Weiterhin Flaute - keine Impulse
Die regionale Wirtschaft verharrt auch im zweiten Quartal 2026 in einer ausgeprägten Stagnationsphase. Zwar hat sich die aktuelle Geschäftslage gegenüber dem krisengeprägten Vorquartal etwas erholt, eine nachhaltige Trendwende ist jedoch weiterhin nicht erkennbar. Das IHK-Geschäftsklima bewegt sich erneut nahe der Nulllinie. Zu diesem Ergebnis kommt die IHK Halle-Dessau in ihrem aktuellen Konjunkturbericht.
Die Aufhellung der Lageeinschätzung ist vor allem auf den zwischenzeitlichen Rückgang der Energiepreise sowie auf eine Entspannung der geopolitischen Lage zurückzuführen. Die strukturellen Probleme der Wirtschaft bestehen jedoch unverändert fort. Infolgedessen verschlechtern sich die Geschäftserwartungen wieder deutlich.
Die Unternehmen bewerten ihre Aussichten wieder pessimistischer. Neben der schwachen Nachfrage belasten vor allem die steigenden Kosten die Stimmung. Als zentrale Risiken werden weiterhin insbesondere die Energie- und Rohstoffpreise sowie die Entwicklung der Arbeitskosten genannt. Zudem sind aktuell über zwei Drittel der Unternehmen mit den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen unzufrieden – ein Spitzenwert in der Zeitreihe, der die zunehmende Skepsis in der Breite der Wirtschaft unterstreicht.
Die Ergebnisse des IHK-Konjunkturberichtes im Einzelnen
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In der Industrie hat sich die aktuelle Lage zwar etwas erholt, die Zuversicht für die kommenden Monate bleibt jedoch gering. Das Geschäftsklima steigt gegenüber dem Vorquartal auf 5,0 Punkte und profitiert damit von der zwischenzeitlichen Entspannung bei den Energiepreisen sowie einer leichten Belebung des Auslandsgeschäfts. Von einer nachhaltigen Erholung kann jedoch weiterhin keine Rede sein. Die Unternehmen berichten zwar wieder häufiger von stabileren Umsätzen und Auftragseingängen, zugleich bleibt die Auslastung der Produktionskapazitäten vergleichsweise niedrig. Hohe Energie- und Arbeitskosten und regulatorische Belastungen schränken die Wettbewerbsfähigkeit vieler Betriebe weiterhin ein. Entsprechend bleiben die Geschäftserwartungen deutlich pessimistisch.
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Im Baugewerbe wurden die witterungsbedingten Rückschläge des Jahresauftakts weitgehend aufgeholt, eine grundlegende Trendwende zeichnet sich jedoch weiterhin nicht ab. Das Geschäftsklima steigt auf 12,5 Punkte und erreicht damit wieder das Niveau des Vorjahres. Besonders die Auftragslage hat sich im zweiten Quartal verbessert, nachdem zahlreiche Bauvorhaben nachgeholt werden konnten. Dennoch bleibt der Ausblick verhalten. Die Unternehmen sehen sich mit steigenden Baupreisen und einer schwachen Nachfrage insbesondere im Wohnungsbau konfrontiert. Öffentliche Infrastrukturprojekte und zusätzliche Investitionsmittel sorgen zwar für gewisse Hoffnungen, bislang reichen diese Impulse jedoch nicht aus, um der Branche nachhaltig neue Dynamik zu verleihen.
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Das Dienstleistungsgewerbe zeigt auch im zweiten Quartal eine schwache Entwicklung. Das Geschäftsklima verharrt mit 1,4 Punkten auf niedrigem Niveau und bleibt deutlich hinter den Werten des Vorjahres zurück. Zwar zeigen sich viele Unternehmen weiterhin mit ihrem Auftragsbestand zufrieden, doch die wirtschaftlichen Spielräume werden kleiner. Insbesondere die steigenden Arbeitskosten belasten die überwiegend personalintensiven Betriebe und führen zu wachsendem Druck auf Margen und Erträge. Gleichzeitig wird es schwieriger, die höheren Kosten vollständig an die Kunden weiterzugeben. Die Geschäftserwartungen haben sich deshalb erneut eingetrübt. Viele Unternehmen reagieren mit einer zurückhaltenden Personalplanung, während Investitionen vor allem in Digitalisierung, Effizienzsteigerungen und die Anpassung bestehender Geschäftsmodelle fließen.
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Im Handel wird die aktuelle Lage von vielen Unternehmen noch als vergleichsweise stabil bewertet, die Skepsis bei Erwartungen für die kommenden Monate bleibt jedoch hoch. Das Geschäftsklima fällt auf minus 17,2 Punkte zurück. Die Konsumzurückhaltung vieler Verbraucher trifft auf steigende Kosten und einen zunehmenden Margendruck. Gleichzeitig werden die Möglichkeiten geringer, höhere Kosten über Preisanpassungen weiterzugeben. Besonders im Einzelhandel machen sich diese Belastungen bemerkbar. Die Unternehmen reagieren zunehmend vorsichtig und fahren sowohl Investitions- als auch Personalpläne zurück.
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Das Verkehrsgewerbe schwenkt erneut auf einen Abwärtskurs ein. Der anhaltend hohe Kostendruck verschärft die ohnehin schwierige wirtschaftliche Situation weiter. Das Geschäftsklima verharrt mit 6,0 Punkten auf niedrigem Niveau und bleibt deutlich unter den Vorjahreswerten. Vor allem die hohen Kraftstoffkosten sowie steigende Arbeitskosten belasten die Unternehmen erheblich. Gleichzeitig fehlt es aufgrund der schwachen Entwicklung wichtiger Kundenbranchen wie Industrie und Baugewerbe an zusätzlichen Nachfrageimpulsen. Zwar wird die aktuelle Geschäftslage etwas besser bewertet als noch im Vorquartal, die Erwartungen für die kommenden Monate sind jedoch klar negativ. Viele Unternehmen sehen sich gezwungen, Preise anzuheben, können die gestiegenen Kosten aber nur teilweise an ihre Kunden weiterreichen. Vor diesem Hintergrund bleiben Investitionen und Neueinstellungen zurückhaltend.