Energie & Wirtschaft

Energiewende: Wirtschaft fordert verlässliche Rahmenbedingungen

Steigende Strompreise, zurückgestellte Investitionen, schwindende Wettbewerbsfähigkeit: Das aktuelle Energiewende-Barometer der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeigt, wie stark die Energiewende die Unternehmen belastet – und die Zahlen werden schlechter.

Barometerwert sinkt – besonders in Nordrhein-Westfalen

An der Befragung haben sich mehr als 3.000 Unternehmen beteiligt, davon 627 aus Nordrhein-Westfalen (NRW). Bundesweit ist der Barometerwert von -8,3 auf -11,5 gefallen. In NRW fiel das Ergebnis noch pessimistischer aus: Hier sank der Wert von -14,8 im Vorjahr auf -18,1.
"Das Warnsignal darf die Politik nicht länger übersehen! Ein Weitermachen wie bisher gefährdet unseren Wirtschaftsstandort", macht Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen, deutlich. "Internationale Wettbewerbsfähigkeit, zukunftsfähige Arbeitsplätze und klimaneutrales Wirtschaften müssen wieder miteinander vereinbar werden."

Klare Forderungen der Unternehmen

Fast jedes zweite Unternehmen sieht im aktuellen Verlauf der Energiewende negative Auswirkungen auf die eigene Wettbewerbsfähigkeit. In der Industrie sind es sogar 67,5 Prozent. Nur 18,3 Prozent verbinden mit ihr eher Vorteile. Jedes dritte Unternehmen stellt Investitionen in Kernprozesse zurück, jedes vierte investiert weniger in Klimaschutz. Bei jedem zweiten Unternehmen ist der Strompreis in diesem Jahr weiter gestiegen.
Daraus ergibt sich eine eindeutige Forderung: 77,8 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer verlangen eine Senkung des Strompreises. Gleichzeitig erwarten fast 80 Prozent der Befragten von der Bundesregierung eine klare Strategie zum Ausbau der Energieinfrastruktur und mehr staatliche Investitionen in die erforderliche Infrastruktur für die Energiewende.

IHK Aachen fordert Kurswechsel

Die IHK Aachen fordert gemeinsam mit IHK NRW einen konsequenten Kurswechsel in der Politik, damit die Energiewende gelingt, ohne den Unternehmensstandort Deutschland, Arbeitsplätze und Wohlstand weiter zu gefährden.
"Den Strompreis mit Subventionen niedrig zu halten, ist keine Dauerlösung. Wir müssen das Energieangebot ausweiten und mit höchster Priorität die Energieinfrastruktur ausbauen", so Bayer.
Die Politik ist angehalten, gemeinsam mit der Wirtschaft tragfähige Lösungen zu entwickeln, um die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland zu sichern.
"Die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Städteregion Aachen sowie in den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg unterstützen den Klimaschutz, erwarten dabei aber Augenmaß und verlässliche Rahmenbedingungen. Die Politik ist jetzt gefordert, die wachsende Belastung für die Unternehmen endlich ernst zu nehmen und entschlossen gegenzusteuern", betont Bayer.
IHK-Presseinformation vom 27. Juli 2026