Gründung in der Region

Gut beraten in die Selbstständigkeit

Der Report der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) zeigt: Bundesweit interessieren sich mehr Menschen für die Selbstständigkeit. In der Region Aachen nutzen viele Gründungsinteressierte frühzeitig die Beratung der Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK Aachen).

Mehr Interesse, hohe Hürden

Der neue DIHK-Report "Unternehmensgründung 2026" zeigt: Das Interesse an Unternehmensgründungen in Industrie, Handel und Dienstleistungsbranchen wächst bundesweit. Die Industrie- und Handelskammern führten 2025 deutlich mehr Orientierungsgespräche und Gründungsberatungen.
Gleichzeitig bewerten Gründungsinteressierte den Standort Deutschland im Durchschnitt mit der Schulnote 3,5. Als größte Hürden nennen sie Bürokratie, komplexe steuerliche Regelungen und schwierige Finanzierungsbedingungen. Viele Menschen wollen zudem gründen, weil sie sich beruflich neu orientieren müssen. Gründe sind zum Beispiel Arbeitslosigkeit oder unsichere Beschäftigungsperspektiven.

In der Region Aachen wächst der Gründergeist

Auch im Bezirk der IHK Aachen ist der Gründungswille deutlich spürbar. 2025 führten die Berater knapp 2.600 persönliche Gespräche mit Gründungsinteressierten. Rund 2.400 davon waren erste Orientierungsgespräche. In gut 200 Einzelberatungen arbeiteten die Berater mit den Interessierten an ihren Geschäftskonzepten.
Hinzu kamen zahlreiche Veranstaltungen und Sprechtage. Menschen aus der gesamten Region nutzten diese Angebote. Viele Vorhaben haben einen digitalen oder innovativen Schwerpunkt. Dazu gehören Online-Dienstleistungen, Plattformmodelle und technologieorientierte Geschäftsmodelle. Die Wirtschaftsregion Aachen folgt damit dem bundesweiten Trend zu technologie- und digitalgetriebenen Gründungen.

Viele Konzepte sind gut vorbereitet

Der DIHK-Report zeigt, dass viele Gründungskonzepte bundesweit Schwächen bei Kalkulationen, Finanzierungen und Umsatzannahmen haben.
Die Erfahrungen aus der Gründungsberatung der IHK Aachen zeichnen ein vergleichsweise günstiges Bild. Kaufmännische Fragen bleiben ein wichtiges Thema. Grobe Lücken bei Finanzierung sowie Markt- und Zielgruppeneinschätzung treten jedoch seltener auf als im Bundesdurchschnitt.
Viele Gründungsinteressierte bereiten sich sorgfältig vor. Sie kommen bereits mit gut durchdachten Ideen in die Beratung. Die Berater sprechen typische Schwachstellen gezielt an und entwickeln die Konzepte gemeinsam weiter.

Hohe Zufriedenheit mit der Beratung

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zeigen, wie wichtig das Angebot ist. Die große Mehrheit sagt, dass das Gespräch mit der IHK Aachen spürbar weitergeholfen hat. Fast alle würden den Gründerservice weiterempfehlen.
Eine neutrale und praxisnahe Beratung kann gerade in anspruchsvollen Zeiten einen Unterschied machen.

Gute Vorbereitung senkt Risiken

"Die Bedingungen zum Gründen sind derzeit anspruchsvoll. Bürokratie, Steuerfragen und Finanzierung stellen viele Menschen vor große Aufgaben. Gerade deshalb beobachten wir, dass viele Menschen in unserer Region ihre Selbstständigkeit sehr bewusst vorbereiten", sagt René Oebel, Teamleiter Gründung, Unternehmensförderung und -nachfolge bei der IHK Aachen.
"Unser Ziel ist es, aus einer ersten Idee ein tragfähiges Geschäftsmodell zu machen. In unseren Gesprächen sprechen wir offen über Chancen und Risiken. Wir arbeiten an Finanz- und Rentabilitätsplänen. Außerdem prüfen wir gemeinsam, ob die Gründung zum persönlichen Umfeld passt. Gute Vorbereitung ist der beste Schutz vor Risiken. Dafür sind wir da."
Neben Veranstaltungen, Sprechtagen und individuellen Beratungen bietet die IHK Aachen auch digitale Werkzeuge an. Dazu gehört die Unternehmenswerkstatt Deutschland. Die bundesweite Plattform unterstützt Gründungsinteressierte mit Werkzeugen für Businessplan und Finanzplanung. Sie bietet außerdem einen Test zur Gründerpersönlichkeit. Die persönliche Begleitung vor Ort ergänzt das digitale Angebot.

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