16.03.2022

IHK-Vollversammlung diskutiert Russland-Ukraine-Krieg und Koalitionsvertrag „Aufbruch 2030“

Zentrales Thema der IHK-Vollversammlung waren die Auswirkungen des Russland-Ukraine-Krieges auf die heimische Wirtschaft. 
IHK-Hauptgeschäftsführer Siegbert Eisenach stellte die breit gefächerten Informationsangebote der IHK zu Schwerin dar. Diese gingen von der Außenwirtschaftsberatung über die Fragen der Cyber-Sicherheit bis hin zu Wirtschaftshilfen und die Integration von Schutzsuchenden in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. Aktuelle Informationen sind stets auf der Internetseite der IHK zu Schwerin www.ihkzuschwerin.de abrufbar. 
Die Diskussion zeigte schnell die Dramatik der aktuellen Krisen in vielen Branchen, gerade in der Ernährungswirtschaft und im Transportwesen. Trotz des geringen Anteils der Ukraine und Russlands am MV-Auslandshandel leidet die Wirtschaft unter den erheblichen Folgen. Schockartig gestiegene Energie- und Rohstoffkosten, steigende Preise (Kraftstoffe, Gas, Strom) in der Ernährungs- und Futtermittelwirtschaft, eine gefährdete Energieversorgung, die hohe Inflation sowie die wachsende Gefahr von Cyberangriffen besorgen viele Unternehmen.
In der Diskussion zeigte sich deutlich, dass die aktuellen Belastungen viele Unternehmen an ihre Existenzgrenzen zu bringen drohen. Dabei herrschte die Einschätzung vor, dass die Belastungen – gerade auf dem Energiemarkt – bis 2024 anhalten werden. 
Die Vollversammlung griff bei der Diskussion immer wieder die zentralen Forderungen der Wirtschaft auf, die sichere und bezahlbare Versorgung mit Energie zu gewährleisten. Planungs- und Genehmigungsprozesse im Allgemeinen und den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Besonderen sind umgehend zu beschleunigen. Auch die Abwehr von Cyberattacken und verbesserte IT-Sicherheit wurde angemahnt. Im Umgang mit den ukrainischen Kriegsflüchtlingen zeigte sich das große ehrenamtliche Engagement von Unternehmern. Im Fokus der Diskussion stand dabei die Integration der Ukrainer in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. 
IHK-Präsident Matthias Belke fasste die aktuelle Herausforderung für Wirtschaft und Politik in der Diskussion zusammen:
„Die Gefahr ist da, dass der Rubikon für die Wirtschaftstreibenden überschritten wird. Der Wirtschaft fehlen schon jetzt die Reserven, dabei kommt das dicke Ende bis 2024 erst noch.“
Beim zweiten Schwerpunkt stand der Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung „Aufbruch 2030“ im Zentrum. Bei allen Erfolgen – gerade im Bereich der Industriepolitik – sieht die IHK zu Schwerin die Pläne zur pauschalen Einführung neuer unternehmensbezogener Abgaben im Rahmen des Tourismusgesetzes weiterhin kritisch. Die ausbleibende Liberalisierung des Sonntagsöffnungsverbotes ist ebenso kritisch zu sehen, wie die fehlende konkrete Ausgestaltung von Wohnungsbau und Aus- und Weiterbildung seitens der Politik.