Was gibt's Neues, Herr Schmalzl?

Werbetrommel für die duale Ausbildung rühren

Liebe Leserin, lieber Leser,
der Ausbildungsmarkt ist derzeit unser Sorgenkind. Viele engagierte Betriebe versuchen alles, um junge Menschen für ihre Berufe zu gewinnen – trotzdem häufig ohne Erfolg. Während einige weiterhin in völliger Verkennung der Realität eine Ausbildungsplatzgarantie fordern, bräuchten viele Ausbildungsbetriebe eher eine Bewerbergarantie, denn sie bekommen so gut wie keine Bewerbungen. Ein breites Bündnis aus Wirtschaftsministerium und Verbänden, darunter auch der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag, geht jetzt neue Wege, um die Werbetrommel für die duale Ausbildung zu rühren. Erstmals starten in den Pfingstferien die Praktikumswochen, in denen Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren in mehreren eintägigen Praktika in unterschiedliche Betriebe und Berufsfelder hineinschnuppern können. Organisiert wird das über die landesweite Online-Plattform Praktikumswoche, in die bereits mehr als 1150 Unternehmen ihre Angebote eingestellt haben. So haben Betriebe und Bewerber die Möglichkeit, auch kurzfristig für den Herbst noch Auszubildende bzw. einen Ausbildungsplatz zu finden. Wir dürfen nicht zulassen, dass immer noch zu viele Schulabgänger ohne Ausbildung im statistischen Nirvana verschwinden. Gemeinsam müssen wir jetzt alles tun, um junge Menschen von der Notwendigkeit einer soliden Ausbildung zu überzeugen. Die Chancen, die sich daraus ergeben, waren selten so gut wie heute – wie auch unsere Studie zur Bildungsrendite zeigt.

Alarm geschlagen haben wir in dieser Woche beim Neckarschleusenausbau. Der Finanzplan des Bundes sieht eine Reduzierung der finanziellen Mittel für die Binnenwasserstraßen von 2,6 Milliarden auf je 2,1 Milliarden für die Jahre 2023 bis 2025 vor. Bei geschätzten Gesamtkosten von mehr als einer Milliarde Euro für Erhalt und Verlängerung der Neckarschleusen würde das das Aus für das Projekt bedeuten. Die Unternehmen im Südwesten brauchen aber ein anderes Signal. Sie haben sich auf den Ausbau des Neckars verlassen und benötigen für den Transport von Gütern klimafreundliche Alternativen zur Straße. Als nachhaltiger Verkehrsträger könnte das Binnenschiff maßgeblich zur Reduktion der CO2-Emissionen beitragen – und hat im Vergleich zur Straße und Schiene noch Kapazitäten frei!

Kleine Erfolgsgeschichten sind derzeit im Fernsehen zu sehen: Ein Gründerpaar – Mutter und Tochter – und eine Gründerin aus der Region Stuttgart haben in der TV-Sendung „Höhle der Löwen“ den Kapitalgebern erfolgreich ihre Produkte vorgestellt. Die Frauen aus der TV-Show haben sich vor ihren ersten Schritten als Start-up und während ihrer Gründung von den Fachexperten der IHK beraten lassen. Haben Sie auch eine innovative Gründer-Idee? Dann schauen Sie doch mal auf unsere Seite für Gründungsinteressierte.
 
Mit herzlichem Gruß
Ihr Johannes Schmalzl