Wiederaufbauhilfe

Fünf Jahre nach der Flut: IHK bringt 620 Förderanträge auf den Weg

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe in der Eifel und in Teilen der Städteregion Aachen zieht die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen Bilanz: Mehr als 620 Förderanträge zur Unterstützung betroffener Unternehmen hat die IHK bearbeitet. Auf dieser Grundlage wurden bislang rund 170 Millionen Euro Fördermittel bewilligt.
"Fünf Jahre Wiederaufbauhilfe in Nordrhein-Westfalen haben gezeigt: Unternehmen sind in Krisen nicht nur Betroffene – sie sind Teil der Lösung. Unternehmerinnen und Unternehmer bauen ihre Standorte wieder auf und geben den Menschen vor Ort Perspektiven, indem sie Wertschöpfung und Arbeitsplätze sichern", sagt Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen.
Seit Beginn des langen und komplexen Wiederaufbauprozesses in den betroffenen Kommunen hat die IHK Aachen dort ansässige Betriebe intensiv unterstützt. Unmittelbar nach der Flut halfen die Expertinnen und Experten bei der Suche nach Gutachterinnen und Gutachtern zur Schadensermittlung. Sie organisierten gemeinsam mit Ehrenamtlichen und nicht betroffenen Unternehmerinnen und Unternehmern dringend benötigte Bautrockner, Ersatzräume, Möbel und Computer. Zudem trug die IHK Aachen dazu bei, dass Auszubildende aus betroffenen Betrieben ihre Ausbildung vorübergehend in anderen Unternehmen fortsetzen konnten.
"Unsere Mitarbeitenden haben Unternehmen in mehr als 10.000 Gesprächen zur Wiederaufbauhilfe beraten – telefonisch, per E-Mail, persönlich vor Ort", bilanziert Bayer. "Wir haben Betroffene aller Branchen und Betriebsgrößen durch das Förderantragsverfahren begleitet: vom Nagelstudio über Handels- und Gastronomiebetriebe bis hin zu mittelständischen Industrieunternehmen."
Zum 30. Juni 2026 ist die Antragsfrist für Unternehmen ausgelaufen. Abgeschlossen ist der Wiederaufbau damit noch nicht. "Viele Betriebe befinden sich weiterhin mitten im Resilienzprozess", sagt Bayer und richtet den Blick auf die nächsten Schritte: "Wir sind mehr denn je gefordert, unsere Aktivitäten und den staatlichen Pflichtaufgaben beim Katastrophenschutz konsequent nachzukommen. Denn Resilienz ist längst ein zentraler Standortfaktor geworden." Mit Blick auf Extremwetter, Cyberangriffe und andere hybride Bedrohungen müsse die Wirtschaft frühzeitig und systematisch in Katastrophenschutzplanungen eingebunden und selbst aktiv werden.
Am 14. Juli 2026 jährt sich das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zum fünften Mal. In Nordrhein-Westfalen traf die Flutkatastrophe 2021 besonders den Kreis Euskirchen und die Städteregion Aachen. Das Unwetter forderte Todesopfer und richtete schwere Schäden in zahlreichen Unternehmen in Innenstädten und im Umland an. Waren, Maschinen, Inventar und vielfach ganze Lebenswerke wurden in einer Nacht zerstört. Zur Behebung der Schäden hat die Landesregierung im Rahmen ihrer Wiederaufbauhilfe ein Sondervermögen von insgesamt rund 12,3 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.
IHK-Presseinformation vom 13. Juli 2026