Auftakt
Wirtschaft erwartet Aufbruch nach der Landtagswahl
Jan Stefan Roell, Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags (BWIHK) sowie der IHK Ulm, betont mit Blick auf mögliche Koalitionsverhandlungen: „Wenn die Gespräche aufgenommen werden, muss von Anfang an das Top-Thema der Wählerinnen und Wähler im Mittelpunkt stehen: die Wirtschaft.“
Martin Buck, Präsident der IHK Bodensee-Oberschwaben, bestätigt: „Die Landtagswahl ist richtungsweisend. Die Wirtschaft erwartet jetzt kein Weiter-So, sondern ein klares Aufbruchsignal.“
Wirtschaft als zentrale Aufgabe
Roell sieht in der Wahl einen klaren politischen Auftrag. „Das im Wahlkampf bedeutendste Themenfeld war die Wirtschaft – bei den Wählern und den Spitzenkandidaten. Die Menschen im Land spüren, dass sich etwas ändern muss. Unser Standort braucht ein echtes Upgrade.“ Entscheidend sei nun, dass die anstehenden Gespräche zur Regierungsbildung konsequent auf die Stärkung der Südwestwirtschaft ausgerichtet werden.
Die IHK-Organisation habe dazu konkrete Vorschläge vorgelegt, etwa zum Bürokratieabbau, zur Beschleunigung von Verwaltungsverfahren, zur Stärkung von Innovationen sowie zu besserer Bildung und Infrastruktur. „Den Worten müssen nun Taten folgen“, so Roell. Die IHKs stünden bereit, ihre Expertise einzubringen. Auch Buck mahnt Tempo und klare Entscheidungen an: „Die neue ‚alte‘ Koalition muss sich jetzt beweisen. Es darf nicht der kleinste gemeinsame Nenner sein, der den Partnern am wenigsten wehtut.“
Standort stärken – Zukunft sichern
Gerade für eine exportorientierte Region wie Baden- Württemberg seien stabile und verlässliche Gegebenheiten entscheidend, betont Buck. „Die Wirtschaft braucht jetzt klare Entscheidungen und verlässliche Rahmenbedingungen – sonst setzen wir unser ‚Geschäftsmodell Deutschland‘ und damit unsere Zukunft aufs Spiel.“ Die Handlungsfelder seien seit langem bekannt: von wettbewerbsfähigen Energiepreisen bis hin zu besseren Bedingungen für Innovation, Investitionen und Fachkräfte. Nun gehe es darum, diese Themen konsequent umzusetzen.
Auch Roell sieht die kommenden Jahre als entscheidend: Die politisch Verantwortlichen hätten sich im Wahlkampf zu vielen wirtschaftspolitischen Fragen positioniert. „Wir werden die potenziellen Koalitionäre beim Wort nehmen“, sagt er. Ziel müsse ein Koalitionsvertrag sein, der die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Baden-Württemberg stärkt. Für Buck steht dabei mehr auf dem Spie als nur wirtschaftliche Kennzahlen: „Eine starke Wirtschaft sichert Arbeitsplätze, Innovationskraft und Exportstärke – und damit Wohlstand, stabile Staatsfinanzen und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“
