Innovation und Umwelt
IHK Aachen fordert: Klimaschutz wirtschaftsfreundlich gestalten
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen setzt sich dafür ein, dass Unternehmen in der Städteregion Aachen und in den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg klimaneutral werden können. Doch hohe Strompreise, lange Wartezeiten für Netzanschlüsse und international ungleiche Wettbewerbsbedingungen bringen viele Betriebe an ihre Belastungsgrenzen.
Um den Herausforderungen zu begegnen, befürwortet die IHK Aachen die Stärkung des Emissionshandels als zentrales Klimaschutzinstrument: Mit klaren Preissignalen ermöglicht er, Emissionen dort zu reduzieren, wo es am günstigsten und effektivsten ist, anstatt sich in Details zu verlieren. Verbunden mit realistischen Minderungspfaden und dem Schutz vor Carbon Leakage – der Verlagerung von CO₂-intensiver Produktion ins Ausland, um damit Klimaschutzauflagen zu umgehen – schafft Emissionshandel Planungssicherheit. Die IHK Aachen unterstützt deshalb die jüngsten Forderungen der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zum Emissionshandel, einschließlich des geplanten zweiten Systems (ETS2) ab 2028 für Wärme und Verkehr.
Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, macht deutlich: “Klimaneutralität bleibt das Ziel, aber der Weg dorthin muss international anschlussfähig, planbar und bezahlbar sein – sonst droht eine schleichende Deindustrialisierung.”
Dazu gehört auch, internationale Klimaschutzprojekte und die Verknüpfung von Emissionshandelssystemen stärker zu nutzen. Zusätzliche Investitionen in Projekte mit hoher ökologischer Wirkung könnten so günstiger realisiert und den Unternehmen über handelbare Zertifikate für ihre Transformation angerechnet werden.
Ein besonderes Hindernis für Unternehmen in der Region bleibt die Umsetzung der Elektrifizierung: Viele Betriebe sehen darin den einzigen Weg zur betrieblichen Klimaneutralität – stoßen aber auf hohe Strompreise und lange Wartezeiten für Netzanschlüsse. Die IHK Aachen fordert deshalb ein schnelles Handeln der Bundesregierung.
“Die Industrie ist eine tragende Säule unserer regionalen Wertschöpfung“, betont Bayer. „Damit Investitionen und Arbeitsplätze nicht abwandern, sind spürbar niedrigere Stromsteuern, weniger Abgaben und Umlagen, deutlich schnellere Netzausbauten und ein verlässlicher wettbewerbsfähiger Pfad im Emissionshandel erforderlich. Nur so sichern wir Industrie und Arbeitsplätze in der Städteregion Aachen und in den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg.”
Die jüngsten Vorschläge der DIHK für sicheren und effizienten Klimaschutz sind auf der Website der DIHK abrufbar.
IHK-Presseinformation vom 14. April 2026