So leben Studierende in Schwerin

Im März 2021 wurde eine erste Studierendenbefragung durchgeführt. Empfohlen wurde damals, dies im Herbst 2021 und in 2022 auf Aktualität zu überprüfen. Die Ergebnisse der Umfrage vom Herbst 2021 liegen nun vor, die wir Ihnen wie folgt im Detail erläutern möchten.
Primäres Ziel der Studie war, Nachfrageeffekte auf dem Schweriner Wohnungsmarkt abschätzen zu können. Denn neben rund 580 Studierende der Humanmedizin, die bis 2023 über die MSH nach Schwerin kommen, werden sich vermehrt auch Studierende der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit (HdBA) Wohnraum in der Stadt suchen.
Ein Beweggrund für die Studie war es, herauszufinden was den Studierenden in Schwerin fehlt und wie man sie an die Landeshauptstadt langfristig binden könne und um damit den Altersdurchschnitt perspektivisch zu verjüngen. Die Umfrage diente daher neben der Darstellung der Wohnungsmarktsituation für Studierende, auch der Einschätzung der allgemeinen Studierendenzufriedenheit und des Willkommensservice der Landeshauptstadt Schwerin.

Beteiligung

67 Studierende haben an der Umfrage teilgenommen. Letztlich konnten nur 38 Datensätze als gültige Fälle abgeschlossen werden, da einige der Befragten die Fragen nur unvollständig oder gar nicht mehr beantwortet haben.

Studentenwohnungen weiterhin gesucht

Mehr als die Hälfte der Befragten sei nur für das Studium nach Schwerin gezogen, wobei gut 21,8 Prozent der Befragten länger als drei Jahre in Schwerin wohnen bleiben möchte. Mehr als ein Fünftel der Befragten benötigt gar keinen Wohnraum in Schwerin. Gründe hierfür könnten unter anderem die vermehrten digitalen Lehrveranstaltungen sein oder Wohnmöglichkeiten der Studierenden bei den Eltern. Aufgrund der Online-Vorlesungen führt es vermehrt zum pendeln Studierenden, da sich für diejenigen ein dauerhafter Wohnsitz in Schwerin nicht rentiert.
Das zur Verfügung stehende Einkommen nimmt unweigerlich Einfluss auf den möglichen Finanzrahmen für eine studentische Wohnung. Fast die Hälfte der Studierenden (47,2 Prozent) können sich Wohnungen bis Euro 500 Warmmiete pro Monat leisten. 30,6 Prozent der Studierenden sind sogar bereit mehr als 500 Euro für einen Wohnraum zu bezahlen. Dahingegen wollen 16,7 Prozent bis zu 400 Euro und 5,6 Prozent bis zu 300 Euro für den Wohnraum aufwenden. Der Großteil der Befragten (41,1 Prozent) präferiert eine 2-Zimmer-Wohnung. Jeweils 12,8 Prozent der Studierenden favorisieren eine 1-Zimmer-Wohnung, eine 3-Zimmer-Wohnung oder eine 2 Personen Wohngemeinschaft. Nur etwa 10,3 Prozent bevorzugen eine 3 Personen Wohngemeinschaft.

Hohe Studierendenzufriedenheit

Insgesamt ist die Mehrheit der Studierenden (88 Prozent) zufrieden oder sehr zufrieden mit ihrem Studium. Ein Blick auf die Freizeitangebote seitens der Hochschulen vertieft dann noch einmal die (seit März) bestehenden Wünsche der Studierenden, wenn es um ihre Freizeitgestaltung geht. Im Fokus standen hier attraktivere Angebote in Sportstudios. Zudem wurden auch Möglichkeiten von Studierenden-Treffen, sei dies in der Hochschule im Rahmen von Themenabenden, Quiz-Runden oder Diskussionsrunden, oder aber auch außerhalb in offenen Studententreffs, genannt. Bars, Studentenkneipen und Diskotheken stehen mit 8 Nennungen ebenfalls auf der Wunschliste der Studierenden.
Wünsche für Freizeitangebote
Häufigkeit in %
Sportangebote
58,33
Treffpunkte
33,33
Initiativen durch die Hochschule
41,67
Veranstaltungen
16,67
„Theoretisch das Fitnessstudio, jedoch ist die öffentliche Anbindung mit dem Fußweg durch den an die Tram-Haltestelle Zoo angrenzenden Park nicht ideal, da dort nachts keine ausreichende Beleuchtung vorhanden ist, weswegen ich nur bei Tageslicht ins Studio gehe.“

Fortbewegungsmittel

Zur Fortbewegung nutzt fast die Hälfte (48,7 Prozent) das Fahrrad und weitere 43,6 Prozent gehen gern zu Fuß. 41 Prozent der Studierenden nutzen regelmäßig die Straßenbahn. Des Weiteren benutzen 20,5 Prozent immer noch das Auto. Grund dafür ist wahrscheinlich die Unzufriedenheit der Studierenden mit der Regionalbahn, die bei 41,9 Prozent liegt.

Willkommensservice der Landeshauptstadt Schwerin

Der Willkommensservice der Landeshauptstadt Schwerin ist nur 4,5 Prozent der befragten Personen bekannt. Derzeit beinhaltet der Willkommensservice unter anderem ein Gutscheinheft, in dem verschiedene Kultur- und Freizeitangebote zum Kennenlernen der Stadt enthalten sind. Das Gutscheinheft wird bei der Anmeldung eines Hauptwohnsitzes in Schwerin ausgehändigt.
Wünsche für Willkommensangebote
Häufigkeit in %
Hilfestellung bei der Wohnungssuche
6,00
Informationen zu Freizeitangeboten
6,00
Beratung zu Verdienstmöglichkeiten
11,90
Vernetzung mit anderen Studierenden
13,40
Begrüßung und Willkommensgeschenk
14,90
Sonstiges
6,00
Interessierte können die detaillierte Auswertung der Umfrage auf Anfrage erhalten.
Die Umfrage wurde initiiert durch die Projektgruppe „Studierendenstadt Schwerin“, in der sich der Verein der Förderer von Hochschulen, die Schweriner Hochschulen, die Industrie- und Handelskammer zu Schwerin, die Stadtverwaltung sowie weitere Interessierte für gute Rahmenbedingungen für Studierende in der Landeshauptstadt einsetzen. Die Befragung wurde entworfen und durchgeführt von Studierenden der Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) mit Unterstützung der Dozierenden Valerie Elss M.A.