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Hessens Verkehrsinfrastruktur bleibt Baustelle

28. August 2019 - DIHK

Einer aktuellen Umfrage der regionalen Industrie- und Handelskammern (IHKs) zufolge messen 78 Prozent der hessischen Betriebe leistungsfähigen Straßen sowie Schienen- und Luftverkehrsverbindungen eine hohe bis sehr hohe Bedeutung für das eigene Unternehmen zu. Gleichzeitig zeigen sie sich wenig zufrieden mit dem Status quo.

Der Analyse liegen die Antworten von rund 2.500 Unternehmen aus ganz Hessen zugrunde. Insbesondere der Zustand der Straßen macht demnach der Wirtschaft zu schaffen: 74 Prozent der Befragten gaben an, durch die Situation beeinträchtigt zu sein. In der vorangegangenen Umfrage vor fünf Jahren waren es noch 70 Prozent gewesen. Als besonders hinderlich erweisen sich Brücken- und Straßensperrungen (82 Prozent), Umweltzonen und Schlaglöcher (jeweils 53 Prozent) sowie fehlende LKW-Stellplätze (35 Prozent). Den höchsten Handlungsbedarf sehen die Unternehmen in einer Sanierung der Bundesstraßen.

Die Schiene hat für die hessische Wirtschaft eine deutlich geringere Bedeutung als die Straße, dennoch belasten Mängel des Angebotes 21 Prozent der Betriebe (2014: 14 Prozent). Im Personenverkehr kritisieren die Befragten am häufigsten Zugausfälle und -verspätungen (76 Prozent); im Güterverkehr liegen Unzuverlässigkeit und Verspätungen sowie ein unzureichendes Angebot annähernd gleichauf (44 beziehungsweise 43 Prozent) .

Die Erhebung zeigt zudem die enge Verknüpfung der hessischen Wirtschaft mit dem Luftverkehr. Käme es zu einer Ausweitung des Nachtflugverbotes am Flughafen Frankfurt, müssten 16 Prozent der Unternehmen, die den Airport nutzen, Warenströme neu konzipieren, 13 Prozent würden zu Flughäfen mit 24-Stunden Betrieb wechseln und 9 Prozent in Betracht ziehen, zu anderen Verkehrsträgern zu wechseln.

Sie finden die Ergebnisse der Verkehrsumfrage und die daraus abgeleiteten verkehrspolitischen Forderungen auf der Website des Hessischen Industrie- und Handelskammertages.