika Frohn, Expertin für Infrastruktur bei der IHK Aachen, sagt: „Resilienz entsteht vor einer Krise. Verkehrswege müssen so ertüchtigt und alternative Routen mitgedacht werden, dass auch militärische Transporte möglich sind. Zudem müssen zivile Mobilität und Versorgung auch dann funktionieren, wenn wichtige Verbindungen in unserer Region ausfallen.“
Besonders deutlich wird der aktuell notwendige Handlungsbedarf bei der Verkehrsinfrastruktur. Brücken, Schienenstrecken, Umschlaganlagen, Häfen und leistungsfähige Verbindungen im Hinterland sind nicht nur Grundlage wirtschaftlicher Wertschöpfung, sondern gewinnen im Krisen- oder Verteidigungsfall zusätzlich an Bedeutung. Die rund 250 Teilnehmenden des Mobilitätskongresses – darunter Vertreterinnen und Vertreter von Deutscher Bahn, Bundeswehr, belgischem Militär, Hafen Antwerpen-Brügge und go.Rheinland – diskutierten deshalb unter anderem über Engpässe im Schienennetz, grenzüberschreitende Korridore und Anforderungen der Militärlogistik im Krisen- und Verteidigungsfall. Dabei ging es auch um den Ausbau der Dual-Use-Infrastruktur, die sowohl zivile als auch militärische Transporte ermöglicht.
Die Bedeutung einer widerstandsfähigen Infrastruktur für die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Handlungsfähigkeit Deutschlands und Europas hebt Marie-Agnes Strack-Zimmermann hervor, Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung des Europäischen Parlaments:
„Ohne grenzüberschreitende Mobilität kein Nachschub. Ohne Nachschub keine Verteidigung. Was Europa braucht, ist ein militärisches Schengen. Und zwar umgehend.“
Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, verdeutlicht: „Sicherheit ist kein Zustand, sondern eine Daueraufgabe. Angesichts der veränderten Sicherheitslage müssen wir unsere kritische Infrastruktur noch besser schützen und resilienter machen. Mit dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität investieren wir gezielt in eine leistungs- und widerstandsfähige Infrastruktur. Und mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz sorgen wir dafür, dass die Investitionen schnell umgesetzt werden können. Denn das Gesetz räumt bestimmte Vorhaben von öffentlicher Sicherheit oder militärischer Relevanz als prioritär ein.“
Ziel der IHK-Initiative Rheinland ist die Weiterentwicklung des Rheinlands zu einem der attraktivsten Standorte Europas. Die Initiative ist ein Bündnis der sechs Industrie- und Handelskammern Aachen, Bergische Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid, Bonn/Rhein-Sieg, Düsseldorf, Mittlerer Niederrhein und Niederrheinische IHK Duisburg. Den jährlichen Mobilitätskongress richtet die IHK-Initiative Rheinland gemeinsam mit der Metropolregion Rheinland, go.Rheinland und dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr aus.
IHK-Presseinformation vom 13. Oktober 2026