Gründung

Franchising

Franchising bietet Gründerinnen und Gründern die Möglichkeit, sich mit einem bereits erprobten Geschäftskonzept selbstständig zu machen. Statt alles von Grund auf neu zu entwickeln, nutzen Sie die Erfahrung, den Markenauftritt und die Unterstützung eines Franchisegebers.
Auf dieser Seite erhalten Sie einen Überblick zu drei zentralen Fragen:

1. Was ist Franchising?

Unter Franchising versteht man eine enge, vertraglich geregelte Kooperation rechtlich selbstständiger Unternehmen beim Vertrieb von Waren oder Dienstleistungen. Auf der Grundlage eines Franchisevertrags arbeiten Franchisegeber und Franchisenehmer wirtschaftlich zusammen, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.
Typischerweise gilt:
  • Der Franchisegeber stellt ein erprobtes Geschäftskonzept, eine geschützte Marke, Betriebs-Know-how sowie Schulungs- und Unterstützungsleistungen zur Verfügung.
  • Die Franchisenehmerinnen und Franchisenehmer führen den Betrieb vor Ort in eigener Verantwortung und auf eigenes Risiko, nutzen aber das System, die Marke und die Erfahrung des Franchisegebers.
Die Grundidee des Franchisings: Die Vorteile eines größeren, professionell organisierten Systems werden mit der Motivation und Kundennähe eines inhabergeführten Unternehmens verbunden.
Wichtig: Es gibt kein eigenes „Franchiserecht“. Franchiseverträge sind Mischformen und enthalten unter anderem Elemente des Lizenz-, Handelsvertreter-, Miet- und Dienstvertragsrechts. Eine sorgfältige rechtliche Prüfung des Franchisevertrags ist daher unerlässlich.

2. Woran erkennen Sie ein gutes Franchise-Konzepts

Bevor Sie in ein Franchise-System einsteigen und sich langfristig vertraglich binden, sollten Sie die Qualität des Konzepts kritisch prüfen. Folgende Fragen helfen Ihnen bei der Einschätzung:

Zum System und zum Franchisegeber

  • Seit wann besteht das Franchise-System? Welche Entwicklung hat es genommen?
  • Worin besteht der konkrete Wettbewerbsvorteil des Systems?
  • Sind Marke, Name und andere gewerbliche Schutzrechte geschützt und registriert?
  • Gibt es erfolgreich erprobte Pilotbetriebe?

Zu bestehenden Franchisenehmerinnen und Franchisenehmern

  • Wie viele Standorte sind bereits im System?
  • Wie erfolgreich arbeiten diese Standorte wirtschaftlich?
  • Gibt es Möglichkeiten zum direkten Austausch mit bestehenden Franchisenehmerinnen und Franchisenehmern?
  • Wie ist deren Stellung im System (z. B. Beirat, Erfahrungsaustauschgruppen)?

Zu Leistungen und Unterstützung

  • Wie umfassend ist das Leistungspaket des Franchisegebers (Schulungen, Marketing, IT, Controlling, laufende Beratung)?
  • Wie sieht die Unterstützung in der Startphase und im laufenden Betrieb konkret aus?
  • Liegt ein detailliertes Franchise-Handbuch vor?

Zur Seriosität und Einbindung in Verbände

  • Ist der Franchisegeber Mitglied im Deutschen Franchiseverband oder einem anderen anerkannten Branchenverband?
  • Wurden System und Standardverträge von Banken oder Förderinstituten auf Förderfähigkeit geprüft?
  • Wie beurteilen Ihre Anwältin/Ihr Anwalt sowie Ihre Steuer- oder Unternehmensberatung den Franchisevertrag und das Geschäftskonzept?

3. Wie finanzieren Sie eine Gründung als Franchisenehmerin oder Franchisenehmer?

Etablierte und ausgereifte Franchise-Systeme bieten häufig gute Erfolgschancen – haben aber auch ihren Preis. Typische Kostenblöcke sind:
  • Einmalige Einstiegskosten
    • Eintrittsgebühr
    • Anfangsinvestitionen (zum Beispiel Ladenumbau, Einrichtung, Erstausstattung, IT)
  • Laufende Kosten
    • Franchisegebühren (zum Beispiel als Prozentsatz vom Umsatz)
    • Marketing- und Systemgebühren
    • Laufende betriebliche Kosten (Miete, Personal, Waren, Versicherungen et cetera)
Für Franchisenehmerinnen und Franchisenehmer kommen grundsätzlich die gleichen öffentlichen Finanzierungsmöglichkeiten in Betracht wie für andere Existenzgründungen (zum Beispiel Förderkredite über die Hausbank). Teilweise bieten Franchise-Systeme eigene Finanzierungsmodelle an oder unterstützen bei der Vorbereitung des Finanzierungsgesprächs mit Banken.
Einige Franchise-Systeme haben ihre Verträge und Unterlagen von Förderinstitutionen (zum Beispiel der KfW) auf Vereinbarkeit mit Förderbedingungen prüfen lassen. Erkundigen Sie sich beim Franchisegeber, ob entsprechende Prüfungen vorliegen.
Unverzichtbar sind:
  • ein durchdachter Businessplan, der das Franchise-Konzept und Ihre Rolle darin klar erklärt,
  • eine realistische Umsatz- und Rentabilitätsplanung,
  • eine Liquiditätsplanung, die insbesondere Eintrittsgebühr, Investitionen und laufende Gebühren berücksichtigt.

Unsere Unterstützung als IHK Aachen

Die IHK Aachen unterstützt Sie bei Ihrer Gründung im Franchising unter anderem durch:
  • individuelle Gründungsberatung,
  • Hinweise zur Bewertung von Franchise-Konzepten,
  • Unterstützung bei Businessplan und Finanzierungsplanung,
  • Informationen zu öffentlichen Fördermöglichkeiten.

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Stand: März 2026