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Künftig zwei Neu-Rentner pro Berufseinsteiger in Nordrhein-Westfalen

30. Oktober 2019 - DIHK

Wenn in Nordrhein-Westfalen der geburtenstärkste Jahrgang in Rente geht, werden nur ungefähr halb so viele Nachwuchskräfte in den Arbeitsmarkt einsteigen. Die Arbeitsgemeinschaft der regionalen Industrie- und Handelskammern (IHK NRW) rechnet vor, wie sich die Fachkräftesituation bis 2030 im Detail entwickeln wird.

In ihrem "Fachkräftereport 2019" zeigen die IHKs, in welchen Branchen und Regionen welche Engpässe zu erwarten sind und wo Potenziale gehoben werden könnten.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Während 2019 in NRW noch knapp 6 Millionen Fachkräfte zur Verfügung stehen, werden es 2030 nur noch 4,8 Millionen sein. Im gleichen Zeitraum sinkt der Personalbedarf in Wirtschaft und Verwaltung von aktuell 6,5 Millionen auf etwa 5,5 Millionen Mitarbeiter.
  • Entsprechend wächst die Lücke von heute 447.000 Fachkräften bis 2030 auf 735.000; das Durchschnittsalter der Beschäftigten legt von 44,9 auf 47,6 Jahre zu.
  • Aufgrund des fortdauernden Akademisierungs-Trends steigt der Anteil beruflich qualifizierter Mitarbeiter an der Fachkräftelücke von heute 88 auf dann 91 Prozent.
  • Besonders stark verschärft sich der Mangel an qualifiziertem Personal bis 2030 im Gesundheits- und Sozialwesen sowie bei personalintensiven Dienstleistungen.
  • Durch qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland könnte die Lücke – bei optimalen Rahmenbedingungen – bis 2030 um knapp 175.000 Fachkräfte schrumpfen.
  • Noch größere Potenziale könnte die Erwerbsbeteiligung älterer Fachkräfte erschließen. Wenn es gelänge, die Quote arbeitender 55- bis 65-Jähriger von heute 69,3 Prozent bis 2030 auf das Niveau des OECD-Spitzenreiters Island (80,7 Prozent) zu heben, entspräche das einem Plus von etwa 296.000 Beschäftigten
  • Luft nach oben gibt es auch bei der Erwerbstätigkeit von Frauen: Allein die Erhöhung der Wochenarbeitszeit von teilzeitbeschäftigten Frauen um durchschnittlich zehn Stunden ergäbe ein Plus von knapp 279.000 Vollzeit-Beschäftigten.
  • Im regionalen Vergleich wird in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2030 das Rheinland mit einer Fachkräftelücke von "nur" 12,8 Prozent am besten dastehen, für das Ruhrgebiet haben die IHKs 14 Prozent errechnet, für Südwestfalen sogar 15,8 Prozent.

Sie finden den 59 Seiten umfassenden Fachkräftereport 2019 mit vielen weiteren Details, Infografiken und regionalen Auswertungen auf der Website von IHK NRW.