Dienstag, 10. November 2026

Ethik und Compliance im Verteidigungs- und Dual-Use-Umfeld



Workshop: Ethik und Compliance im Verteidigungs- und Dual-Use-Umfeld

Risiken prüfen, Compliance stärken, verantwortlich handeln

Viele Unternehmen prüfen derzeit, ob und wie sie ihre Aktivitäten im Verteidigungsbereich oder im Dual-Use-Umfeld ausweiten können. Damit verbunden sind nicht nur neue Marktchancen, sondern auch erhöhte Anforderungen an interne Prozesse, Vertraulichkeit, Compliance sowie an die unternehmerische und ethische Positionierung.
Mit einem Workshop am 10. November 2026 von 8:30 bis 13:00 Uhr (einschließlich Networking-Lunch) in kleinem Kreis möchte die IHK Aachen Unternehmen aus der Region dabei unterstützen, sich mit diesen Fragestellungen frühzeitig, praxisnah und im direkten Austausch mit Experten auseinanderzusetzen.
Ziel des Workshops ist es, Unternehmen Orientierung zu geben, Risiken und Handlungsfelder besser einzuordnen und Impulse für die Weiterentwicklung der eigenen internen Prozesse und Entscheidungswege mitzunehmen.

Inhalte des Workshops

Moderation: Patricia Heiliger, Senior Spezialistin Internationaler Handel, IHK Aachen
Rechtlich-organisatorische Einordnung: Anforderungen an Compliance, Vertraulichkeit und Informationsschutz (Jochen Kuck)
  • Grundlagen der Exportkontrolle bei Rüstungs- und Dual-Use Gütern & praktische Handlungsempfehlungen
  • Umgang mit sensiblen Informationen aus rechtlicher Sicht insbesondere vertragliche Vertraulichkeitspflichten
  • Organisation interner Prozesse mit Blick auf Geschäftsführung, Vertrieb, F&E, Einkauf und HR
Ethisch-strategische Perspektive: Verantwortung, gesellschaftliche Akzeptanz, Positionierung im Spannungsfeld zwischen Innovation, Sicherheit und Werteorientierung (Prof. Dr. Jan-Hendrik Heinrichs)
  • ethische Einordnung von Verteidigungs- und Dual-Use-Technologien und Abgrenzung zwischen legitimer Sicherheitsvorsorge und kritischen Anwendungsfeldern
  • Verantwortung von Unternehmen, Wissenschaft und Gesellschaft
  • ethische Kriterien für Kooperationsentscheidungen in sensiblen Technologiefeldern
  • Kommunikationsfähigkeit und Umgang mit internen und externen Vorbehalten
Der Workshop bietet den Teilnehmenden die Gelegenheit, mit ausgewiesenen Experten aus Recht, Exportkontrolle und Ethik direkt ins Gespräch zu kommen, eigene Fragestellungen einzubringen und Perspektiven für die eigene Unternehmenspraxis zu gewinnen.

Zielgruppe

Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmen mit bestehenden oder geplanten Aktivitäten im Verteidigungsbereich beziehungsweise mit Dual-Use-Bezug, insbesondere an:
  • Geschäftsführungen und strategische Mitentscheider
  • Exportkontroll- und Compliance-Verantwortliche
  • Verantwortliche aus Vertrieb, Recht und Risikomanagement

Hinweise zur Teilnahme und Anmeldung

Die Teilnahme ist kostenfrei. Die Zahl der Plätze ist begrenzt.
Bei der Anmeldung bitten wir um einige kurze Angaben zu Ihrem Unternehmen und Ihren Fragestellungen, damit wir den Workshop möglichst passgenau ausrichten können.
Die Veranstaltung ist als geschlossenes Workshopformat konzipiert, um einen offenen und vertrauensvollen Austausch zu ermöglichen. Während der Veranstaltung geteilte Informationen werden vertraulich behandelt. Anmeldeschluss: 19. Oktober 2026.

Referenten

Jochen Kuck ist Rechtsanwalt und Syndikusrechtsanwalt im Forschungszentrum Jülich im Geschäftsbereich Recht dort insbesondere zuständig für das Thema Außenwirtschaftsrecht und Exportkontrolle. Auch befasst er sich in seiner beruflichen Praxis intensiv mit dem Thema sicherheitsrelevante Forschung und Knowledge Security. Darüber hinaus ist er als Dozent und Berater zum Außenwirtschaftsrecht für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten tätig. Sein Beitrag bietet damit fundierte Einblicke in typische Schwachstellen, Verantwortlichkeiten und Compliance-Anforderungen in sensiblen internationalen Geschäftsfeldern.
Prof. Dr. Jan-Hendrik Heinrichs bringt eine reflektierte Perspektive auf die Frage ein, wie Unternehmen ihre Aktivitäten im Verteidigungs- und Dual-Use-Umfeld verantwortungsvoll einordnen, intern diskutieren und gegenüber Partnern, Mitarbeitenden und Öffentlichkeit tragfähig kommunizieren können.
Er forscht in der Arbeitsgruppe "Neuroethik und Ethik der KI“ am Forschungszentrum Jülich und unterrichtet Philosophie an der RWTH Aachen. In Jülich ist er stellvertretender Vorsitzender der Kommission für Ethik in der Forschung. Er veröffentlicht insbesondere zur Technik- und Forschungsethik, leitet die ethische Forschung in mehreren Technikentwicklungsprojekten und ist Autor eines eigenen Leitfadens zur Bewertung sicherheitsrelevanter Forschung sowie einer Gesamtdarstellung zur verantwortungsvollen Forschung.