Energiesicherheit

Energiespartipps und Versorgungssicherheit

Energiespartipps des BMWK

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) bietet auf seiner Internet-Seite Energiespartipps für Unternehmen verschiedener Branchen. Hier finden Sie die Energiespartipps für Unternehmen.

Notfallplan Gas

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat am 23. Juni die zweite von drei Stufen des Notfallplans Gas ausgerufen, die sogenannte Alarmstufe. Die Alarmstufe folgt auf die am 30. März ausgerufene Frühwarnstufe.
Der “ Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ basiert auf der sogenannten europäischen SoS-Verordnung, das heißt konkret der Verordnung (EU) 2017/1938 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2017 über Maßnahmen zur Gewährleistung der sicheren Gasversorgung. Er regelt die Gasversorgung in Deutschland in einer Krisensituation. Der Notfallplan Gas kennt drei Eskalationsstufen – die Frühwarnstufe, die Alarmstufe und die Notfallstufe.

1. Frühwarnstufe

In der ersten Stufe tritt ein Krisenteam beim Bundeswirtschaftsministerium zusammen, das aus Behörden und den Energieversorgern besteht. Die Gasversorger und die Betreiber der Gasleitungen werden etwa verpflichtet, regelmäßig die Lage für die Bundesregierung einzuschätzen. Noch greift der Staat aber nicht ein. Vielmehr ergreifen Gashändler und -lieferanten, Fernleitungs- und Verteilnetzbetreiber marktbasierte Maßnahmen, um die Gasversorgung aufrechtzuerhalten. Dazu gehören beispielsweise die Nutzung von Flexibilitäten auf der Beschaffungsseite, der Rückgriff auf Gasspeicher, die Optimierung von Lastflüssen oder die Anforderung externer Regelenergie, also Energie, um Schwankungen der Lastflüsse auszugleichen.

2. Alarmstufe

Auch in der sogenannten Alarmstufe kümmern sich die Marktakteure primär in Eigenregie um eine Entspannung der Lage. Auch hier können die in Stufe 1 genannten Maßnahmen von den Marktakteuren ergriffen werden. Dazu gehören wiederum beispielsweise die Nutzung von Flexibilitäten auf der Beschaffungsseite, der Rückgriff auf Gasspeicher, die Optimierung von Lastflüssen oder die Anforderung externer Regelenergie. Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, kann die Bundesregierung allerdings auch zusätzlich unterstützend tätig werden, etwa indem sie Unternehmen der Gasversorgungskette hilft, bei starken Preisanstiegen zahlungsfähig zu bleiben oder indem sie Maßnahmen, die im Energiesicherungsgesetz festgelegt sind, ergreift.

3. Notfallstufe

Wenn die Maßnahmen der Frühwarn- oder der Alarmstufe nicht ausreichen oder eine dauerhafte Verschlechterung der Versorgungssituation eintritt, kann die Bundesregierung per Verordnung die Notfallstufe ausrufen. In diesem Fall liegt eine " außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Gas, eine erhebliche Störung der Gasversorgung oder eine andere erhebliche Verschlechterung der Versorgungslage", vor. Mit diesem Schritt kann die Bundesregierung im Rahmen des Energiesicherungsgesetz schnell umfangreiche Verordnungen zum Einsatz, zur Verteilung, zum Transport und zur Einsparung von Energie erlassen. Zudem kann die Bundesnetzagentur zum " Bundeslastverteiler" eingesetzt werden, wenn die Gasmärkte nicht mehr funktionieren. Der Bundesnetzagentur obliegt dann in enger Abstimmung mit den Netzbetreibern die Verteilung von Gas. Dabei sind bestimmte Verbrauchergruppen gesetzlich besonders geschützt, das heißt diese sind möglichst bis zuletzt mit Gas zu versorgen. Zu diesen geschützten Verbrauchern gehören Haushalte, soziale Einrichtungen wie etwa Krankenhäuser, und Gaskraftwerke, die zugleich auch der Wärmeversorgung von Haushalten dienen.

Aktuelle Lage Gasversorgung

Die Bundesnetzagentur (BNetzA) veröffentlicht seit Einsetzen des Krisenteams täglich einen Lagebericht zur aktuellen Lage der Gasversorgung in Deutschland. Die Berichte können Sie hier einsehen.
Mit der ausgerufen Alarmstufe wird die Beobachtung noch einmal intensiviert und das Signal verstärkt, dass alle Gasverbraucher ihren Verbrauch aus Vorsorgegründen reduzieren sollen. Das BMWK hat hierzu die Kampagne “80 Millionen gemeinsam für Energiewechsel“ ins Leben gerufen.

Energiekostendämpfungsprogramm

Das Verfahren für das Energiekostendämpfungsprogramm (EKDP) ermöglicht temporäre Zuschüsse zu gestiegenen Erdgas- und Strompreisen in besonders betroffenen Branchen. Eine Antragstellung kann nur elektronisch beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eingereicht werden. Die Antragsfrist in der Phase 1 wurde bis zum 30. September 2022 verlängert. Die Zuschüsse werden zu den Kosten für Erdgas und Strom in dem Zeitraum Februar bis September 2022 in drei Stufen gezahlt. Weitere Informationen zu dem Förderprogramm sowie die Antragsvoraussetzungen können Sie auf den Seiten des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle einsehen.

Brennstoffumstellung

Was ist genehmigungsrechtlich zu beachten?

Durch die stark gestiegenen Gaspreise und drohenden Versorgungsengpässen häufen sich Fragen von Unternehmen nach einer möglichen Brennstoffumstellung. Interessierte sollten schnell mit den Vorbereitungen für eventuelle Genehmigungen oder Duldungen beginnen und baldmöglichst die zuständigen Behörden kontaktieren. Hier finden Sie weitere Informationen.

IHK Aachen informiert über Energiesicherheit und Einsparpotenziale

Um unsere Mitgliedsunternehmen bestmöglich auf die kommenden Monate vorzubereiten und bei der Einsparung von Energie zu unterstützen, bieten wir folgende Informationsveranstaltungen an: 
Termin
Uhrzeit
Inhalt
Donnerstag, 22. September 2022
16:00 – 18:00 Uhr
Mehr Photovoltaik auf Gewerbedächern – Roadshow in Aachen. Bitte melden Sie sich hier an. 
Mittwoch, 28. September 2022
16:00 – 18:00 Uhr
Energiewirtschaftsforum zu den Themen:
  • Aktuelle Lage am Energiemarkt,
  • Technische Auswirkungen der Gaskrise,
  • Reduzierung der Energiekosten,
  • Fördermöglichkeiten. 
Bitte melden Sie sich unter intus@aachen.ihk.de an.
Der Termin wird noch bekannt gegeben.
Webinar “Preisspirale Energiekosten - Energieeffizienz und Energiemanagement als Motor zur Reduzierung der betrieblichen Energiekosten“. Details folgen.